Auslöser für diesen Artikel war ein Instagram-Post, unter dem sagenhafte 153 Kommentare zusammenkamen. Und viele davon klangen frustriert, traurig, hilflos und resigniert. Das muss sich ändern! Dieser Artikel ist also bitternötig. Ich möchte mehr Menschen sehen, die sich nicht einfach so die Butter vom Brot nehmen lassen und ihr Ding machen. Und dies ist der Wunsch von einer, die das selbst lange Zeit nicht konnte und fleißig am Üben ist.

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Na, schonmal erlebt? 🙋🏼‍♀️⁣ ⁣ Früher hat mich das so frustriert. Ich dachte dann, ich sei nicht okay statt mal zu hinterfragen, ob vielleicht auch einfach die anderen zu wenig Verständnis haben. Mittlerweile halte ich in solchen Momenten inne und wäge ab: „Lohnt es sich, dass ich mich erkläre? Könnte ich erreichen, besser verstanden zu werden? Oder sollte ich mir lieber andere Gesprächspartner suchen?“⁣ ⁣ Erzähl mal: Was denkst du dann?⁣ —–⁣ #vanillamindde #selbstbewusstsein #selbstvertrauen #sensibilität #kommunikation #selflove #schüchtern #introvertiert #introvertproblems #persönlichkeitsentwicklung #achtsamkeit #embraceyourself #zeigdich #traudich #selbstakzeptanz #erfolgreich #ziele #gedanken #zitate #spruch

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So in etwa liefen Gesprächsrunden früher bei mir ab:

Eine Gruppe Personen unterhielt sich munter und angeregt über diverse spannende Themen. Meist nur als Zaungast mit dabei: Ich. Durch meine Unsicherheit und die Angst, negativ aufzufallen, legte ich selbst den Grundstein dafür, einfach vom Rest übersehen zu werden. Ich sah nämlich selbst niemanden an. Entweder starrte ich auf meine Hände, meine Füße, das Essen vor mir, mein Smartphone oder meine Uhr. Ich wusste einfach nicht, wohin mit mir.

Und wenn ich dann doch einmal etwas sagte, passierten genau zwei Dinge. Erstens: Keiner hörte zu. Ebenso gut hätte ich mit meiner Schlafzimmerwand reden können. Von der konnte ich dasselbe Feedback erwarten wie von meinen Gesprächspartnern: gar keins. Zweitens: Ich wurde mitten im Satz unterbrochen.

Es schien immer die Devise zu gelten: Möge der oder die Lautere gewinnen! Für diese Art Miteinander, oder sagen wir besser Gegeneinander, hatte ich keine Energie und zog mich zurück. Aber muss das wirklich so laufen?

5 Strategien, mit denen du nicht mehr übergangen wirst

Okay, nun spulen wir etwas nach vorn und landen beim Hier und Heute. Ich fühle mich deutlich wohler in meiner Haut als früher und kann selbst entscheiden, wann ich mir meine Bühne nehme oder mich lieber in meine Rolle als Beobachterin begebe. Früher gab es nur Angst, die hat alles für mich geregelt. Nur war ich dadurch ziemlich isoliert und allein. Heute darf ich immer wieder spannende Menschen kennenlernen und stelle voller Dankbarkeit fest, dass sie mir gerne zuhören und wir uns gegenseitig helfen können. Dass ich mittlerweile sogar auch ein Buch schreiben durfte und regelmäßig zu Interviews eingeladen werde, ist für mich ein riesiger Meilenstein.

Dieser Artikel bringt dir keine egozentrische „Hier komm ich“-Attitüde bei. Hier geht es darum, wie man für sich und das, was einem wichtig ist, taktvoll aber bestimmt einsteht.

Also, wie geht das? Mit viel Training am Mut-Muskel – und den folgenden Methoden, die die Basis sind, wenn du willst, dass deine Message ankommt und ernstgenommen wird.

#1 Nimm dir Zeit für gute Vorbereitung

Egal, ob im Meeting oder im Einzelgespräch: Gute Vorbereitung zahlt sich aus. Viele Unsicherheiten lassen sich damit schon beseitigen und du gehst souveräner in jedes Gespräch. Ich mache mir vor wichtigen Gesprächen Notizen. Und zwar solche, die einfach und verständlich formuliert sind. Lieber in Stichworten als ganzen Sätzen, damit ich mich nicht darin verliere oder unnatürlich spreche.

Diese Fragen stelle ich mir, wenn ich mich vorbereite:

→ Was ist mein Ziel? Was möchte ich in dieser Unterhaltung erreichen?
→ Welche Punkte möchte ich unbedingt erwähnen?
→ Wie soll das Ergebnis aussehen?
→ Wie möchte ich mich dabei fühlen?
→ Was kann ich richtig gut?

Du merkst, es geht nicht nur um inhaltliche Vorbereitung, sondern auch die mentale.

#2 Übe, den Blickkontakt zu halten

Ich kann es gar nicht oft genug sagen. Ein offener, freundlicher Blick ist so wichtig, weil er sofort eine Verbindung schafft. Ich konnte meine Gesprächspartner früher kaum ansehen. Schon gar nicht, wenn es sich dabei um Männer handelte. Als ich meinen Ehemann Timon kennenlernte, hat er mich übrigens einmal direkt darauf angesprochen. Er fragte mich gerade heraus: „Sag mal, ist dir mal aufgefallen, dass du mich nicht sonderlich gut ansehen kannst?“ Boom! Das hatte Wirkung. Ich fühlte mich im ersten Moment bloßgestellt und verletzlich, aber rückblickend bin ich ihm sehr dankbar für diese Bemerkung. Seitdem habe ich daran gearbeitet, meine Gesprächspartner anzusehen und ihnen meine volle Aufmerksamkeit entgegenzubringen.

Die Rhetorik-Mentorin und ehemalige Theater-Regisseurin Beatrix Schwarzbach sagt sogar: „Der Blickkontakt ist dein stärkstes Mittel, um eine positive Verbindung zu deinem Publikum aufzubauen – und auch zu halten. Jeder Blick bringt dich in Kontakt mit deinen Zuhörer*innen.“ Ich kann ihre Worte aus eigener Erfahrung genau so bestätigen. Wie würdest du dich fühlen, wenn dich dein Gesprächspartner nicht ansieht und eher auf den Boden starrt? Wertgeschätzt und erstgenommen? Wohl eher nicht.

Wenn du möchtest, dass deine Message beim Empfänger auch wirklich ankommt, dann beachte diesen Punkt unbedingt. Ansonsten fühlt sich niemand gemeint, wenn dein Blick ins Leere geht.

Ich möchte mehr Menschen sehen, die sich ihre Redezeit nehmen, sich nicht einfach so die Butter vom Brot nehmen lassen und ihr Ding machen. Und dies ist der fromme Wunsch von einer, die das selbst lange Zeit nicht konnte. #Kommunikation #Selbstvertrauen #Aufmerksamkeit #unterbrochen #werden #Beruf #Job #schüchtern #introvertiert #Tipps

#3 Bei Unterbrechungen: Wahrnehmen und weitermachen

Jetzt kommt einer an und reißt das Gespräch an sich, während du gerade redest. Kennst du das? Also mir ging es ständig so. Ich ließ es nämlich einfach zu. Ich verlor die Nerven, ließ die andere Person gewähren und wurde stumm wie ein Fisch. Aber das muss nicht so sein!

Mit diesen Empfehlungen von Kommunikationsexperten gelingt es mir mittlerweile besser:

→  Die Unterbrechung nicht persönlich nehmen! Denk kurz drüber nach: So zurückhaltend du auch im Job bist – in deiner Familie unterbrichst du andere bestimmt auch hin und wieder, oder? Geht es dabei jedes Mal um Macht und Intrigen? Wohl kaum. Manchmal möchte eine Person auch etwas zum Thema beitragen, indem sie eine Zwischenfrage stellt. Es steckt nicht automatisch die Absicht dahinter, das Gespräch an sich reißen zu wollen.

→  Nicht in die Defensive gehen oder schnippisch werden. Lieber offen formulieren: „Einen Moment, ich möchte den Gedanken zu Ende bringen.“ Wer dann einfach weiterredet, ist grob unhöflich. Aber das bleibt auch vom Rest der Anwesenden nicht unbemerkt, glaub mir.

→  Konzentriert und in unveränderter Tonlage weiterreden. Mit hoher, hektischer Stimme weiter zu sprechen ist kontraproduktiv. Das Problem habe ich auch, wenn die Nervosität zuschlägt. Was da hilft ist üben, üben, üben. Du könntest jemanden bitten, das mit dir zu trainieren, indem ihr einen Dialog nachstellt. Das kannst du dir ähnlich vorstellen wie das Fahrtraining vorm Führerschein. Oder die Trockenübungen vorm ersten Schwimmzug im Wasser.

#4 Vermeide Phrasen, die dich kleinmachen

Es gibt Formulierungen, die sofort verraten, wie wenig Selbstvertrauen man gerade hat:

→ „Sorry, aber dazu möchte ich auch gern etwas sagen…“
→ „Ich weiß nicht, ob ich damit richtig liege, aber…“
→ „Eigentlich kenne ich mich ja nicht so gut aus, aber…“

Na, schuldig? Passiert mir auch ab und zu. Das mit dem Selbstvertrauen muss ich noch täglich üben, auch wenn ich schon gewaltige Fortschritte gemacht habe. Aber überleg mal: Wer soll uns denn zuhören, wenn wir nichtmal selbst an das glauben, was wir sagen wollen? Das funktioniert nicht!

Mach deine Kompetenz nicht klein. Du hast jedes Recht mit am Tisch zu sitzen! So wie jeder andere auch. Sich schnell abwürgen zu lassen und klein beizugeben, scheint hauptsächlich ein Frauenproblem zu sein. Interessant ist aber, dass das nicht unbedingt eine Genderfrage ist, sondern – mal wieder – eine Frage des eigenen Selbstvertrauens. Und das ist leider bei vielen angeknackst. Auf Vanilla Mind findest du viele Hilfen, um dein Selbstvertrauen zu stärken und liebevoller mit dir selbst umzugehen. Hier findest du alle Artikel dazu.

#5 Selbstbewusst auf andere zugehen

Und noch ein Bonus-Tipp von Herzen:

Fühlst du dich manchmal so unsicher und ängstlich, dass du gar nicht weißt, wie du überhaupt auf andere zugehen kannst, um über dich und deine Arbeit zu sprechen? Wie du entspannt und natürlich mit anderen ins Gespräch kommen kannst, lernst du in unserem Kompaktkurs Intuitiv Netzwerken. Dort helfen wir dir ganz gezielt bei deinen Fragen weiter, wie: „Was mache ich, wenn ich Small Talk total schrecklich finde? Wie fange ich überhaupt Gespräche an? Was soll ich sagen, um ein Gespräch in Gang zu halten? Wie beende ich Gespräche? Wie trainiere ich mein Selbstvertrauen?“

Diese Fragen habe ich mir auch alle selbst gestellt. Seit ich denken kann, begleiteten mich bei jeder sozialen Interaktion eine Menge Ängste und Zweifel. Aber mittlerweile habe ich verstanden: Gutes Netzwerken findet völlig ohne Show und Selbstdarstellung statt. Alles, was sich falsch und unnatürlich anfühlt, ist es meistens auch. Sämtliche Erfolge, die ich jetzt habe, sind nur möglich gewesen, weil ich beim Netzwerken meinen eigenen Stil entwickelt und beibehalten habe. Ohne Druck, ganz natürlich. Was wir dir in unserem Kompaktkurs vermitteln, hat uns viele Jahre Übung, unzählige Bücher und tausende Euro an Fortbildungskosten gekostet. Statt diese Erfahrung und Zeit selbst zu investieren, bieten wir dir eine Abkürzung an, die dir viel Lebenszeit, Frust und Geld spart. Hier kannst du dich unverbindlich über alle Kurs-Inhalte informieren: Kompaktkurs Intuitiv Netzwerken.

„Wo soll ich nur anfangen?“

Ich gebe zu, das war jetzt die geballte Ladung. Natürlich braucht es einige Übung, bis man sich mehr zutraut. Und Perfektion von sich zu erwarten, hilft hier auch nicht weiter. Als ich noch extrem schüchtern und ängstlich war, habe ich mit Punkt 2, dem Blickkontakt, begonnen. Das ist ein guter Ausgangspunkt. Denn um Blickkontakt zu trainieren, muss man nicht einmal selbst reden. Falls du dich überfordert fühlst, fang doch damit an! Bitte eine Person deines Vertrauens, dich in Gesprächen zu beobachten und dir Feedback darüber zu geben, wie gut du den Blickkontakt hältst.

P.S.: Grundsätzlich ist es auch hilfreich, sich ein paar Fragen zum Publikum zu stellen.
Ist meine Zuhörerschaft überhaupt bereit für mich? Spreche ich mit den richtigen Menschen?

Wie ich darauf komme? Gerade auf Networking-Events in meiner Selbstständigkeit stellte ich häufig fest: „Ich stehe hier gar nicht bei den Menschen, die mit mir auf einer Wellenlänge sind.“ Und das ist okay. Dann gehe ich weiter und suche ich den Kontakt zu anderen, bei denen mein Bauchgefühl stimmt. Wenn ich ohnehin nicht mit den richtigen Leuten zusammen bin, muss ich auch nicht um ihr Gehör kämpfen.

Sag’s mir in den Kommentaren:
Wo hast du dich wieder erkannt? Was ist dein größtes Problem?

Ich bin gespannt von dir zu hören!

„Du bist zu still“, sagen sie. Aber wenn du dann redest, wirst du ignoriert oder unterbrochen? 5 Strategien, wie du wahrgenommen wirst, ohne laut zu werden. #Kommunikation #Selbstvertrauen #Aufmerksamkeit #unterbrochen #werden #Beruf #Job #schüchtern #introvertiert #Tipps

Ich möchte mehr Menschen sehen, die sich nicht einfach so die Butter vom Brot nehmen lassen und ihr Ding machen. Und dies ist der Wunsch von einer, die das selbst lange Zeit nicht konnte. #Kommunikation #Selbstvertrauen #Aufmerksamkeit #unterbrochen #werden #Beruf #Job #schüchtern #introvertiert #Tipps

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