Gehörst du auch zu den Personen, die manchmal etwas schüchtern sind und sich selbst im Weg stehen? Ich weiß, wie frustrierend das manchmal sein kann. Aber keine Sorge: Mut und Selbstsicherheit kann man trainieren wie einen Muskel. Und es muss dabei gar nicht um den Sprung ins eiskalte Wasser gehen. Schon winzige Veränderungen im Alltag können einen großen Einfluss auf dein Selbstvertrauen haben. 😀

Hallo Selbstblockade!

Veränderung ist eine Frage der persönlichen Entscheidung, habe ich bei mir festgestellt. Und Veränderung passiert immer dann, wenn wir entscheiden, dass unsere aktuelle Situation nicht mehr tragbar ist.

Es gibt so viele Situationen in unserem Berufsleben und im Alltag, wo wir lernen müssen, über unseren Schatten zu springen. Wie sieht es beispielsweise mit dem Telefonieren aus? Kannst du mit Kunden telefonieren, wenn sie dich um einen Anruf bitten? Oder drückst du dich drumherum und versuchst alles mit E-Mails zu regeln, weil Telefone dir unheimlich sind? Verdrückst du dich im Büro in die hinterste Ecke und kennst deine Kollegen kaum, weil du Angst davor hast, du selbst zu sein? (An dieser Stelle der Hinweis: Ähnlichkeiten zu real existierenden Personen sind natürlich rein zufällig.)

Und das sind noch harmlose Beispiele. Manche finden aufgrund ihrer Angst vor Zurückweisung weder Freunde, noch den Partner fürs Leben. Andere kommen im Job nicht zurecht oder werden permanent ausgenutzt, weil sie sich nicht trauen, ihre Meinung zu sagen. Und wieder andere verdienen als Selbstständige nicht genug Geld, weil sie sich nicht trauen, angemessene Preise für ihre wertvolle Arbeit zu verlangen.

Soll man sich damit abfinden?

Einfach mit sich selbst zufrieden sein, obwohl man weiß, dass man so viel mehr hätte tun können – wäre da nicht immer diese Angst?

Wenn ich eins in den letzten 10 Jahren gelernt habe, dann ist es dies: Das einzige, das du verändern kannst, bist du selbst. Das Leben wartet nicht und irgendwann gibt es auch keine weiteren Chancen mehr. Vielleicht geht es um einen Job oder einen Auftrag, den du an Land ziehen willst? Oder du willst einfach mal ernst genommen werden statt von den Kollegen belächelt zu werden?

Wo willst du hin?

Wenn wir uns etwas wünschen, dann müssen wir selbst dafür etwas tun statt zu hoffen, dass sich das „irgendwann von allein“ ergibt.

Sich immer wieder bei anderen auszuheulen und zu hoffen, dass man doch irgendwann mit Superkräften aufwacht, funktioniert nicht (hab ich schon vor Jahren aufgegeben)Ist wahrscheinlich jedem klar, aber komischerweise machen es sich viele trotzdem so einfach. Dieses Verhalten kann man an den Tag legen, wenn man süße 16 ist und noch keine Ahnung davon hat, wie hart die Realität da draußen ist. Leider bleibt die Angst und die Schüchternheit aber gern auch noch ein paar Jahre länger und geht nicht einfach ohne Aufforderung.

Verstecken gilt nicht!

Selbstbewusst statt unsichtbar

  • Was denken die Leute von mir?
  • Wie sehe ich gerade aus?
  • Mache ich mich gerade total lächerlich?
  • Was, wenn ich etwas Falsches sage?

Welche Strategien mir dabei geholfen haben, ein neues Mindset zu entwickeln, zeige ich dir in meinem neuen Buch!

 Ich habe eine Liste aufgestellt, um die wichtigsten Punkte zusammenzufassen, die mir wirklich geholfen haben, aus mir herauszukommen. Ganz langsam und so, dass es mich nicht überfordert hat. Für jemanden, der nie schüchtern war, mag einiges beinahe lächerlich klingen. Aber für mich war es manchmal schon eine Herausforderung, überhaupt meine Nachbarn morgens zu grüßen. Ja, aus Angst und nicht weil ich so ungezogen wäre!

#1 Lerne zu lächeln.
Wenn du diesen Tipp für banal hältst, dann weit gefehlt! Ein Lächeln ist das einfachste, was man anderen Gutes tun kann und der Effekt ist beeindruckend. Gerade wenn man sehr zurückhaltend ist, ist ein Lächeln der einfachste Weg, das Eis zu brechen. Es verändert die eigene Laune und andere nehmen dich als sympathischen, offenen Menschen wahr. Ich gucke z. B. oft verspannt und sehr konzentriert. Das verunsichert andere und öffnet nicht gerade Türen. Seit ich die Leute bewusst anlächele, bin ich selbst viel entspannter. Man hat eine Verbindung zu einander und fühlt sich freier. Andere fühlen sich dadurch sogar oft dazu veranlasst, ein Gespräch mit mir zu beginnen. Alles nur, weil ich einen freundlichen Eindruck gemacht habe. Mehr ist manchmal nicht nötig.

#2 Fang doch mit einer E-Mail an.
Wenn du einen Artikel liest, der dir richtig gut gefallen hat oder du einen tollen Vortrag gehört hast, dann sag das doch offen! Vielleicht mit einer kurzen E-Mail. Du wirst mit jeder Mail ein Stück offener und die betreffende Person freut sich, dass sie Menschen mit ihrer Botschaft erreichen konnte. Deine Stimme ist wertvoll – egal wann, egal wo! Es kostet vielleicht am Anfang etwas Überwindung, aber E-Mails sind für Schüchterne meistens nicht so schlimm wie Kaltkontakte.
Ich bekomme immer nette Reaktionen von Leuten, die ich anschreibe. Manche reagieren sogar so nett, dass sie mit mir skypen wollen (ja genau, das ist das mit dem Video…ganz neue Herausforderung für meinen Mut!), um mich und meine Arbeit kennenzulernen. Ich glaube, das Prinzip des ehrlichen, konstruktiven Feedback-Gebens ist in Deutschland ohnehin noch ein großes Problem. Warum machen wir das nicht viel öfter? Es gibt nichts zu verlieren!

#3 Übe im Alltag.
Wenn du es schaffst, wildfremden Menschen eine nette Mail zu schicken, fällt es dir auch mit der Zeit leichter, Menschen im Alltag anzusprechen. Und sei es nur, weil du im Supermarkt nicht an die Kokosmilch rankommst, weil die immer ganz oben steht. Eine gute Übung ist zum Beispiel auch, morgens seine Nachbarn zu grüßen, egal ob man sie kennt oder nicht. (Ich weiß, in manchen Gegenden ist das selbstverständlich, hier bei mir leider nicht.) Manchmal, wenn ich auf Veranstaltungen gehen muss, übe ich manchmal sogar zuhause vorm Spiegel, mich und meine Arbeit in einem Satz vorzustellen. ich weiß aus Erfahrung, dass ich bei steigender Nervosität sonst nichts mehr wüsste.

Kleine Aufgaben haben mir sehr geholfen, meine Schüchternheit zu überwinden. Es muss ja nicht gleich die Weltherrschaft als Ziel sein, ne? ;) Zum Beispiel: „Heute Abend werde ich mich einer neuen Person vorstellen.“ Oder: „Heute möchte ich mich bei drei Menschen für ihre inspirierende Arbeit bedanken.“ Das klappt! Ich mache mit dieser Technik sehr gute Fortschritte. Sobald man sich mit einer Sache wohler fühlt, kann man auch testen, einen Schritt weiter zu gehen.

#4 Fang an, regelmäßig Sport zu machen.
Ich habe schon von einigen den Einwand gehört: „Sorry, aber das ist mir zu einfach. Sport wird ganz sicher nicht meine Gefühlsabgründe lindern und mir mehr Selbstsicherheit geben.“ Sie wünschen sich von mir die Anweisung „nimm Medikament X und es wird dir sofort besser gehen“. Sorry Leute, aber dieses „Medikament“ ist nun einmal Sport. Wir sind es gewohnt, mit allerlei abgefahrenem Kram von der Werbung in die Irre geleitet zu werden, aber manchmal ist die Wahrheit eben einfacher als man glaubt. Wie mächtig die Auswirkung von Bewegung auf unsere Psyche ist, beweisen übrigens immer wieder neue Studien mit Patienten, die an einer Angststörung leiden. Sport sorgt für die Ausschüttung von Glückshormonen und baut Stresshormone gleichzeitig ab. Und ich habe es selbst an mir (ich = ehemalige Couch Potato!) festgestellt: Körperliche Stärke gibt dir auch mentale Stärke! Jeder noch so kleine Erfolg gibt mir mehr Selbstsicherheit und stärkt mich. Natürlich kann Sport nicht alle Probleme in Luft auflösen – aber sie verbessern allemal.

#5 Such dir Freunde, die dich unterstützen.
Wenn du nur mit Leuten herumhängst, die genauso schüchtern und verschreckt sind wie du, dann wird sich nichts ändern. Ihr werdet euch nur gegenseitig dazu ermutigen, vor unangenehmen Situationen zu fliehen. Mach dir nichts vor, dein Umgang prägt dich und wenn dein Ziel ist mutig zu sein, dann such dir Leute, die bereits mutig sind! Lerne von ihnen. Meine beste Freundin in meiner Teenie-Zeit war ein extrovertierter Mensch mit dem großen Drang überall hinzumüssen, wo viele Menschen sind. Das führte oft zu Spannungen, weil ich das natürlich gehasst habe. Trotzdem war es das beste, was mir passieren konnte: Durch sie habe ich Leute kennengelernt und war gezwungen mich mit ihnen zu unterhalten. Meistens stellte ich dann fest: Die sind ja voll nett! Und die interessieren sich sogar für meine Meinung. So fällt langsam auch die Angst von einem ab, von anderen zurückgewiesen zu werden. Reden hilft, sag ich nur!

Aufgabe:

Egal, wo du gerade stehst: suche dir einen Punkt aus dieser Liste heraus, den du bewältigen kannst. Wirklich nur einen. Du hast den Kopf schon voll genug, da ist eine lange Liste zu viel auf einmal. Arbeite an dem jeweiligen Punkt mindestens zwei Wochen lang! 

Was sind deine Tipps für mehr Mut und Selbstsicherheit?

Sei geduldig mit dir selbst! – Beyonce wasn't built in a day. #selbstvertrauen #persönlichkeit #lettering #charakter #mut

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