Gehörst du auch zu den Personen, die manchmal etwas schüchtern sind und sich selbst im Weg stehen? Kenne ich von mir. Aber nun mach dich mal bereit für Klartext!

Mein Lieblingssatz: „Wenn ich es geschafft habe, mutiger zu werden, kann das jeder.“ Schrecklich, es klingt wie eine Floskel. Aber ich meine es ernst: Jeder kann das. Veränderung ist einzig und allein eine Frage der Entscheidung. Und Veränderung passiert immer dann, wenn wir entscheiden, dass unsere aktuelle Situation nicht mehr tragbar ist.

Um manches kommt man einfach nicht herum und da hilft es auch nicht zu sagen: „Aber ich kann nichts dafür, dass ich so bin…“. Ja klar, wir können meistens nichts dafür, dass wir schüchtern sind und vor bestimmten Situationen Angst haben.

Aber ändert das etwas am Leidensdruck? Irgendwie nicht. Und du kannst mir glauben, ich gehöre wirklich zu den Leuten, die durch Veranlagung stark gehemmt sind und schnell in eine Vermeidungshaltung gehen. Als ich 19 war, bin ich deswegen sogar freiwillig zum Psychiater gegangen (und nach 3 Terminen nie wieder hingegangen 😅).

Jetzt oder nie

Es gibt so viele Situationen in unserem Berufsleben und im Alltag, wo wir einfach lernen müssen, über unseren Schatten zu springen. Wie sieht es beispielsweise mit dem Telefonieren aus? Kannst du mit Kunden telefonieren, wenn sie dich um einen Anruf bitten? Oder drückst du dich drumherum und versuchst alles mit E-Mails zu regeln, weil Telefone dir unheimlich sind? Verdrückst du dich im Büro in die hinterste Ecke und kennst deine Kollegen kaum, weil du Angst davor hast, du selbst zu sein?

Und das sind noch harmlose Beispiele. Manche finden aufgrund ihrer Angst vor Zurückweisung weder Freunde, noch den Partner fürs Leben. Andere kommen im Job nicht zurecht oder werden permanent ausgenutzt, weil sie sich nicht trauen, ihre Meinung zu sagen. Und wieder andere verdienen als Selbstständige nicht genug Geld, weil sie sich nicht trauen, angemessene Preise für ihre wertvolle Arbeit zu verlangen. Soll man sich damit abfinden? Einfach mit sich selbst zufrieden sein, obwohl man weiß, dass man so viel mehr hätte tun können – wäre da nicht immer diese Angst?

Wenn ich eins in den letzten 10 Jahren gelernt habe, dann ist es dies: Das einzige, das du verändern kannst, bist du selbst! Niemand anders wird deine Ziele für dich erreichen und dir deine Verantwortung abnehmen!

Das Leben wartet nicht und irgendwann gibt es auch keine weiteren Chancen mehr! Vielleicht geht es um einen Job oder einen Auftrag, den du an Land ziehen willst? Oder du willst einfach mal ernst genommen werden statt von den Kollegen belächelt zu werden?

Wo willst du hin?

Wenn wir uns etwas wünschen, dann müssen wir selbst dafür etwas tun statt zu hoffen, dass sich das „irgendwann von allein“ ergibt.

Sich bei seinen Mitmenschen auszuheulen, deren Mitleid zu erbetteln und zu hoffen, sich am nächsten Tag wie Wonder Woman zu fühlen, funktioniert nicht (hab ich schon vor Jahren aufgegeben)Ist wahrscheinlich jedem klar, aber komischerweise machen es sich viele Frauen trotzdem so einfach. Dieses Verhalten kann man an den Tag legen, wenn man süße 16 ist und noch keine Ahnung davon hat, wie hart die Realität da draußen ist. Leider ist meine Beobachtung aber, dass dieses Verhalten nicht unbedingt mit dem Eintritt ins Berufsleben verschwindet.

Ich habe eine Liste aufgestellt, um die wichtigsten Punkte zusammenzufassen, die mir wirklich geholfen haben, aus mir herauszukommen. Ganz langsam und so, dass es mich nicht überfordert hat. Für jemanden, der nie schüchtern war, mag einiges beinahe lächerlich klingen. Aber für mich war es manchmal schon eine Herausforderung überhaupt meinen Nachbarn morgens zu grüßen. Ja, aus Angst und nicht weil ich ungehobelt wäre!

#1 Lerne zu lächeln.
Wenn du diesen Tipp für banal hältst, dan weit gefehlt! Ein Lächeln ist das einfachste, was man anderen Gutes tun kann und der Effekt ist beeindruckend. Gerade wenn man sehr zurückhaltend ist, ist ein Lächeln der einfachste Weg, das Eis zu brechen. Es verändert die eigene Laune und andere nehmen dich als sympathischen, offenen Menschen wahr. Ich gucke z. B. oft verspannt und sehr konzentriert. Das verunsichert andere und öffnet nicht gerade Türen. Seit ich die Leute bewusst anlächele, ist alles viel entspannter. Man hat eine Verbindung zu einander und fühlt sich freier. Andere fühlen sich dadurch sogar oft dazu veranlasst, ein Gespräch mit mir zu beginnen. Alles nur, weil ich einen freundlichen Eindruck gemacht habe. Mehr ist manchmal nicht nötig.

#2 Fang doch mit einer E-Mail an.
Wenn du einen Artikel liest, der dir richtig gut gefallen hat oder du einen tollen Vortrag gehört hast, dann sag das doch offen! Vielleicht mit einer kurzen E-Mail. Du wirst mit jeder Mail ein Stück offener und die betreffende Person freut sich, dass sie Menschen mit ihrer Botschaft erreichen konnte. Deine Stimme ist wertvoll – egal wann, egal wo! Es kostet vielleicht am Anfang etwas Überwindung, aber E-Mails sind für Schüchterne meistens nicht so schlimm wie Kaltkontakte.
Ich bekomme immer nette Reaktionen von Leuten, die ich anschreibe. Manche reagieren sogar so nett, dass sie mit mir skypen wollen (ja genau, das ist das mit dem Video…ganz neue Herausforderung für meinen Mut!), um mich und meine Arbeit kennenzulernen. Ich glaube, das Prinzip des ehrlichen, konstruktiven Feedback-Gebens ist in Deutschland ohnehin noch ein großes Problem. Warum machen wir das nicht viel öfter? Es gibt nichts zu verlieren!

#3 Übe im Alltag.
Wenn du es schaffst, wildfremden Menschen eine nette Mail zu schicken, fällt es dir auch mit der Zeit leichter, Menschen im Alltag anzusprechen. Und sei es nur, weil du im Supermarkt nicht an die Kokosmilch rankommst, weil die immer ganz oben steht. Eine gute Übung ist zum Beispiel auch, morgens seine Nachbarn zu grüßen, egal ob man sie kennt oder nicht. (Ich weiß, in manchen Gegenden ist das selbstverständlich, hier bei mir leider nicht.) Manchmal, wenn ich auf Veranstaltungen gehen muss, übe ich manchmal sogar zuhause vorm Spiegel, mich und meine Arbeit in einem Satz vorzustellen. ich weiß aus Erfahrung, dass ich bei steigender Nervosität sonst nichts mehr wüsste.

#4 Setze dir Ziele, die du erreichen kannst.
Sei geduldig mit dir selbst! – Beyonce wasn't built in a day. #selbstvertrauen #persönlichkeit #lettering #charakter #mutKleine Aufgaben haben mir sehr geholfen, meine Schüchternheit zu überwinden. Es muss ja nicht gleich die Weltherrschaft als Ziel sein, nech? ;)
Zum Beispiel: „Heute Abend werde ich mich drei unbekannten Leuten vorstellen.“ Oder: „Heute möchte ich mich bei drei Menschen für ihre inspirierende Arbeit bedanken.“ Das klappt! Ich mache mit dieser Technik sehr gute Fortschritte. Sobald man sich mit einer Sache wohler fühlt, kann man auch testen, einen Schritt weiter zu gehen.

#5 Such dir Freunde, die dich unterstützen.
Wenn du nur mit Leuten herumhängst, die genauso schüchtern und verschreckt sind wie du, dann wird sich nichts ändern. Ihr werdet euch nur gegenseitig dazu ermutigen, vor unangenehmen Situationen zu fliehen. Mach dir nichts vor, dein Umgang prägt dich und wenn dein Ziel ist mutig zu sein, dann such dir Leute, die bereits mutig sind! Lerne von ihnen. Meine beste Freundin in meiner Teenie-Zeit war ein extrovertierter Mensch mit dem großen Drang überall hinzumüssen, wo viele Menschen sind. Das führte oft zu Spannungen, weil ich das natürlich gehasst habe. Trotzdem war es das beste, was mir passieren konnte: Durch sie habe ich Leute kennengelernt und war gezwungen mich mit ihnen zu unterhalten. Meistens stellte ich dann fest: Die sind ja voll nett! Und die interessieren sich sogar für meine Meinung. So fällt langsam auch die Angst von einem ab, von anderen zurückgewiesen zu werden. Reden hilft, sag ich nur!

Aufgabe:

Egal, wo du gerade stehst: suche dir einen Punkt aus dieser Liste heraus, den du bewältigen kannst. Wirklich nur einen. Du hast den Kopf schon voll genug, da ist eine lange Liste zu viel auf einmal. Arbeite an dem jeweiligen Punkt mindestens zwei Wochen lang! Danach kannst dir die nächste Aufgabe aus dieser Liste aussuchen. Und sag mir gern, für welche du dich entschieden hast. Ich freue mich! Und wenn du jemanden kennst, für den dieser Artikel vielleicht etwas bewegen kann, dann leite ihn doch einfach mal weiter. :)

Was sind deine Tipps für mehr Mut und Courage im Alltag?

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