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Ja, es ist nicht schön es zuzugeben, aber wir prokrastinieren immer wieder vor uns hin. Wir schieben Dinge tage-, wochen- oder sogar monatelang vor uns her, statt sie anzugehen. Vielleicht hast du schon eine Menge Taktiken ausprobiert, um dich zum Arbeiten zu motivieren, aber der Berg wird trotzdem immer größer und größer?

Stimmt, manchmal bleiben wir ewig tatenlos, weil uns die Aufgabe nicht interessiert, sie anstrengend ist oder sonst was. Aber das ist noch nicht alles. Aufschieberitis kann auch andere Gründe haben. Diese Angewohnheit, die der gewissenhafte Deutsche so liebend gern bekämpft, kann nämlich auch positive Seiten haben! Das bestätigt auch eine Studie: „Aufschieben hat selten etwas mit Faulheit zu tun“ (Quelle: Deutschlandfunk).

Willkommen im Land der Roboter

Mich nervt mich dieses deutsche „Prokrastinieren-ist-eine-Todsünde“-Mindset unwahrscheinlich. Denn manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass wir gar nicht mehr so richtig wissen, wie man abschaltet. Die Dänen wissen offenbar besser um die Wichtigkeit von Balance im Leben haben für diese Lebensart ein eigenes Wort kreiert: Hygge. Es gibt auch etwas, das man Leben nennt. Und das springt zugunsten des wirtschaftlichen Erfolgs meistens über die Klinge. Menschen, die mental arbeiten (und das betrifft eigentlich alle Bürojobs), können nicht 8 Stunden am Tag Vollgas geben. Der 8-Stunden-Tag stammt aus einer völlig anderen Zeit und ist für viele Berufe obsolet!

Es ist absolut unmöglich, 8 Stunden am Tag 100% zu geben!

Jeder Angestellte weiß das und Selbstständige erst recht. Du bist zwar körperlich 8 Stunden oder länger im Unternehmen anwesend, aber mental bekommst du keine 100% Konzentration konstant über den Tag zusammen. Und eine 30 Minuten Pause einmalig hilft auch nicht so richtig dabei, wieder produktiv zu werden. Powernappen hingegen wäre wirklich mal eine erholsame UND produktive Maßnahme (Lesetipp: Anleitung zum Müßiggang).

Ich hatte früher Tage, an denen ich sogar mal 10 Stunden lang an der 100% Marke kratzte. Aber das waren Ausnahmezustände, die ich nicht länger als eine Woche durchgehalten hätte ohne danach reif für die Insel zu sein. Das normale Alltagspensum lag eher bei 4-5 Stunden „Yeah“ und 3 Stunden „Meeeh“. Wie irrsinnig die Anforderungen im Angestellten-Verhältnis sind, bemerkt man spätestens dann, wenn man zum Mitarbeiter-Gespräch zitiert wird, weil man auf seinem Tageszettel 7:52 Stunden stehen hatte statt 8:00. Im Ernst?! (Ja, das ist mir damals wirklich passiert.)

Aus der Not eine Tugend machen – richtig prokrastinieren

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf sollte eigentlich auch bei den meisten schon ein Knoten im Gehirn platzen: Wir sind keine Roboter und nur weil die Arbeitswelt 100% Produktivität für machbar hält, wird diese Meinung nicht richtiger!

Früher hat mein Selbstwertgefühl darunter gelitten, wenn ich Dinge vor mir hergeschoben habe. Ich habe mich zu stark mit anderen verglichen und gedacht: „Warum kann ich nicht auch 100% geben?“ Ich fiel in ein Loch und schämte mich für mein vermeintliche Faulheit. Dieser Selbsthass sorgte natürlich für eine Negativ-Spirale und lähmte mich so sehr, dass ich erst recht keine Energie fand, meine Aufgaben anzugehen.

Die Lösung, um aus diesem Sumpf herauszukommen? Den eigenen Körper kennenlernen und genau hinhören, was er sagt! Unser Körper ist ein einzigartiges Wunderwerk. Er funktioniert quasi von ganz allein und hat unheimlich komplexe Abläufe und Mechanismen, um uns zu sagen, was er gerade benötigt, um seine Leistung abzurufen. Und er liefert wirklich tolle Leistung ab – wenn wir ihn nicht ausbeuten.

Wenn du also das nächste Mal in einem Konzentrationstief steckst, frag dich doch mal: Was hindert mich am Anfangen? Ist es Angst? Oder will mir mein Körper sagen, dass ich eine kleine Pause brauche? – „Oh halt! Pause machen? Ruhe?! Das kann ich mir nicht leisten!“

– Oh doch, du kannst! Warum? In vielen Fällen habe ich bei mir selbst bemerkt: Ich prokrastiniere immer dann, wenn ich zu viel Stress habe. Mein Körper macht irgendwann einfach dicht. Ich gucke mir Katzenvideos an, scrolle völlig ziellos durch meinen Instagram-Feed oder starre Löcher in die Luft. Ich tue wie ferngesteuert einfach irgendwas.

So weit, so schlecht, oder? Nein! Schlecht ist es nur dann, wenn ich es mir selbst nicht gestatte, mal abzuschalten. Dann geht es mir hinterher natürlich mies und ich habe ein schlechtes Gewissen (hier zeige ich dir, wie ich gelernt habe abzuschalten).

Wenn ein Schritt zurückgehen einen Schritt nach vorn bedeutet: Die guten Seiten von Prokrastination. #aufschieben #prokrastinieren #Produktivität #Achtsamkeit #Aufschieberitis #Zitat

Was passiert, wenn ich mir bewusst erlaube, das zu tun, worauf ich gerade Lust habe?

Rate mal: Ich werde produktiver!

Manchmal reicht es sogar, nur mal tief durchzuatmen und sich an einem ruhigen Ort für ein paar Minuten zu verbarrikadieren (geht sogar, wenn man angestellt ist – Praxis approved!). Das Ding ist außerdem: Jeder weiß eigentlich recht genau, wann man etwas aufschieben kann und wann es wirklich drauf ankommt, durchzuhalten. Es geht beim Prokrastinieren also selten um Leben und Tod, nicht wahr?

Der Körper holt sich, was er braucht. So oder so. Du kannst also selbst entscheiden: Lässt du es zu und verschaffst dir ein paar Minuten Entspannung, damit sich dein Gehirn kalibrieren kann? Genießt du sie bewusst und gehst danach mit neuer Energie an deine Aufgabe heran? Oder versuchst du dein natürliches Bedürfnis zu bekämpfen?

Das heißt: Wenn du es schaffst, aus einer Phase von „Ich mach jetzt mal was anderes“ einen produktiven Vorgang machst, bist du ein Gewinner! Lass deinen Kopf die Energie sammeln, die er braucht und schon ist deine Pause ein Neuanfang für produktive Prozesse.

Bevor du also das nächste Mal deine Aufschieberitis gleich verteufelst, solltest du mal in dich gehen und dich fragen, wo sie herkommt. Denn dann erledigt sie sich meistens von selbst – und mit ihr deine Schuldgefühle.

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