Du hast endlich geschafft! Du hast lange auf dein Ziel hingearbeitet. Es war anstrengend und hat dich viel Mühe und Nerven gekostet. Vielleicht hat es sogar fast das ganze Jahr in Anspruch genommen. Und jetzt – wow – jetzt hast du es endlich geschafft und kannst super stolz auf dich sein!

Also… könntest du zumindest. Stattdessen denkst du sofort an die nächste Herausforderung und genießt deinen Erfolg gar nicht. Es gibt schließlich so viel zu tun, nicht wahr?

Wo bleibt da die Freude über die eigene Leistung? Der Moment, um neue Motivation für die kommenden Herausforderungen zu schöpfen?

Viele Menschen sind in Gedanken ständig nur bei der Arbeit und sehen die vielen kleinen Erfolge gar nicht mehr. Was können wir dagegen tun und warum ist es überhaupt so wichtig, dass wir unsere Erfolge feiern und genießen? Darüber sprechen wir in dieser Folge mit Isabell Prophet. Sie ist Wissenschaftsjournalistin und Autorin und hat unter anderem das Buch „Wie gut soll ich denn noch werden?“* geschrieben.

Darum geht’s – kurz und knapp:

  • Warum ist es so wichtig, dass wir unsere Erfolge feiern und genießen?
  • Warum fällt es vielen Menschen, insbesondere Frauen, so schwer, ihre kleinen und großen Erfolge anzuerkennen?
  • Wie können wir es lernen, stolz auf unsere Leistung zu sein?

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Erfolge feiern: So viel mehr als eine Belohnung

Traditionell ist der Dezember eine Zeit der Besinnung. Der Jahresausklang ist eine Zeit, in der wir uns auf das kommende Jahr freuen und darüber nachdenken, wie wir das laufende Jahr empfunden haben und was wir uns für das kommende wünschen. Aber es ist auch eine Zeit, in der wir die Erfolge, die wir in diesem Jahr hatten, unbedingt feiern sollten. Feiern ist eine wichtiger Teil der Selbstreflexion und kommt im Joballtag häufig viel zu kurz. Und klar: Wir sollten unsere Erfolge im Idealfall nicht nur am Ende des Jahres honorieren, sondern gleich dann, wenn sie stattfinden.

Zunächst sollten wir über das Wort Erfolg sprechen.

Was ist Erfolg überhaupt?

Das sechsstellige Jahreseinkommen, die lang ersehnte Beförderung oder die GmbH-Gründung? Auch. Erfolg ist aber mehr als das.

Erfolg wird schlicht und ergreifend als das „Erreichen eines Ziels“ definiert. Erfolg – das Gegenteil von Misserfolg – ist der Zustand, ein Ziel oder einen Zweck erreicht und erfüllt zu haben. Erfolgreich sein bedeutet das Erreichen deiner persönlichen Ziele. Und welches Ziel das ist, entscheidest ganz allein du. Erfolg ist also mehr als ein bestimmter sozialer Status, Ruhm oder Reichtum.

Jeder Mensch denkt anders über persönlichen Erfolg. Es ist wichtig, dass du genau weißt, wie du Erfolg für dich selbst definierst. Mache dir bewusst, was Leistung, Erfolg und Wohlstand für dich bedeuten und was dich wirklich antreibt. Sobald du weißt, was dir wirklich am Herzen liegt, kannst du sich auf deine Visionen und Ziele konzentrieren. Mehr über inneren Antrieb und unsere Definition von Erfolg, haben wir in diesem Artikel für dich aufgeschrieben.

Wenn ich durch meine Instagram-Timeline scrolle oder mich in anderen Medien bewege, erhalte ich oft einen anderen Eindruck. Platt formuliert scheint Erfolg dort für stylish eingerichtete Wohnungen und teure Handtaschen zu stehen. Und allen voran möchte uns natürlich die Werbung vorgaukeln, dass Erfolg und Zufriedenheit untrennbar mit Besitz zusammenhängen.

Deshalb sei an dieser Stelle nochmals betont: Zu wissen, was für dich persönlich Erfolg im Leben ausmacht, ist von elementarer Wichtigkeit. Wie definierst du Erfolg im Leben? Schreib uns deine Antwort gern in die Kommentare!

Erfolge feiern bedeutet lernen

Wenn wir von Ziel zu Ziel rennen und immer nur nach vorne schauen, haben wir nie wirklich das Gefühl, erfolgreich zu sein. Im Gegenteil, viel zu schnell neigen wir zu ungesunden Vergleichen mit anderen, weil wir es verlernt haben, uns mit uns selbst zu messen. Wenn wir uns die Zeit nehmen, zurückzublicken und unsere Fortschritte zu würdigen, erkennen wir unsere Leistungen an und wissen, dass unsere Bemühungen etwas wert sind.

Nimm dir am besten vor, regelmäßig im Laufe des Jahres zurückzublicken, am besten sogar wöchentlich. So bleibst du motiviert und hast die Kraft, auch neue Aufgaben anzugehen. Feiere unbedingt auch die kleinen Erfolge und Bemühungen, die sich ausgezahlt haben. Du hast eine andere Meinung gehabt als der Rest deines Teams und mutig dazu gestanden? Herzlichen Glückwunsch, das ist ein Erfolg! Du hast einen schwierigen Anruf sofort erledigt, statt ihn auf die lange Bank zu schieben? Großartig! Genieße solche Momente bewusst und notiere sie dir.

Der echte Wert des Erfolge feierns liegt im Lernen. Und um zu lernen, müssen wir darüber nachdenken, was wir erreicht haben.

Deine Erfolge zu genießen und zu reflektieren hilft dir dabei, mentale Stärke aufzubauen und deine eigenen Stärken zu erkennen. Sie können dir Aufschluss über deine Methoden geben: Was hat dich bei diesem Mal so erfolgreich gemacht? Kann es als Grundlage dafür dienen, diesen Erfolg auch in Zukunft zu reproduzieren? Lerne aus Erfolgen – aber auch aus Misserfolgen und stärke dein Vertrauen in dich selbst. Leite daraus Strategien ab, die funktionieren und wiederhole sie.

Das klingt einfach und logisch. Ist es aber nicht immer.

Warum es so schwierig ist, das Positive zu sehen

Laut Martin Seligman, dem Begründer der positiven Psychologie, besitzen wir alle ein sogenanntes katastrophisches Gehirn, das immer auf das Schlimmste gefasst ist. Und das, was gut läuft, wird dann gern mal ausgeblendet.

Was passiert da eigentlich in unserem Gehirn? Das katastrophische Gehirn konzentriert sich auf mögliche Gefahren. Heutzutage gibt es diese zwar kaum noch, aber wie jeder Mensch haben wir gewisse Probleme oder Sorgen und die drängen sich schnell in den Fokus unserer Gedanken. Dabei kann es sich um vermeintlich unwichtige Dinge wie unerledigte Aufgaben handeln, die elend lange To-Do-Liste und vieles mehr.

Mit dieser quasi vorprogrammierten Negativität konzentrieren wir uns also auf unsere Misserfolge statt uns für das zu loben, was gut war. Es ist zwar wichtig, Niederlagen nicht zu übersehen, um daraus zu lernen. Aber sind wir mal ehrlich: Den meisten von uns fällt es viel leichter, die eigenen Unzulänglichkeiten und Fehler zu sehen statt die Dinge zu würdigen, die gut funktioniert haben, wo wir erfolgreich waren und wo wir unsere persönlichen und beruflichen Ziele erreicht haben.

Übung:

Hast du dir mal bewusst angeschaut, was du in letzten Monaten erreicht hast? Nimm dir diese Zeit und stell dir die folgenden Reflexionsfragen:

  • Was habe ich geschafft?
  • Was war gut?
  • Was wurde Neues angestoßen?
  • Welche Beziehungen habe ich gestärkt?
  • Welche Probleme habe ich gelöst?

Wenn du genau hinsiehst, wirst du feststellen, dass es viele Dinge gibt, dass es eine Menge Kleinigkeiten gibt, die du schon längst wieder vergessen hast. Mir geht das ganz häufig so, wenn ich in mein Bullet Journal schaue. Meist hechte ich nach einem Erfolg so schnell zur nächsten Aufgabe weiter, dass ich gar nicht merke, wie viel Gutes ich erreicht habe. Seit ich mein Journal führe, empfinde ich viel mehr Dankbarkeit für meine Arbeit und bin ausgeglichener, wenn ich mal nicht erreicht habe, was ich mir vorgenommen habe. Hier erfährst du mehr über den Nutzen des Bullet Journals.

5 Wege, wie Menschen Dankbarkeit für ihre Leistungen zeigen

Jede:r hat eine andere Art und Weise, über vergangene Erfolge zu reflektieren und sie zu feiern. Wir haben unsere Instagram-Community gefragt, wie sie ihren Erfolg feiern und hunderte Antworten erhalten! Hier sind einige, die uns besonders gefallen haben:

„Ich mache mir eine große Tasse Tee und genieße das Gefühl. Dann breitet sich bei mir Dankbarkeit aus und ich fühle mich bereit für neue Aufgaben.“

„Ich tanze und merke, wie mein Körper all die Anspannung freigibt, die sich auf dem Weg hierhin aufgestaut hat.“

„Mein Gefühlsrausch hilft mir, mich neu zu motivieren und die nächste Etappe zu nehmen.“

„Ich genieße meinen Erfolg gern im Stillen und mache mache keine große Party daraus.“

„Erfolge feiere ich am liebsten mit einer Person, dir mir nahesteht oder mich auf meinem Weg zum Erfolg begleitet hat. Wir machen einfach, worauf wir gerade Lust haben – Sushi essen, in die Natur gehen, zusammen lachen – Hauptsache den Moment gemeinsam genießen.“

20 weitere Möglichkeiten, um deine kleinen und großen Erfolge zu feiern

  1. Atme ein paar Momente tief durch.
  2. Gönne dir eine Pause, bevor du zu neuen Aufgaben übergehst.
  3. Leg dich hin und mach erstmal einen ausgedehnten Power Nap.
  4. Teile die Neuigkeiten mit Freund:innen, Familie und Kolleg:innen. Geteilte Freude ist doppelte Freude!
  5. Biete einer anderen Person Hilfe an, damit sie ihr Ziel erreichen kann.
  6. Schreibe deinen Erfolg auf und hänge ihn dort auf, wo du ihn jederzeit sehen kannst.
  7. Danke den Menschen, die dich unterstützt haben.
  8. Nimm Gratulationen und Komplimente an.
  9. Schaue deinen Lieblingsfilm.
  10. Streiche das Ziel von deiner To-Do-Liste.
  11. Geh raus in die Natur.
  12. Beweg dich und zappele wild herum: wie du im Podcast gehört hast, das baut aufgestaute Anspannung ab.
  13. Tu etwas, das dir Spaß macht, für das du dir aber nur selten die Zeit nimmst.
  14. Mach dir etwas Leckeres zu essen.
  15. Schrei es via Social Media in die Welt hinaus, wenn du magst.
  16. Schreib deine Erfolgsgeschichte auf, um sie in einer E-Mail an Kund:innen und Kolleg:innen zu teilen.
  17. Verbringe den Tag mit deiner Familie.
  18. Starte ein Erfolgsjournal oder probier es mal mit dem 6 Minuten Tagebuch.
  19. Feiere eine Party. (Anmerkung: als Introvertierte definiere ich Party als Pizza und Netflix, aber dir wird sicher eine eigene Version von Party einfallen.)
  20. Mach Sport.

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📖 Isabells Buch: „Wie gut soll ich denn noch werden?“*, erschienen im Goldmann Verlag

👉 Mehr über Isabell und ihre Arbeit erfährst du hier.

📓 Warum ein Bullet Journal so wertvoll ist und welches wir verwenden zur Folge

🔗 Selbstzweifel im Job überwinden: 5 Hilfen gegen das Hochstapler-Syndrom

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