Erwischst du dich manchmal dabei, wie du „nur kurz“ etwas bei Pinterest nachsehen wolltest und – peng! – ist eine halbe Stunde vergangen?

Oder du willst einen Artikel oder ein Produkt bei Instagram promoten? Und auch hier wieder: Mist, „aus Versehen“ doch wieder alle Stories angesehen statt zum Tagesgeschäft zurückzukehren.

Gefahren und Ablenkungen lauern an jeder Ecke. Im Büro – und im Home Office ganz besonders. Da sind Pinterest und Instagram nicht die einzigen Übeltäter, sondern außerdem noch die dreckige Arbeitsfläche in der Küche, die volle Waschmaschine und die drei Pakete, die noch geöffnet werden wollen.

Und auch, wenn viele Angestellte denken mögen „siehste, das könnte ich nie“: Trotz dieser Herausforderung würde ich nie wieder tauschen wollen! Von zuhause aus zu arbeiten ist eine wunderbare Möglichkeit – vor allem, weil man auf diese Weise viel mehr Zeit mit den Menschen verbringen kann, die einem wichtig sind (falls du noch mehr überzeugende Gründe brauchst, lies diesen Artikel!).

Gleichzeitig erfordert es viel Selbstdisziplin und Zeitmanagement, im Home Office zu arbeiten. Es gibt niemanden, der dafür sorgt, dass du konzentriert bleibst und dich höflich an deine Pflichten erinnert. Du bist Boss und Angestellte in einer Person! Wie schafft man es da, diszipliniert und produktiv zu bleiben? Keine Sorge, es ist möglich.

Seit ziemlich genau 4 Jahren arbeite ich nun von zuhause aus – diese 7 Überlebenstipps habe ich für mich herausgefunden, um meine Disziplin zu behalten:

Mein kleiner Home Office Knigge

Do:
Finde heraus, wann du am produktivsten bist.

Durch den starren 9-to-5 Rhythmus hat so mancher Angestellte schon gar keine Idee mehr davon, wie seine eigene Höchstform aussehen könnte. Für viele Menschen funktioniert es „gut genug“. Aber sie können sich im Traum nicht vorstellen, wie viel mehr sie aus sich herausholen könnten, wenn sie nach ihrer eigenen inneren Uhr leben würden. Man hält den Status quo für den Standard.

Dabei ist es äußerst lohnenswert, mit der eigenen Leistungskurve zu experimentieren und sich selbst besser kennenzulernen: Ich weiß seit ein paar Jahren, dass ich in 4 Stunden am Abend mehr reißen kann als in den gesamten 8 Stunden zuvor. Im Idealfall heißt das also für mich: Entweder 4 Stunden mehr Freizeit oder 4 Stunden mehr für andere Arbeiten. Als ich mein Buch schrieb, fand ich heraus, dass ich mir gar keinen Stress tagsüber machen muss. Ich hatte damals ein selbst gesetztes Tagesziel von 500 Wörtern (nicht zu sportlich, aber gerade die richtige Dosis, um effektiv zu sein). Wenn ich abends mit dem Schreiben begann, stimmte die Qualität meiner Kapitel und ich kam bedeutend schneller in einen Schreib-Flow, der mich die 500-Wörter-Marke meistens sprengen ließ.

Wenn ich spät abends noch kreativ bin, dann übrigens am liebsten mit Notebook auf dem Bett oder der Couch. Ein bisschen Abwechslung und Variation beim Arbeitsplatz ist gar nicht so schlecht, sondern regt meine grauen Zellen an. Nur als dauerhaften Arbeitsplatz kann ich die eigene Matratze nicht empfehlen. 😉

Don’t:
Lass das Smartphone nicht den Tag bestimmen.

Ich kann es nicht oft genug betonen: Schmeiß das Smartphone aus dem Zimmer! Es darf sich beim Arbeiten nicht in deiner unmittelbaren Reichweite befinden. Am besten sollte euch beide mindestens eine Tür voneinander trennen, damit ihr nicht ständig übereinander herfallt. Diese Erkenntnis traf mich wie ein Blitz, als ich nach einem sehr produktiven Tag feststellte: „Hey, du hast ja heute 6 Stunden lang nicht aufs iPhone geschaut.“ Und guess what: Absolut nichts verpasst!

Das große Problem an Smartphones ist, dass sie uns zu dem Glauben verleiten, wir wären Multitasking fähig, aber das ist ein großer Irrtum. Unser Gehirn arbeitet am effektivsten, wenn wir seriell eine Sache nach der anderen abarbeiten. Wenn wir ständig aufs Smartphone starren, bekommen wir den nötigen Fokus aber gar nicht mehr und unsere Aufmerksamkeit leidet extrem. Weitere interessante Erkenntnisse kannst du in diesem Interview mit Psychologieprofessor Christian Montag nachlesen.

Übrigens: Benachrichtigungen solltest du auch am Desktop Arbeitsplatz abstellen. Wenn du trotzdem Push-Benachrichtigungen am Rechner erhältst, nützt es wenig, dass du vorbildlich dein Smartphone weggelegt hast.

Do:
Nutze Zeitmanagement-Tools.

Routine ist das Wichtigste. Danach kommen Tools. Bestimmte Apps können dir dabei helfen, den Überblick über deine Aufgaben zu behalten. Aber auch, dir nicht zu viel vorzunehmen und zu priorisieren. Welche ich für meinen Alltag nutze, kannst du in meiner umfangreichen Ressourcen-Liste nachlesen.

Um das eigene (oft unbewusste) Verhalten zu tracken, ist besonders das Tool „Rescue Time“* hervorzuheben. Es registriert im Hintergrund, wie viel Zeit du am Rechner mit Arbeiten (und auch Shoppen 🙈) verbringst und schickt dir am Ende der Woche den Nachweis für deine Produktivität. Da kann man sich noch so sehr in die eigene Tasche lügen, am Ende kommt die Stunde der Wahrheit.

Do:
Mach dich hübsch.

Also nicht im Sinne von „mal dir drei Schichten Make-up ins Gesicht“, sondern: Zieh‘ deine Morgenroutine genau so durch, wie du es tun würdest, wenn du einen Bürojob hast, für den du das Haus verlassen musst. Bett machen, duschen, anziehen, immer zur gleichen Zeit frühstücken. Und ERST DANN geht es an den Schreibtisch. Die Macht der Gewohnheit ist hier gefragt, denn sie sorgt für einen stabilen Tagesablauf und legt die Basis für einen produktiven Tag.

Home Office = Pyjamas All Day?

Glaub‘ mir, ich habe mich in den ersten Monaten meiner neu gewonnenen Freiheit für superschlau gehalten und alles genau anders herum gemacht: Ich habe mein Training ausfallen lassen mit dem naiven Vorsatz „ach, das mach ich einfach, wenn ich gerade eine Pause brauche“. Oder: „Im Schlafanzug ist es einfach am gemütlichsten“, sagte ich mir und bin daraufhin natürlich komplett versumpft. Körpergefühl und Wohlbefinden? Nicht besonders prickelnd. Und mit einem miesen Gefühl arbeitet es sich erfahrungsgemäß wie? Richtig – genauso mies!

Mein Home Office Knigge: So bleibe ich produktiv und konzentriert, wenn ich zuhause arbeite. #HomeOffice #Organisation #Tipps #Produktivität #selbstständig #Konzentration #Disziplin

Besonders interessant: Unsere Kleidung beeinflusst nicht nur unser eigenes Empfinden, sondern auch wie wir uns ausdrücken, wenn wir mit anderen reden. Gerade bei wichtigen Telefonaten mit Kunden ist es wichtig, gut gekleidet zu sein, selbst wenn man gar nicht gesehen wird. Zudem am besten eine aufrechte Haltung einnehmen, denn das beeinflusst den eigenen Tonfall. Der Gesprächspartner bemerkt diese Unterschiede. Und wer Kunden zuhause empfängt, zieht sich bitte Schuhe an. Business Talk in Spongebob-Puschen oder Socken geben dem Gegenüber nicht ein Gefühl von Lässigkeit, sondern eher Unbehagen. 😅

Don’t:
Im Chaos arbeiten.

Wenn ich zuhause im Chaos sitze, dann ist in meinem Kopf ebenfalls Chaos. Und das ist nicht nur bei mir so, ganz im Gegenteil. Neurowissenschaftler haben längst nachweisen können, dass unser Gehirn für produktives Arbeiten ein minimalistisches Umfeld bevorzugt. Es lenkt nicht nur unsere Aufmerksamkeit in die falsche Richtung, sondern kostet Energie und erstickt unsere Motivation.

Das erste, was ich morgens nach dem Aufstehen mache, ist lüften und das Bett machen. Nachdem ich meinen ersten Espresso oder Tee hatte, räume ich herumstehendes Geschirr weg. Damit ist schonmal das Gröbste erledigt und ich werde nicht durch herumliegende Gegenstände genervt. Es ist ohnehin eine gute Angewohnheit, Dinge gleich wegzulegen, nachdem man sie verwendet hat. Ich räume meinen Schreibtisch abends nach Feierabend gleich auf: Teetassen wegbringen, Bücher zurückstellen, alte Merkzettel entsorgen, Unterlagen sauber stapeln – fertig. So sammelt sich nie viel an und es kostet mich vielleicht 2 Minuten. Die hat wirklich jeder.

Do:
Denk an deine Gesundheit.

Da du dein eigener Boss bist, kann es dir definitiv nicht egal sein, mit welchem Treibstoff du deinen Körper und dein Gehirn betankst.

Dein Input bestimmt den Output.

Wenn du keine gesunden Snack-Optionen im Haus hast, wird folgendes passieren: Du bekommst Hunger, du kannst dich nicht mehr konzentrieren und denkst nur noch ans Essen. Weil du nicht vorgeplant hast, fallen dir nur Schokoriegel oder überzuckerte Joghurts in die Hände. Weil die meisten weiterverarbeiteten Lebensmittel keine Nährstoffe bieten und viel zu schnell verstoffwechselt werden, geht das Spiel bald von vorn los. Dieser Teufelskreis ist ein gewaltiger Produktivitätskiller. Nicht nur für Menschen, die im Home Office arbeiten, sondern gerade auch für Angestellte, die oft auf Fertigfutter zurückgreifen.

Statt „have a break, have a Kit Kat“ empfehle ich: „feed your adventure“. Das ist der Slogan von meinen geliebten Clif Bars. 😉 Alle Clif Bar Riegel sind natürlich und aus gesunden Zutaten hergestellt (+ sogar vegan!). Was ich außerdem immer da habe: Äpfel und anderes Obst, Nüsse (meine aktuelle Leidenschaft sind Pekannüsse) und die Vollkorncracker von Finncrisp in verschiedenen Sorten. Es gibt so viele leckere Lebensmittel, die lange satt halten – man muss sie nur großzügig im Vorrat haben.

Do:
Geh‘ oft genug vor die Tür.

A propos Gesundheit…viele, die von Zuhause aus arbeiten, stellen fest, dass sie nicht mehr so oft vor die Tür kommen. So ging es mir auch eine ganze Weile, zumal ich (als ausgewiesener Introvert) auch super gerne zuhause bin! Mein Körper hat darunter aber gelitten. Ich bekam Verspannungen und fühlte mich insgesamt energielos und abgeschlagen. Also habe ich seit einiger Zeit die Gewohnheit entwickelt, jeden Tag 30 Minuten Sport einzubauen und mindestens einmal vor die Tür zu gehen. Und sei es nur, um ein einziges Lebensmittel zu kaufen, das noch auf meiner Liste steht.

Essentielle Arbeitstools

Wenn du wissen möchtest, welche Apps und Tools ich nutze, um mich besser zu konzentrieren und den Fokus zu behalten, dann wird dich dieser Artikel sicher interessieren:

Let’s talk tech: ALLE Apps, Geräte und Techniken, die den Kopf beim Arbeiten freihalten


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Welche Maßnahmen helfen dir am besten, um dich nicht ablenken zu lassen?

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