Ich habe mich schon so lange auf diesen Artikel gefreut! Da ich diesen Blog nicht zuletzt Produktivitätsthemen gewidmet habe, möchte ich euch heute DAS Produktivitäts-Tool vorstellen, das mir die letzten zwei Jahre den größten persönlichen Nutzen gebracht hat. Und ich bin mir sicher, dass einige gleich ganz verstohlen zur Seite schauen werden, denn dieses Thema wird bei vielen ganz sicher einen wunden Punkt treffen.

Wir lesen so viele Bücher über Produktivität und Selbstoptimierung, freuen uns über jeden kleinen Trick, mit dem wir unsere Konzentration bei der Stange halten können und verlieren so manches Mal wirklich das große Ganze aus dem Auge. Und dieses große Ganze bedeutet nichts anderes, als unserem Körper das zu geben, was er braucht. Dann arbeitet er nämlich fast von ganz allein.

Schluss mit Couch Potato

Warum Sport? Weil das ungelogen der Meilenstein bei mir war, der mir am meisten geholfen hat, fitter, frischer, produktiver, durchsetzungsfähiger, ausdauernder und mutiger zu werden. Und ich mache nicht einmal viel Sport. Nicht zuletzt hat Sport bei mir auch seinen Teil dazu geleistet, dass ich inzwischen deutlich mutiger bin und besser mit meinen Selbstzweifeln umgehen kann.

Warum ich so euphorisch bin, liegt daran, dass die ersten 25 Jahre meines Lebens nicht so sportlich waren. Das ging früh los: Obwohl ich im zarten Alter von drei Jahren mit Ballet anfing und auch Spaß daran hatte, hörte ich damit schon nach kurzer Zeit wieder auf. Warum, weiß ich gar nicht so genau.

Dann kam die Schulzeit. Die Grundschule ging ja noch, da musste man ja nur Völkerball spielen. Das Gymnasium war dann der Horror. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals eine andere Note als 4 = ausreichend gehabt zu haben. So nach dem Motto: „Immerhin warst du physisch anwesend.“

Ich hatte nie einen athletischen Körper und fand auch null Gefallen daran, mit vollem Einsatz einem Ball hinterher zu jagen. Ich stand immer nur ängstlich in irgendeiner Ecke herum und wurde logischerweise auch von keinem freiwillig in eine Mannschaft gewählt. Ich habe mir bei den Bundesjugendspielen auch gern mal einen Fuß verknackst, um der Schmach zu entkommen, dass jeder mitbekommt, wie schlecht ich in Leichtathletik bin. In meiner Freizeit habe ich mich auch nicht viel bewegt. Eine kurze Mitgliedschaft in einer Akrobatik-Gruppe hat da auch nicht viel gebracht.

Ihr seht also: Nix mit viel Bewegung in der Kindheit, gute Gene oder so. In meiner Familie hatte man einen besseren Stand, wenn man durch seine kognitiven Qualitäten glänzen konnte als durch athletische Topform. Wir spielten Mastermind oder Malefiz, aber bestimmt nicht Handball oder Hockey. Ich mag mich ja irren, aber es könnte daran gelegen haben, dass niemand in meiner Familie Sport mochte? – „Sport, was ist das? Das ist anstrengend, oder?“

Gesünder, konzentrierter, selbstbewusster?

Am Ende entschied ich Sportmuffel also doch, ernst zu machen. Die Gründe sind vielfältig: Ich habe keinen guten Rücken. Skoliose von Kindheit an, zwar nicht schlimm, aber immerhin so, dass es dafür reichte, Krankengymnastik verordnet zu bekommen. Die erlernten Übungen habe ich natürlich nie wieder gemacht. Wieso denn auch? Ich habe ja nicht die unmittelbare Strafe dafür verspürt. Vielleicht wäre das besser für uns alle: Immer wenn wir unseren Körper vernachlässigen, müsste es gleich Blitze regnen und uns Stromschläge verpassen. Vielleicht würden wir dann merken, wie wir unseren Körper systematisch herunterwirtschaften.

„Gäbe es Sport als Tablette, wäre er das am häufigsten verschriebene Medikament der Welt“ (Emory University, medizinische Fakultät). – Wie du durch #Sport und regelmäßige #Bewegung konzentriert, ausgeglichen und produktiv wirst. #Gesundheit #Komfortzone #Produktivität #Selbstmanagement

Zudem habe ich nach sechs Jahren Büroarbeit einfach gemerkt, was für ein fauler Klumpen Keksteig ich geworden war. Wenig Energie, dauernd krank, oft müde und gereizt, keinerlei Stressresistenz und Durchhaltevermögen. Meine sozialen Ängste  waren damals besonders schlimm. Na klar, ich hatte ja auch keinerlei Energie, um mich abzugrenzen. Mittlerweile weiß ich: Durch Sport erwirbt man nicht nur körperliche Stärke, sondern auch mentale. Jeder noch so kleine Trainingserfolg motiviert mich und macht mich selbstsicherer.

Na klar können oben genannte Symptome auch schwerwiegendere Gründe wie eine unentdeckte Krankheit haben. Aber ganz ehrlich: Wir sind doch mittlerweile so faul, dass wir fast daran glauben krank zu sein statt auf die Idee zu kommen, mal etwas Bewegung in den Alltag zu integrieren.

„Aber ich habe keine Zeit für Sport! Ich arbeite so viel.“

Ja, den Satz kenne ich von mir selbst. Aber ich halte das für Unsinn. Ich mache täglich nur 20-30 Minuten mein Training. Ich gehe laufen oder powere mich mit Bodyweight- und Kettlebelltraining aus. Samstags und Sonntags mache ich meistens nichts oder gehe nur spazieren. Das ist wirklich nicht viel und absolut nichts, womit ich angeben könnte. Deswegen glaub mir, wenn ich sage: Das einzige, was wirklich zählt, ist die Routine! Mach etwas, das dir wirklich Spaß macht. Und wenn es nur 10 Minuten am Anfang sind, mach es!

Dein Körper wird es dir wirklich danken. Ganz egal, ob du 20, 30 oder 40 bist – dein Körper braucht die Bewegung, sonst geht er ein. Sandra vom Karriereblog „Frau Frei und“ hat neulich beim Kaffee einen unheimlich intelligenten Satz zu mir gesagt: „Du bist dein eigenes Kapital.“ Sie hat sowas von Recht! Gerade wenn man selbstständig ist, sollte man sich diesen Gedanken ins Hirn meißeln lassen. Wir müssen unseren Körper pflegen und alles dafür tun, dass er seine Kraft solange wie möglich erhalten kann.

Alle Vorteile auf einen Blick

1: Bewegung bringt das Immunsystem auf Trab. Das stimmt! Ich war immer ein kränklicher Mensch, der beim kleinsten Windstoß eine fette Erkältung bekam. In den letzten drei Jahren hatte ich kaum noch Probleme. 1-2 mal im Jahr die üblichen Grippeattacken im Frühjahr und Herbst und das war’s.

2: Bewegung entspannt nicht nur, sondern steigert das Selbstvertrauen. Nicht nur Glückshormone werden vermehrt ausgeschüttet, sondern auch Stresshormone schneller abgebaut, zum Beispiel Adrenalin, Cortisol und Noradrenalin. Also doppelt genial. Ich liebe dieses Gefühl, von einem Lauf zurückzukommen und zu merken, wie der ganze Druck und Stress des Tages von mir abfällt! Ich bin deutlich ausgeglichener und kann Distanz zu meinen Problemen gewinnen. Gerade für einen schüchternen Menschen mit vielen sozialen Ängsten kann Sport Wunder wirken.

3: Du schläfst besser. Stimmt auch. Ich habe eine App auf meinem iPhone, die den eingebauten Gyrocompass im iPhone nutzt, um meine Bewegungen in Schlaf zu messen. Das gibt Aufschluss über meine Schlafqualität. Ich kann hier selbst Parameter tracken, die meinen Schlaf beeinflussen, z.B. Sport, spätes Essen, Kaffee etc. An den Tagen, an denen ich Sport gemacht habe, habe ich eine wesentlich ausgeglichenere Statistik über meine Tiefschlafphasen. Diese These kann ich also stützen. Mehr über eine gute Schlafhygiene liest du hier.

4: Knochen und Muskeln werden gestärkt. Das habe ich sehr schnell gemerkt. Meine Arme waren Pudding und ich konnte nur einen Liegestütz. Mein jetziger Rekord liegt bei 36 und Nackenverspannungen treten wesentlich seltener auf.

5: Das Risiko, Depressionen zu bekommen, verringert sich. Ich weiß, was Depressionen sind. In meiner Familie gibt es einige Fälle und ich selbst hatte vor einigen Jahren mehrfach depressive Phasen. Sport ersetzt ganz sicher kein Medikament, eine Therapie oder erhebt gar den Anspruch, eine Depression heilen zu können – ich kann aber bestätigen, dass frische Luft ruhiger und ausgeglichener machen, siehe oben. Eine Studie der Charité Berlin zeigte sogar, dass Bewegung bei vielen Patienten mit Angststörungen und Depressionen sogar ebenso hilfreich sein kann wie eine Verhaltenstherapie! Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.

6: Noch ein netter Nebeneffekt bei mir: Man kann mir endlich ohne Drama Blut abnehmen. Yay! Vorher musste man ewig in meinen Armen herumstochern, um eine geeignete Vene zu finden. Inzwischen sind die super sichtbar! Und mein Blutdruck, der vorher immer zu niedrig war, beträgt bei den regelmäßigen Messungen beim Arzt mustergültige 119/82.

Dass man durch regelmäßige Bewegung natürlich auch sein Gewicht hält, muss ich nicht extra erwähnen. Mir geht es vielmehr darum zu zeigen, wie wichtig tägliche Bewegung für uns alle ist. Wie oft höre ich den Satz: „Aber du musst doch kein Sport machen, du bist doch schon schlank.“ Bitte liebe Leute, das kann doch nicht ernst gemeint sein! Aber es zeigt, wie wenig wir leider über unseren eigenen Körper wissen.

Zusammenfassend kann ich also sagen: Sport ist DIE Waffe, um jeden Tag mit mehr Energie anzugehen. Man ist leistungsfähiger, widerstandsfähiger und vor allem auch emotional ausgeglichener. Das sind Dinge, die man auch gerade im Berufsleben nicht unterschätzen sollte. Übrigens heisst es auch oft, wer im Fitnessbereich Ausdauer und Durchsetzungsvermögen beweist, tut dies auch in allen anderen Bereichen des Lebens. Ist sicherlich etwas dran! Kaum etwas, was man für seine Gesundheit tun kann, ist so effektiv wie Bewegung.

Videoempfehlung

Dieser brandneue TED-Talk zum Thema Neurowissenschaft und Sport wird dich ganz sicher plätten:

So, und nun möchte ich von dir wissen: Was tust du für deinen Körper? Welche Art Sport und Bewegung tut dir nach einem harten Tag gut?

„Gäbe es Sport als Tablette, wäre er das am häufigsten verschriebene Medikament der Welt.“ Veränderungen, die ich an mir bemerkt habe, seit ich Sport mache. #mentale #Stärke #Mentaltraining #Selbstbewusstsein #Stress #reduzieren

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