„Hi, ich bin Melina und ich arbeite von zuhause.“ Und alle so: „Oh, wie entspannt. So einen Tagesablauf hätte ich ja auch gern. Fühlt sich bestimmt gar nicht wie Arbeit an!“

Haha, klar. Ich liege den ganzen Tag nur herum, trage Jogginghosen und hin und wieder schiebe ich den Cursor mal ein wenig über den Bildschirm meines unverschämt großen iMac. – Heute lache ich über diese Vorstellung. Im Home Office arbeiten kann verdammt hart sein, denn es erfordert eine Menge Selbstdisziplin, Klarheit und Struktur. Seit Corona haben die meisten großen Respekt vor der Arbeit zuhause, denn viele haben am eigenen Leib erfahren, wie viel Konzentration und Fokus es erfordert, einen produktiven Tagesablauf zu haben.

Es gab aber auch Zeiten, in denen ich rot angelaufen bin und dachte: „Die haben Recht, wenn es sich so gut anfühlt und man jeden Tag ausschlafen kann, ist das keine Arbeit.“

Woher kommt eigentlich diese Annahme, dass Arbeit sich so richtig anstrengend und elend anfühlen muss, damit man sich am Ende des Tages auf die Schulter klopfen darf?! → Hier erfährst du die Antwort, dem Ganzen bin ich nämlich mal historisch auf den Grund gegangen.

Heute schäme ich mich jedenfalls nicht mehr, wenn ich gefragt werde, wie ein typischer Arbeitstag bei mir aussieht. Denn ich weiß ja, dass ich mir meine Freiheiten selbst erkämpft habe. Für viele mag das wie ein Traum klingen. Aufstehen und schlafengehen, wann man will, zwischendurch einfach mal eine Stunde nichts tun und Pause machen – läuft. 😎

Aber das, was viele für das Paradies auf Erden halten, geht auch mit großer Verantwortung einher. Einer Verantwortung, die eigentlich nur sehr wenig Menschen wirklich übernehmen möchten. Ja, die Selbstständigkeit ist nicht für jeden etwas – aber wenn man das einmal erkannt hat, kann man sich auch die neidvollen Blicke verkneifen.

Gleich siehst du, wie ein typischer Arbeitstag bei mir abläuft. Disclaimer: Im Idealfall natürlich. Du weißt ja, manchmal kommt etwas dazwischen, was sich Leben nennt.

Mein typischer Tagesablauf

09:00 Uhr
Ich wache auf. Nein, das ist kein Witz. Im Sommer wache ich meist zwischen 8 und 9 Uhr auf, im Winter zwischen 9 und 10 Uhr. Ich bin eine Eule, wie sie im Buche steht. Ich kann morgens wirklich kaum geradeaus gucken, geschweige denn sinnvolle Sätze bilden. Weil ich weiß, dass ich um diese Zeit absolut nicht leistungsfähig bin, würde ich mir in der Regel auch keine Termine vor 11 Uhr in den Kalender setzen.

09:10 Uhr
90 Minuten Meditation.

– Haha, kleiner Witz. Ich meditiere nicht. Aber ich schreibe in mein Journal. Diese Routine nimmt maximal 5 Minuten meiner Zeit in Anspruch, ist aber eines der wichtigsten Ereignisse in meinem Tagesablauf. Ich schreibe in mein Bullet Journal, wie ich mich fühle, was ich erreichen möchte und was ich heute für mich persönlich tun möchte. Auch gleich die Pausen neben den obligatorischen To-Do’s mit einzuplanen, stellt sicher, dass ich auch mal vom Schreibtisch wegkomme und nicht durcharbeite. Sonst bin ich am Abend komplett überdreht und bekomme das Gedankenkarussell nicht mehr abgestellt.

09:15 Uhr
Duschen/Anziehen/Schminken. Ich mache alles genauso, als wenn ich jeden Moment das Haus verlassen wollte: Schöne, ordentliche Kleidung und ein leichtes Make-up. Das gehört zu meiner festen Morgenroutine, weil es mein Selbstwertgefühl hebt. Gammellook und Schlafanzug gehört für mich nicht in einen Business-Alltag, Home Office hin oder her (hier findest du einen kleinen Home Office Knigge). Ich fühle mich gleich viel kompetenter, wenn ich gut aussehe. Das sind so kleine Psycho-Tricks.

09:45 Uhr
So gegen 10 Uhr gehen Timon und ich spazieren. Es macht uns wach und die Runde in der Natur schenkt so viel Klarheit! Manchmal hänge ich auch noch 20 Minuten Krafttraining dran, je nach Tagesform. Aber Bewegung muss bei uns unbedingt sein! Warum? Weil wir gemerkt haben, dass körperliche Fitness richtig produktiv macht! Zudem ist es bei uns Büropflanzen extrem wichtig genug Bewegung zu bekommen. Wir haben nichtmal einen Arbeitsweg, da muss also dringend ein Ausgleich her! Wenn wir Sport ausfallen lassen, dann läuft der Tag meistens nicht so rund.

11:00 Uhr
Meistens lege ich dann mit ein paar administrativen Arbeiten los: E-Mails checken, beantworten, Kommentare in den sozialen Medien beantworten. Außerdem plane ich, was ich als nächstes an Inhalten mit dir im Mut-Letter oder auf meinen Kanälen teilen will oder arbeite neue Podcast-Themen aus. Es gibt keinen Grund, dass ich mich schon früher mit Mails und Nachrichten verrückt mache. E-Mails sind ein langsames Medium. Wer wirklich etwas Eiliges möchte, ruft an. Mehr interessante Überlegungen zum Thema Erreichbarkeit findest du hier.

12:00 Uhr
Von Frühstück hast du hier bisher gar nichts gelesen. Das liegt daran, dass sich mein Körper ganz gut auf intermittierendes Fasten eingestellt hat. Ich habe vor 11-12 Uhr keinen Hunger und trinke meistens nur Wasser. Spätestens jetzt gibt es aber erstmal ein großes Oatmeal mit viel frischem Obst und Nussmus. Große Liebe!

12:45 Uhr
Wenn ich einen guten Arbeitstag erwischt habe, habe ich jetzt zumindest einen guten Überblick über meine Aufgaben und auch schon einige Anfragen abgearbeitet. Es kommen täglich Anfragen für Interviews oder Kooperationen rein und für solche E-Mails brauche ich relativ viel Zeit. Gerade dann, wenn ich sie – wie in 8 von 10 Fällen – absage und erkläre, warum. In den Mittagsstunden habe ich auch häufig Podcast-Interviews oder Zoom-Meetings.

15:00 Uhr
Meine Konzentration lässt langsam nach. Was ich jetzt auch gerne mache, sind Fortbildungen. Ich höre zum Beispiel Hörbücher für Business und persönliche Weiterentwicklung und mache mir dazu Notizen. Wenn ich dabei draußen in der Sonne sitzen kann – umso besser. Kreative Arbeit verlege ich in den frühen Abend.

16:00 Uhr
Meistens mache ich jetzt eine Pause, weil ich erst in den Abendstunden am besten kreativ arbeiten kann und nachmittags auch einfach oft apathisch vor mich hinstarre (oder ins Smartphone). Warum zwanghaft versuchen etwas zu erledigen, das man zu einem anderen Zeitpunkt mit deutlich weniger Energie schafft?

18:00 Uhr
Jetzt wird endlich groß gekocht. Einmal im Monat bestelle ich mir auch total gerne eine Kochbox von HelloFresh. Vor allem, wenn man nicht viel Zeit zum Kochen hat, weil man noch reichlich Projekte vor sich hat oder schlichtweg erschöpft ist, ist die Kochbox eine echte Hilfe. Fast alle Rezepte lassen sich in 30-45 Minuten zubereiten und bestehen aus frischen Lebensmitteln. Außerdem verhindert sie effektiv, dass ich wieder in meinen „Nudeln-mit-Pesto-aus-dem-Glas“-Trott zurückfalle (*Partnerlink: mit diesem Link bekommen wir beide einen fetten Gutschein geschenkt).

19:00 Uhr
Weiter geht’s mit den restlichen Punkten meiner To-Do-Liste. Jetzt laufe ich richtig warm und komme in meinen Arbeits-Flow. In dieser Zeit kann ich die Aufgaben angehen, die mich mental am meisten fordern und hohe Konzentration verlagen. Konzepte, Produktideen, Marketing und vieles mehr läuft erst zu später Stunde richtig gut an. – Und nein… ich vermisse es absolut nicht, um 20:15 Uhr den Fernseher nicht eingeschaltet zu haben. Ich habe auch kein Netflix-Abo.

24:00 Uhr
So jetzt merkst du auch, warum ich lange schlafe. Mein Feierabend ist eigentlich gar nicht so wirklich vorhanden. Dafür mache ich tagsüber viele Pausen und lese auch einfach mal ein Buch im Park (hier gehts zu meiner Leseliste). Ich gehe faktisch nie vor 1 Uhr nachts schlafen. Die meisten können es sich nicht vorstellen, so spät noch zu arbeiten, aber für mich klappt es hervorragend. Ich habe zu späterer Stunde erst richtig Energie und eine gute Konzentration. Bei Timon ist es zum Glück genauso, da müssen wir uns kaum absprechen.

Mein Tagesablauf im Home Office: Aufstehen und schlafen, wann ich will, zwischendurch mal gar nichts tun – läuft. Oder doch nicht? #stillundstark #vanillamind

Arbeiten in Einklang mit dem eigenen Biorhythmus

Klar könnte ich auch zwischen 7 und 8 Uhr aufstehen und versuchen, in diesem Rhythmus meinen Tag zu planen. Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass das (zumindest bei mir) für die Katz ist. Ich kenne meine produktiven Zeiten mittlerweile sehr gut. Ich kann jedem nur empfehlen sich gut selbst kennenzulernen und herauszufinden, wie die eigene innere Uhr tickt. Das kann bei jedem anders sein.

Manchmal schaffe ich abends in 3-4 Stunden die gleiche Arbeit, die ich früher in meinem Job innerhalb des 8-Stunden-Tages geschafft habe.

Es gibt Tage, da schaffe ich wirklich nichts. Da geht morgens in meiner Routine schon irgendwas schief und der ganze Rest-Tag ist ein Drama: miese Laune, keine Konzentration, lauter störende Anrufe und am Ende des Tages Frust, weil ich mir der Tatsache bewusst bin, dass ich auf diese Weise natürlich kein Geld verdiene. Das kann locker mehrere Tage/Wochen (!) am Stück so gehen und mitunter fühle ich mich dann wie ein nutzloses Häufchen Elend.

Die Sache mit der Eigenverantwortung

Timon und ich sind selbst dafür verantwortlich, dass jeden Monat die laufenden Kosten gedeckt werden können. Auch, wenn nicht permanent neue Arbeit ins Haus flattert. Man muss sich ständig weiterbilden, um am Puls der Zeit zu sein und seinen Kunden den größtmöglichen Nutzen bieten zu können. Solche Weiterbildungen müssen fest im Jahresbudget eingeplant sein, weil sie hunderte bis tausende Euro kosten können. Wir müssen außerdem darauf achten, mit anderen im Dialog zu bleiben, denn allein verzettelt man sich schnell und einem fehlt der kreative Input und die Perspektiven von anderen. Zudem lernt man gerade am Anfang auf einige Dinge zu verzichten, z. B. auf Taschengeld für Shopping-Touren oder Restaurant-Besuche, einen Urlaub oder sogar auf ein Auto. Aber dafür bestimmen wir unseren Tagesablauf selbst und das ist uns so viel mehr wert!

Die Selbstständigkeit allgemein erfordert schon viel Eigenverantwortung. Aber so ein typischer Arbeitstag im Home Office setzt dem Ganzen nochmals ein kleines Krönchen auf: Wer zuhause arbeitet, muss top organisiert sein. In den Tag hineinleben und keinen Plan zu haben, ist unmöglich und gefährdet die eigene Existenz.  Es gibt niemanden, der dafür sorgt, dass du konzentriert bleibst und dich höflich an deine Pflichten erinnert. 

So viel also vom Pyjama-Märchen und living La Dolce Vita. Trotzdem würde ich niemals tauschen wollen und genieße meine Freiheit sehr!

Und jetzt bin ich gespannt auf deinen Kommentar: Wie sieht dein Tag aus und was gefällt dir am besten daran?

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