Hallo, ich bin Melina und ich arbeite von zuhause. Ich koste mein Introvertierten-Dasein voll aus. Und alle so: „Oh. Das ist bestimmt super entspannt.“ Klar, ist es! Ich liege den ganzen Tag nur im Bett, trage Jogginghosen und hin und wieder schiebe ich den Cursor mal ein wenig über den Bildschirm meines unverschämt großen iMac.

Okay, fast. Früher bin ich bei der Frage nach meiner Tätigkeit tatsächlich rot angelaufen. Ich dachte: „Was sich nicht wie Arbeit, sondern eher wie ein Hobby anfühlt und die meiste Zeit echt erfüllend ist, kann ja keine Arbeit sein, oder?“ Weit gefehlt. Und überhaupt, woher kommt denn diese Annahme, dass Arbeit sich auch wirklich so richtig anstrengend anfühlen muss, damit man sich für so viel Leiden am Ende des Tages auf die Schulter klopfen darf?! (→ Hier erfährst du die Antwort, dem Ganzen bin ich nämlich mal auf den Grund gegangen.)

Heute schäme ich mich nicht mehr, wenn ich das gefragt werde. Denn ich weiß ja, dass ich mir meine Freiheiten selbst erkämpft habe. Für viele mag das wie ein Traum klingen. Aufstehen und schlafengehen, wann man will, zwischendurch einfach mal eine Stunde nichts tun und Pause machen – läuft. Aber das, was viele für das Paradies auf Erden halten, geht auch mit großer Verantwortung einher. Einer Verantwortung, die eigentlich nur sehr wenig Menschen wirklich übernehmen möchten. Ja, Freelancen ist nicht für jeden etwas – aber wenn man das einmal erkannt hat, kann man sich auch die neidvollen Blicke verkneifen.

Wie sieht er denn nun im Idealfall, mein Tagesablauf?

Mein Tagesablauf (im Idealfall)

10:00 Uhr
Ich wache auf. Nein, das ist kein Witz. Ich stehe wirklich erst um 10 Uhr auf. Oft sogar erst um 10:30 Uhr. Skandal! Meistens drehe ich mich noch 1-2 mal um oder werde langsam wach, bevor ich halbwegs geradeaus gucken kann. Eine Minute tief ein- und ausatmen ist auch ein gutes Mittel, um entspannter den Tag zu beginnen.

10:30 Uhr
Ich trinke einen Shake oder Smoothie zum Frühstück und mache dann mein 30-minütiges Sportprogramm. Jeden Tag, außer Samstags und Sonntags. Manchmal sind es auch nur 20 Minuten, aber ich mache jeden Tag ein bisschen Sport. Warum? Weil ich gemerkt habe, dass körperliche Fitness richtig produktiv macht! Ich brauche nicht mal Kaffee, um fit für den Tag zu sein. Mir hilft diese Routine sehr, um aufnahmefähig zu sein. Und das, obwohl ich ein totaler Sport-Muffel bin. Aber wenn ich den Sport ausfallen lasse, dann läuft der Tag meistens nicht so rund.

11:15 Uhr
Duschen/Anziehen/Schminken. Ich mache alles genauso, als wenn ich jeden Moment das Haus verlassen wollte: Schöne, ordentliche Kleidung und ein leichtes Make-up. Das gehört zu meiner festen Morgenroutine, weil es mein Selbstwertgefühl hebt. Gammellook und Schlafanzug gehört für mich nicht in einen Business-Alltag, Home Office hin oder her (hier findest du einen kleinen Home Office Knigge). Ich fühle mich gleich viel kompetenter, wenn ich gut aussehe. Das sind so kleine Psycho-Tricks.

12:00 Uhr
Ich plane meine Arbeit für den Tag, gehe die Projekte durch und entscheide, was heute Priorität hat. Auf dieser Basis stelle ich meine tägliche To-Do-Liste zusammen. Da ich ja bei meinem Mann mitarbeite, sprechen wir uns gegenseitig ab. Es gibt auch wiederkehrende Aufgaben, die ich mir immer auf denselben Tag lege. Zum Beispiel schreibe ich montags immer die Outline für den kommenden Artikel, Dienstag und Mittwoch schreibe ich und shoote das Artikelfoto. Sonntags abends schreibe ich den Vanilla Mind-Montagsletter für meine Leserinnen (Du bist noch nicht dabei? Dann hol dir deine Montags-Motivation und melde dich unter diesem Artikel an oder hier 🖤).

13:00 Uhr
Mittagessen fällt bei mir eher klein aus. Ich bin von meinem späten Proteinshake noch relativ voll und mache mir meistens ein Oatmeal mit Obst und Nussmus. Ich kann das wirklich jeden Tag essen, ich liebe es einfach. Meistens lege ich dann mit ein paar administrativen Arbeiten los: E-Mails checken, beantworten, Kommentare beantworten und planen, was ich als nächstes an wertvollen Inhalten auf meinen Kanälen mit euch teilen will.

14:00 Uhr
Dann kommt meine To-Do-Liste ins Spiel: Wenn ich einen guten Tag erwischt habe, schaffe ich es ganz gut am Ball zu bleiben. An schlechten Tagen – und die gibts leider häufiger als man zugeben will – muss ich mir etwas überlegen, um konzentriert zu bleiben und wirklich etwas wegzuschaffen. Zum Beispiel das Arbeiten in sogenannten Pomodoros (hier erkläre ich diese Technik genauer). Welche Tricks mir noch dabei helfen, habe ich detailliert in meinem kostenlosen E-Book beschrieben (du kannst es dir unter diesem Beitrag herunterladen).

18:00 Uhr
Pause. Und jetzt wird auch groß gekocht. Ich habe einen Speiseplan, in dem für jeden Tag genau festgehalten ist, was ich kochen werde. Das spart mir eine Menge Zeit. Früher hätte ich ratlos vorm Kühlschrank gestanden und jede Menge Zeit damit vertrödelt, mir was Kreatives auszudenken. Oder es hätte ein langweiliges Fertiggericht gegeben. So ein Essensplan ist sehr hilfreich: Ich plane immer für die aktuelle Woche und dann in einem Rutsch für alles ein. Jeden zweiten Tag in den Supermarkt zu rennen, weil man schlecht geplant hat, ist ein richtiger Zeitfresser.

Einmal im Monat bestelle ich mir auch total gerne eine Kochbox von HelloFresh. Vor allem, wenn man nicht viel Zeit zum Kochen hat, weil man noch reichlich Projekte vor sich hat oder schlichtweg erschöpft ist, ist die Kochbox eine echte Hilfe. Fast alle Rezepte lassen sich in 30-45 Minuten zubereiten und bestehen aus frischen Lebensmitteln. Außerdem verhindert sie effektiv, dass ich wieder in meinen „Nudeln-mit-Pesto-aus-dem-Glas“-Trott zurückfalle (*Partnerlink: mit diesem Link bekommen wir beide 20 Euro für die Kochbox geschenkt).

20:30 Uhr
Weiter geht’s mit den restlichen Punkten meiner To-Do-Liste. Jetzt laufe ich richtig warm und komme in meinen Arbeits-Flow. In dieser Zeit kann ich die fordernsten und kreativsten Arbeiten gut angehen. Konzepte, Produktideen, Marketing und vieles mehr läuft erst zu später Stunde richtig gut an. Oh nein… ich vermisse es absolut nicht, um 20:15 Uhr den Fernseher nicht eingeschaltet zu haben. Ich habe auch kein Netflix-Abo. Wenn mich wirklich etwas interessiert, kaufe ich mir einen Staffelpass bei iTunes und wähle meine Unterhaltung ganz bewusst.

24:00 Uhr
So jetzt merkt man auch, warum ich lange schlafe. Mein Feierabend ist eigentlich gar nicht so wirklich vorhanden. Dafür mache ich tagsüber viele Pausen und lese auch einfach mal ein buch im Park. Ich gehe faktisch nie vor 1 Uhr nachts schlafen. Die meisten können es sich nicht vorstellen, so spät noch zu arbeiten, aber für mich klappt es hervorragend. Ich habe zu späterer Stunde erst richtig Energie und eine gute Konzentration.

Klar könnte ich auch zwischen 7 und 8 Uhr aufstehen und versuchen, in diesem Rhythmus meinen Tag zu planen. Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass das (zumindest bei mir) für die Katz ist. Ich kenne meine produktiven Zeiten mittlerweile sehr gut. Ich kann jedem nur empfehlen sich gut selbst kennenzulernen und herauszufinden, wie die eigene innere Uhr tickt. Das kann bei jedem anders sein.
Manchmal schaffe ich abends in 3-4 Stunden die gleiche Arbeit, die ich früher in meinem Job innerhalb des 8-Stunden-Tages geschafft habe.

„Was sich nicht wie Arbeit anfühlt und die meiste Zeit echt erfüllend ist, kann ja keine Arbeit sein, oder?“ Weit gefehlt. Heute schäme ich mich nicht mehr, wenn ich über meinen Tagesablauf rede. #selbstständig #sein #Organisation #Vorurteile #Verantwortung #Beruf

Die Sache mit der Verantwortung

Es gibt Tage, da schaffe ich wirklich nichts. Da geht morgens in meiner Routine schon irgendwas schief und der ganze Rest-Tag ist ein einziges Drama: miese Laune, keine Konzentration, lauter störende Anrufe und am Ende des Tages Frust, weil man sich der Tatsache bewusst ist, dass man auf diese Weise natürlich kein Geld verdient. Das kann locker mehrere Tage/Wochen (!) am Stück so gehen und mitunter fühle ich mich dann wie ein nutzloses Häufchen Elend.

Mein Mann und ich sind selbst dafür verantwortlich, dass jeden Monat die laufenden Kosten gedeckt werden können. Auch, wenn nicht permanent neue Arbeit ins Haus flattert. Man muss sich ständig weiterbilden, um am Puls der Zeit zu sein und seinen Kunden den größtmöglichen Nutzen bieten zu können. Solche Weiterbildungen müssen fest im Jahresbudget eingeplant sein, weil sie hunderte bis tausende Euro kosten können. Wir müssen außerdem darauf achten, mit anderen im Dialog zu bleiben, denn allein verzettelt man sich schnell und einem fehlt der kreative Input und die Perspektiven von anderen. Zudem lernt man gerade am Anfang auf einige Dinge zu verzichten, z. B. auf ein Taschengeld für Shopping-Touren oder Restaurant-Besuche, einen Urlaub oder sogar auf ein Auto.

Die Selbstständigkeit allgemein erfordert schon viel Eigenverantwortung. Aber so ein Arbeitstag im Home Office setzt dem Ganzen nochmals ein kleines Krönchen auf: Wer zuhause arbeitet, muss top organisiert sein. In den Tag hineinleben und keinen Plan zu haben, ist unmöglich und gefährdet die eigene Existenz.  Es gibt niemanden, der dafür sorgt, dass du konzentriert bleibst und dich höflich an deine Pflichten erinnert. So viel also vom Pyjama-Märchen und La Dolce Vita. 😉 Trotzdem würde ich niemals tauschen wollen und genieße meine Freiheit sehr!

Und jetzt bin ich gespannt auf deinen Kommentar: Wie sieht dein Tag aus und was gefällt dir am besten daran?

Essentielle Arbeitstools

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Artikel aktualisiert am 1.7.2018

„Was sich nicht wie Arbeit anfühlt und die meiste Zeit echt erfüllend ist, kann ja keine Arbeit sein, oder?“ Weit gefehlt. Heute schäme ich mich nicht mehr, wenn ich über meinen Tagesablauf rede. #selbstständig #sein #Organisation #Vorurteile #Verantwortung #Beruf

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