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Auf Vanilla Mind hast du schon viel über das Thema Stressprävention und einen ausgeglichenen Umgang mit den eigenen Ressourcen gelesen. Mir sind diese Themen sehr wichtig. Denn um mutig und selbstbewusst zu sein, muss ich meinen Körper gut kennen. Dadurch ist es mir möglich, fokussiert auf meine Ziele hinzuarbeiten.

In diesem Artikel sehen wir uns einmal genauer an, was im Körper bei Stress und Überforderung passiert – und wie wir gegensteuern können. Vor allem aber teile ich meine persönlichen Erfahrungen mit dir. Ich glaube, dass sich viele Frauen selbst viel Stress machen. Und zwar durch ständiges Grübeln.

Me, too. Ich komme abends schwer zur Ruhe und hänge manchmal in Gedankenschleifen fest. „Wie soll ich nur dieses Website Problem lösen? Schaffe ich die Abgabe noch rechtzeitig? Und habe ich eigentlich diese eine Rechnung schon bezahlt?“ Grübeln verursacht letztlich genauso viel Stress wie die stressige Situation selbst. Doppelter Stress also, yay!

Ständige Anspannung wirkt sich auf den gesamten Körper und seine Organe aus, klar. Anfang 2019 habe ich mich auf eine kleine Expedition begeben. Mein Ziel? Meinen Stress bei der Wurzel zu packen. Ein weiteres Nebenszenario hierbei: Ich wollte meine latente Schilddrüsenunterfunktion anders behandeln als mit Medikamenten. Mit ein bisschen Recherche wurde mir klar: „Oh, Stress und Schilddrüse – diese Themen gehören zusammen!“

Aber bevor wir tiefer in diese Thematik einsteigen, möchte ich kurz ausholen und ein paar grundlegende Erkenntnisse mit dir teilen, die wichtig für das Verständnis unseres Körpers sind:

Was ist Stress überhaupt?

Stress an sich ist nichts Schlechtes, sondern ein grundlegender Mechanismus unseres Körpers. Mit Stress ist gemeint, dass unser Körper in erhöhte Bereitschaft versetzt wird: Unser Herz schlägt schneller, die Muskeln spannen sich an und wir sind bei Gefahr fluchtbereit. Die Darmmuskulatur wird entspannt, die Verdauung gehemmt. Das bedeutet, unser Parasympathikus (= Ruhenerv) ist in dieser Zeit weniger aktiv. Soweit, so normal.

Dumm nur, wenn es gar keinen Bedarf zur Alarmbereitschaft gibt! Die größte Ursache von Stress ist heutzutage die zunehmende Reizüberflutung, Zeitdruck, Leistungsdruck, Konflikte (besonders auch innere!), Schicksalsschläge und andere persönliche Belastungen.

Wie ticke ich?

Besonders Menschen, die introvertiert und sensibel sind, springen schnell auf Stress an, denn Nervensystem ist anders gestrickt. Welche Neurotransmitter bei uns dominieren und wie unser Nervensystem angelegt ist, ist genetisch bedingt. Introvertierte beispielsweise nutzen vermehrt den Parasympathikus, um sich ausreichend stimuliert und ausgeglichen zu fühlen. Extravertierte hingegen brauchen vermehrt die Aktivität des Sympathikus, um sich wohlzufühlen. Bei ihnen dominiert der Neurotransmitter Dopamin.

Das bedeutet: Wir alle empfinden Stress verschieden. Die eine Person kann mühelos drei Tage am Stück ein Seminar besuchen und ist hinterher voller Tatendrang. Die andere hingegen ist schon nach Tag eins ausreichend stimuliert und muss erstmal alles verarbeiten. Beides völlig normal.

Stress: Welche Rolle spielen unsere Hormone?

Hier herrscht großer Aufklärungsbedarf. Wer weiß schon, wie der eigene Hormonhaushalt wirklich funktioniert? Wie alles miteinander zusammenhängt? Leider ist das nichts, was einem vom Hausarzt oder Facharzt erklärt wird. Meistens gibt es auch keine einfache Antwort, denn der weibliche Hormonhaushalt ist komplex. Oft hat Frau schon eine ganze Odyssee hinter sich, ohne wirklich Antworten gefunden zu haben.

Hier kann ich das Angebot von FEMNA empfehlen, um erste Anhaltspunkte zu finden. Gründerin Maxie Matthiessen bietet Hormonspeicheltests in Verbindung mit einer individuellen Gesundheitsberatung für Frauen an. Damit leistet sie einen wertvollen Beitrag, sich und seinen Körper besser zu verstehen:

„Unser Wunsch ist, dass wir in naher Zukunft ein integratives Gesundheitskonzept für Frauen anbieten und Gynäkologinnen mit dazu holen, um wirklich integrativ zu arbeiten und somit Frauen die bestmöglichen Behandlungsansätze an einem gesammelten Ort zu bieten.“

Ich habe vor kurzem meine Stresshormone mithilfe eines Speicheltests und einer individuellen Beratung von FEMNA testen dürfen und bin dankbar für die gute und umfassende Beratung, die ich dort von der lieben Hannah bekommen habe.

Unser Körper reagiert auf Stress – egal ob durch innere oder äußere Umstände verursacht – immer gleich.

Unser Körper reagiert auf Stress immer gleich: Es werden Botenstoffe, sog. Stresshormone, ausgeschüttet, die unseren Hormonhaushalt beeinflussen. Zu diesen zählen zum Beispiel Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin. Unser Körper wird quasi durch die Hormone mobilisiert, „aufgeputscht“ und ist energiegeladen. Am Morgen ist die Konzentration von Cortisol im Körper am höchsten, damit wir kraftvoll in den Tag starten können.

Und nun das große Aber: Hält der Stress-Zustand an, leidet der Körper auf Dauer und unser Immunsystem wird schwächer. Wir stehen quasi permanent unter Strom und dieses Gefühl ist mehr sehr vertraut. Das kann auf lange Sicht schwere Folgen haben, wie zum Beispiel chronische Erkrankungen.

Welche Rolle spielt unser emotionales System?

Tja, was soll ich sagen? Ich bemühe mich, gut auf mich zu achten und zu beobachten, wo meine Grenzen liegen. Ich ernähre mich gesund, esse viel grün, koche meistens frisch, bekomme viel Schlaf, liebe meinen Job und mache Sport. Damit bin ich schon verdammt privilegiert. Es sollte mir doch blendend gehen!

Aber ganz ehrlich? Die Hormone lügen nicht. Mein FEMNA Test und die Beratung bestätigten, was ich täglich spüre: Mein Gedanken-Klops ist so mächtig, dass auch die beste Ernährung und der achtsamste Alltag nichts am Grundproblem ändern: Ich bin zu neurotisch. Mein Cortisolspiegel ist laut Test einen Tick zu hoch. Was ich außerdem weiß: Ich habe eine latente Schilddrüsenunterfunktion und verschiedene Unverträglichkeiten. Alles nichts weltbewegendes, aber eben in Summe mögliche Anzeichen für zu viel Stress. Und ich habe keine Lust, so weiterzumachen, schließlich kann ich ja selbst etwas ändern.

Ein gesunder Lebensstil ist klasse. Aber das alles nutzt am Ende wenig, wenn du mit Altlasten herumrennst, die dich in deinem Alltag limitieren und immer wieder dein destruktives Gedankenkarussell zuschlägt. Und mit Altlasten meine ich: Glaubenssätze und Gedanken, die dich behindern, kleinmachen, dir ein Gefühl von Schwäche und Hilflosigkeit vermitteln. Permanente Selbstzweifel sind ganz großartig darin, emotionalen Stress zu erzeugen, glaub mir!

Emotionale Themen können durchaus auch organische Ursachen haben und umgekehrt genauso. Es lohnt sich also, sich mit den größeren Zusammenhängen zu beschäftigen anstatt nur einzelne Symptome zu beachten!

Stress ist nicht einfach nur das, was dir passiert, sondern wie du darauf reagierst. #anspannung #entspannung #stress #fokus

Meine Story: Was ich tue, um Stress zu reduzieren und meiner Schilddrüse zu helfen, ihre Arbeit zu machen

Man sagt, die Schilddrüse sei ein Spiegel dafür, wie es unserem Körper wirklich geht. Wie gesund unser Immunsystem ist und wie stark unsere Stoffwechselleistung. An ihr könne man erkennen, wie gestresst der Körper ist, wie viele Nährstoffe er bekommt. Wenn einer dieser Faktoren nicht stimmt, kann die Schilddrüse erkranken und damit gerät der komplette Stoffwechsel in eine Schieflage. Schilddrüsenhormone sind wichtig für einen gesunden Stoffwechsel, die Immunfunktion, einen gesunden Darm, Lebensfreude (Psyche) und Fortpflanzung.

Im Februar 2019 beschloss ich: „Nö, ich glaube, meine Schilddrüse kann das auch ohne Tabletten von außen!“ Ich möchte keine Medikamente einnehmen, wenn es nicht zwingend erforderlich ist. Dabei hatte ich eine denkbar gute Ausgangslage für mein Experiment. Die Ultraschalluntersuchung zeigte eine gesunde Schilddrüse ohne Knötchen. Das Blutbild zeigt: keine Antikörper, die Hinweise auf die Autoimmunerkrankung Hashimoto geben. Ich werde von einer Endokrinologin die ganze Zeit begleitet. Das L-Thyroxin wird über 25 Mikrogramm Schritte langsam von 100 Mikrogramm auf 0 reduziert (= ausgeschlichen). Das ist wichtig, damit die Schilddrüse Zeit bekommt, um ihre Funktion wieder aufzunehmen.

Der aktuelle Stand ist, dass ich seit Anfang Oktober 2019 keine Tabletten mehr nehme. Meine letzte Dosierung L-Thyroxin betrug 25 Mikrogramm, was gering ist. Mit 25 Mikrogramm hatte ich einen TSH-Wert von 4,8 mU/l. Das ist leicht erhöht, aber für mich kein Grund bei den Tabletten zu bleiben, denn ich fühle mich wohl damit.

Wichtig: Wie die einzelnen Werte empfunden werden, ist sehr individuell und von Frau zu Frau unterschiedlich. Einen sogenannten Normwert zu haben bedeutet nicht unbedingt, dass man keine Medikation benötigt. Gerade Frauen mit Kinderwunsch und mit ähnlichen Werten brauchen eine Unterstützung der Schilddrüse, damit eine Empfängnis klappen kann. Auf dem Papier „gute“ Werte zu haben bedeutet noch lange nicht, dass man sich auch gut fühlt.

Ein persönliches Fazit

Ich freue mich, weil ich mir selbst gezeigt habe: „Hey, dein Körper kann eine ganze Menge, wenn du ihm mal vernünftig zuhörst und auf seine Bedürfnisse eingehst!“ Jeden Tag versuche ich, 30-45 Minuten spazieren zu gehen, um meinen Stoffwechsel anzukurbeln. Trinke Gerstengras, weil es eine sehr hohe Nährstoffdichte aufweist. Und ich nehme Ashwagandha zu mir, ein Pulver aus der Wurzel der Schlafbeere.

Wer jetzt denkt: Boah, wie öko ist die denn drauf? Ich habe am Anfang auch doof aus der Wäsche geguckt und war früher immer Team Schulmedizin. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass Komplementärmedizin eine prima Sache ist. Es gibt eine ganze Menge genialer Heilpflanzen, die auf natürliche Weise helfen. Pflanzen bestehen letztlich auch aus chemischen Verbindungen, so wie Tabletten. Sie haben aber einen großen Vorteil: Sie haben oft wesentlich geringere Nebenwirkungen. Meine Endokrinologin ist übrigens genauso zufrieden wie ich mit den Entwicklungen.

Was kannst du tun, um besser für dich selbst zu sorgen?

Wie du in diesem Artikel gesehen hast, gibt es viele Ansatzpunkte. Vielleicht sind diese Tipps für dich eine Überlegung wert:

Tipp 1: Lerne dich selbst kennen und passe deine Gewohnheiten den Bedürfnissen deines Körpers an (Schlafhygiene, genug Pausen und Ruhezeiten, ausgewogene Ernährung, Bewegung). So ist man auf einem guten Weg, was äußeren Stress angeht. Psychologin Amelie Schomburg gibt in diesem Artikel weitere gute Hinweise, um sich selbst besser kennenzulernen.

Tipp 2: Hinterfrage deine Ängste und Verhaltensmuster! Wie gehst du mit dir selbst um? Sehr interessant: Wir selbst sind unsere wichtigsten Gesprächspartner. Ca. 64.000 Worte sagen wir uns täglich. Also frag dich doch mal: Wie rede ich mit mir? Überwiegend positiv und ermutigend? Oder eher destruktiv und vorwurfsvoll? Negative Glaubenssätze sind ein riesiger Stressfaktor! Wenn man ein paar der lähmenden Muster auflösen kann, lebt man viel freier. Und man erreicht vor allem endlich seine Ziele!

Lass mich unbedingt in den Kommentaren wissen: Erkennst du dich irgendwo selbst wieder? Welche Erfahrungen hast du bisher gemacht und was sind deine Tipps?

Unsere stärkste Waffe gegen Stress ist unsere Fähigkeit, einen Gedanken dem anderen vorzuziehen. William James

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