Bullet Journaling ist ein riesiger Trend, schon seit Jahren. Allein auf Instagram gibt es mehr als sechs Millionen Beiträge mit dem Hashtag #bulletjournal. Ich versuche seitdem, diesem Phänomen auf die Spur zu kommen, indem ich selbst einige (damals erfolglose) Anläufe gestartet habe. Dass ich es endlich geschafft habe, dabei zu bleiben und sehr davon zu profitieren, verdanke ich aber Timon. Mit ihm ist das Projekt Bullet Journal zu einer gemeinsamen Achtsamkeitsübung geworden.

Vor einigen Monaten kam Timon grinsend zu mir an den Schreibtisch und verkündete: „Ich habe mir ein Notizbuch bestellt und fange jetzt ein Bullet Journal an. Und das Buch von Ryder Carroll, dem Erfinder des Bullet Journals, habe ich auch gekauft.“

– Auf diese News reagierte ich erstmal ein bisschen perplex. Auf Vanilla Mind habe ich in den letzten Jahren mehrfach Expertinnen gebeten, ihre Tipps mit uns zu teilen und sie gefragt, was sie am Bullet Journal so begeistert. Timon hat zuvor allerdings nie Interesse daran gezeigt – und nun war er plötzlich Feuer und Flamme.

In dieser Folge Still & Stark erzählt er, warum Bullet Journaling sich wirklich lohnt und viel mehr ist als ein Instagram-Trend!

  • Was ist die Bullet Journal Methode? Wofür wurde sie erfunden?
  • Was macht das Bullet Journal zu einem so mächtigen Werkzeug für Selbstreflexion und persönliches Wachstum?
  • Welche Fehler haben wir anfangs gemacht?

Viel Freude beim Anhören!

Die Bullet Journal Methode: KonMari gegen rasende Gedanken

Ryder Carroll, 39 Jahre alt und von Beruf Designer, gilt als der Erfinder der Bullet Journal Methode. Er sagt von sich, dass er früher ein sehr abgelenktes Kind war, das in der Schule ständig im Rückstand und ängstlich war. Als Teenager wurde bei ihm eine Aufmerksamkeitsdezifitstörung (ADD) diagnostiziert.

Im Laufe der Zeit begann er damit, kleine Journaling-Tricks zu entwickeln, um durch seine Klassen am College zu kommen. Er bemerkte, wie es ihn innerlich beruhigte, seine Gedanken über den Tag verteilt immer wieder in kurzen Schüben niederzuschreiben und so seine Unruhe in produktive Bahnen zu lenken.

Kurz gesagt: Die Techniken, die mittlerweile als Bullet Journaling bekannt sind, waren für ihn eine langsam entwickelte Methodik, um seine Gedanken zusammenzuhalten und sich zu sortieren.

Und das nicht nur privat, sondern gerade auch im Beruf. Das Bullet Journal ersetzt dutzende verschiedene Notizbücher und macht aus dem privaten Tagebuch und dem Business Journal eins. Das ergibt Sinn. Denn das Gehirn trennt ja auch nicht nach privat oder beruflich. Gedanken kommen und gehen – und dann braucht man ein Journal mit einem übersichtlichen System.

Ryder Carroll sagt über die Methode (in seinem Buch auf Seite 23*): „Bullet Journaling ist kein Schönwetterfreund. Das Bullet Journal hat in all den verschiedenen Lebensabschnitten an meiner Seite pflichtbewusst gelitten und gefeiert. Es hat den vielen Lehrmeistern meines früheren Selbst gedient: dem Studenten, dem Praktikanten, dem gebrochenen Herzen, dem Designer und vielen anderen. Es empfängt mich immer ohne Urteil oder Erwartung.“

Was macht die Bullet Journal Methode so effektiv?

Wir leben in einer Welt, die voll von künstlichen Aufmerksamkeitskillern ist! Hier und hier kannst du lesen, wie wir im Joballtag mitunter darunter leiden und wie wir unseren Fokus erhalten.

Die Bullet Journal Methode hilft, mehr zu erreichen, indem man an weniger arbeitet. Sie hilft einem dabei, das Sinnvolle zu erkennen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, während das Bedeutungslose weggelassen wird. Irgendwann im Jahr 2013 baute er eine Website auf und drehte ein Video, das seine Methode erklärt: Eine Art Marie Kondo fürs Notizbuch, nennt es die Zeitschrift Vogue.

„Du lernst, wie du aufhörst zu reagieren und anfängst, zu lenken.“

Ryder Carroll

Damit man auch wirklich alles wiederfindet und reflektieren kann, gibt es den Index. Von dort aus kann man Aufgaben auflisten, Ereignisse festhalten, Tagebucheinträge schreiben und vieles mehr. Am einfachsten ist es, sich mit der Methode vertraut zu machen, indem man Carrolls Buch liest – das inzwischen ein Bestseller ist. Wir nennen an dieser Stelle nur die Symbole, die Timon und ich wirklich nutzen.

Drei wichtige Symbole, um ein Bullet Journal zu starten

• Eine zu erledigende Aufgabe erhält einen Punkt. Aus ihm wird ein X, sobald die Aufgabe erledigt ist.

◯ Ein Ereignis bekommt einen Kreis.

– Eine Notiz wird mit einem Gedankenstrich eingeleitet.

Welchen Nutzen bringt dir ein Bullet Journal?

  • Mehr Klarheit und Ruhe im Kopf: Das Bullet Journal hilft, den Blick nach innen zu wenden und sich selbst wahrzunehmen.
  • Es gibt Orientierung: Wo bin ich aktuell? Wo will ich hin? Wie weit bin ich schon gekommen? Warum will ich das? Weiß ich, warum ich das tue, was ich gerade tue?
  • Es ist eine Art Kompass für den Alltag: Wie und woran messe ich mich? Versuche ich, mit anderen mitzuhalten? Woher weiß ich, dass ich mithalten kann? Womit fange ich an? Was will ich zu Ende bringen? Was ist wirklich wichtig?

Gibt es Hürden, wenn man mit der Bullet Journal Methode anfängt?

Wir sprechen aus eigener Erfahrung, wenn wir sagen, dass du vermutlich mit einer dieser Herausforderungen am Anfang Bekanntschaft machen wirst:

  • Überforderung: Es gibt so viele Möglichkeiten, ein Bullet Journal zu führen!
  • Material: Die Auswahl an Bullet Journals, Notizbüchern und Stiften ist enorm.
  • Perfektionismus: Mach ich das auch richtig?

Es lohnt sich, zu Beginn das Buch von Ryder Carroll zu lesen*. Warum? Du lernst die Basis kennen und fängst dadurch wesentlich leichter an. Nach ca. 25% des Buches ist man bereits ausgerüstet, um gut zu starten. Timon hat allein 33% der Kindle-Version* an nur einem Tag gelesen. Du lernst die Philosophie dahinter kennen und lässt dich nicht von hübsch gestalteten Seiten auf Instagram oder Pinterest ablenken.

Das war übrigens mein größtes Problem. Ich wollte, dass mein Bullet Journal auch so ein hübsches Kunstwerk wird. Und das wurde zum Blocker für mich, um es täglich zur Hand zu nehmen und einfach nur meine Gedanken, Gefühle und Erlebnisse zu notieren. Heute benutze ich nur noch ein Buch, einen Stift und es gibt rein gar nichts Vorzeigbares an meinem BuJo mehr. Es ist herrlich schlicht und es bereitet mir Freude, es durchzublättern und mich selbst besser zu verstehen.

Das Bullet Journal ist nicht einfach eine weitere Technik, um Aufgabenlisten zu verwalten! Es dient dazu, …

  • den Überblick über das eigene Leben zu bekommen.
  • Wichtiges von Unwichtigem zu trennen.
  • Ereignisse und Gedanken festzuhalten und später auch wiederzufinden.

Material-Tipps zum Loslegen

Welches Bullet Journal Notizbuch nutzen wir? – Aktuell das Hieroglyphs Bullet Journal in Schwarz*. Es hat nummerierte Seiten, eine Falttasche, 3 Lesezeichen, ein Verschlussgummi und insgesamt 188 Seiten. 164 beschreibbar, der Rest ist eine kurze Anleitung.

Das nächste wird aber „Ein guter Punkt“* von unseren lieben Kollegen bei Ein guter Verlag werden. Deren Bücher werden vegan und nachhaltig produziert. Die Qualität ist top und da drückt kein Stift durch! Außerdem hat es viel mehr Seiten (264) und es kommt mit einem Bogen mit 40 süßen Achtsamkeits-Stickern.

Welchen Stift benutzen wir? – Timon verwendet den Pilot Hi-Tecpoint V7 Grip* in schwarz. Ich wechsele zwischen dem Gelroller uni-ball Signo 207* schwarz und dem Tombow MONO drawing pen* 03, schwarz.

Es spricht nichts dagegen, wenn du dein BuJo zu einer Art Kunsttherapie machen möchtest. Vielen hilft das. Aber fang erstmal bei den Basics an und übe dich in den täglichen Grundlagen.

Das Hieroglyphs Bullet Journal in Schwarz*. Es hat nummerierte Seiten, eine Falttasche, 3 Lesezeichen, ein Verschlussgummi und insgesamt 188 Seiten. 164 beschreibbar, der Rest ist eine kurze Anleitung.

Wir freuen uns, von dir zu hören:

Führst du ein Bullet Journal oder ein anderes Journal? Hinterlasse uns unten einen Kommentar und lass es uns wissen!

Mehr Wissenswertes aus dieser Folge:

🔗 Artikel: Eine Schritt für Schritt Anleitung für dein neues BuJo

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Timon und Melina


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Was ist ein Bullet Journal?

Ryder Carroll, von Beruf Designer, ist der Erfinder der Bullet Journal Methode. Er entwickelte das Bullet Journal, um seine Gedanken zusammenzuhalten und sich zu sortieren. Das Bullet Journal kann eine Kombination aus Notizbuch, Projektplaner, Kalender, Tagebuch und Business Journal sein. Es ist ein Tool zur Selbstorganisation, das dir hilft Klarheit zu finden und produktiver zu werden.

Ein Bullet Journal starten: Was ist ein Bullet Journal und wofür braucht man es?

Wer hat das Bullet Journal erfunden?

Ryder Carroll, von Beruf Designer, ist der Erfinder der Bullet Journal Methode. Er sagt von sich, dass er früher ein sehr abgelenktes Kind war, das in der Schule ständig im Rückstand und ängstlich war. Als Teenager wurde bei ihm eine Aufmerksamkeitsdezifitstörung (ADD) diagnostiziert. Er entwickelte das Bullet Journal, um seine Gedanken zusammenzuhalten und Klarheit zu gewinnen.

Wie funktioniert Journaling?

Das Bullet Journal ist nicht einfach eine weitere Technik, um Aufgabenlisten zu verwalten! Es dient dazu, den Überblick über das eigene Leben zu bekommen; Wichtiges von Unwichtigem zu trennen; Ereignisse und Gedanken festzuhalten und später auch wiederzufinden. Damit man auch wirklich alles wiederfindet und reflektieren kann, gibt es den Index. Von dort aus kann man Aufgaben auflisten, Ereignisse festhalten, Tagebucheinträge schreiben und vieles mehr…

Welches Bullet Journal Notizbuch wird empfohlen?

Prinzipiell eignet sich jedes Notizbuch, besonders, wenn du die Methode erstmal nur testen willst. Perfekt eignet sich später ein Notizbuch mit punktkariertem Muster. Tipps, welches wir am liebsten verwenden, findest du im Artikel.

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