Man muss sich nur richtig verkaufen!“ „Du musst einfach immer präsent sein“. „Zeig anderen, was du drauf hast!“ Gut und schön. Dass wir Werbung für unsere Leistung brauchen, merken wir selbst. Irgendwas muss uns ja die Miete zahlen, richtig? Aber was, wenn man ein Problem damit hat, sich selbst anzupreisen? Obwohl man eigentlich stolz auf seine eigene Arbeit ist?

„Der schlimmste Fehler von Frauen
ist ihr Mangel an Größenwahn.“

Volltreffer! Was für ein gutes Zitat von Irmtraut Morgner (1933-1990), Schriftstellerin. Ich kenne viele liebe, total talentierte Frauen, die eine Menge auf dem Kasten haben und sich beinahe dafür schämen, wenn sie über sich und ihre Arbeit sprechen. Eine davon kann ich euch mit Namen nennen: Sie heißt Melina.

Eine Frage des Selbstbewusstseins?

Für mich auf jeden Fall. Ich bin introvertiert und stehe nicht gern im Mittelpunkt. Eigentlich bin ich froh, wenn ich im Hintergrund arbeiten kann und in Ruhe gelassen werde. Ich empfinde es jedes Mal als eine große Herausforderung, wenn mich Menschen nach meiner Tätigkeit fragen. Ich bin froh, wenn ich nach 2-3 Sätzen die Frage zurückreichen kann, damit jemand anders über sich reden kann.

Glücklicherweise bin ich in der komfortablen Lage, dass mein Mann und ich uns gegenseitig unterstützen können. Nichtsdestotrotz muss ich vor anderen über meine Arbeit reden können, ohne dabei rot anzulaufen und auf den Boden zu starren. Immer wieder muss ich mir vor Augen führen: Sich gut zu verkaufen hat überhaupt nichts mit Selbstbeweihräucherung zu tun. Das wird vielen von uns aber leider so beigebracht. Man hört so oft: „Sei bescheiden, tu dich nicht hervor, sprich nicht über dich.“

Bescheidenheit ist eine Tugend, die ich gern hochhalte, gar keine Frage! Hier geht es aber um die sogenannte falsche Bescheidenheit, die darin gipfelt, dass wir uns und unsere Arbeit herunterspielen. Oder noch schlimmer, die eigenen Erfolge so klein reden, dass andere das Interesse an uns verlieren, weil sie merken, wie wenig Selbstachtung bei uns vorhanden ist.

Wie ich gelernt habe, meine Arbeit zu promoten

Manche z. B. können den Wert ihrer Arbeit nicht erkennen, weil sie ihren eigenen Wert nicht wahrnehmen. Wir sollten also ein wenig Zeit damit verbringen, darüber nachzudenken, welchen Wert wir mit unserer Arbeit stiften. Was hat dich an deinem Job fasziniert, als du ihn begonnen hast? Mit welchen Stärken kannst du anderen besonders gut helfen? Welche Probleme löst du für deine Kunden? (Oder deinen Arbeitgeber? Falls du angestellt bist.)

Berufsbezeichung

Zeig was du kannst! Viele Frauen wissen nicht, wie sie sich richtig verkaufen können. Wenn man dann auch noch schüchtern ist, wird es richtig schwierig: Wirke ich wie ein Selbstdarsteller? Was denken die anderen von mir? #selbstmarketing #job #arbeit #selbstständig #schüchtern #introvertiert #karriereSchon beim Jobtitel kann man in manchen Fällen durch einen kleinen Kniff eine ganz andere Wirkung beim Kunden erzielen.

Beispiel: Nehmen wir eine Heilpraktikerin. Klingt für dich unspektakulär? Das macht sie in ihrem Job: Sie hat den Schwerpunkt Ernährung und coacht ein Bundesliga-Team von Sportlern. Das macht sie seit etlichen Jahren und darf sogar Vorträge halten, zu denen sonst nur Mediziner eingeladen werden. Das ist ein ganz anderes Level, mit der sie deutlich höhere Stundensätze nehmen kann. Also nennt sie sich Bundesliga Coach für Ernährung – bäm!

Oder nehmen wir meinen Fall: Ich habe ursprünglich eine Ausbildung gemacht. Ich könnte mich jetzt Grafikerin nennen. Oder Mediendesignerin. Was denken die Leute? – Die macht was mit Medien und kann Flyer hübsch machen. Das wird aber nicht meinen Fähigkeiten gerecht. Ich habe mich jedes einzelne Jahr meiner bisherigen beruflichen Laufbahn weiterentwickelt und mich ständig auf eigene Kosten weitergebildet. In letzter Zeit haben Timon und ich den Webauftritt für ein TecDAX-Unternehmen konzipiert, gestaltet, Markenstrategien entwickelt und einem Team aus Fotografen, Programmierern und einem Make-up Artist dieses Projekt verwirklicht.

Wie nenne ich mich also? Creative Director, weil ich die kreative Leitung für Strategien und Konzepte unserer Kunden habe. Ist das arrogant? Nein! Es beschreibt einfach nur das, was ich jeden Tag tue.

Du bist übrigens auch keine Selbstdarstellerin, nur weil du anderen davon erzählst, welche Fortbildung du zuletzt gemacht hast. Auch dann nicht, wenn du davon erzählst, wer dein letzter Kunde war und wie umfangreich das Projekt war. Das ist nicht nur okay, das ist notwendig. Du gibst dein Können natürlich nicht bei jeder Gelegenheit zum Besten und dichtest nichts hinzu. Du bleibst bei den Fakten und zeigst, was du kannst. Niemand wird dich dabei für eine Blenderin halten.

Elevator-Pitch

Kennst du den sogenannten Elevator-Pitch? Das ist eine Methode, bei der du deine Geschäftsidee oder Leistung so kurz auf den Punkt bringst, dass du jemanden während einer 60-sekündigen Fahrstuhl-Fahrt überzeugen könntest. In einer etwas abgewandelten Form verwende ich diese Technik, wenn mich andere nach meiner Tätigkeit fragen. Gute Tipps zu dieser Methode findest du zum Beispiel auf karrierebibel.de. Ich sage heute meistens:

„Ich bin Autorin und schreibe über Persönlichkeitsentwicklung für Schüchterne und Introvertierte.“ Das ist leicht verständlich und sehr klar abgegrenzt. Meistens sind die Anschlussfragen: Wo schreibst du? Was meinst du mit Persönlichkeitsentwicklung? Wie heißt deine Seite? Wie heißt dein Buch? Gibt es einen Unterschied zwischen schüchtern und introvertiert? Und so weiter.

Zack! – bin ich im Gespräch. Hat gar nicht wehgetan. Ich habe mir immer wieder Texte überlegt, wie ich meine Arbeit am besten erklären kann. Weil ich im entscheidenen Moment leider immer nervös werde, habe ich sie einstudiert, bis ich sie im Schlaf singen konnte. Das muss dir nicht unangenehm sein, das ist total okay! Übung macht den Meister, auch hier. Anfangs fühlt man sich steif und unbehaglich, aber das geht schnell vorbei. Schon mit dem dritten Mal ging mir mein kleiner Satz bedeutend leichter von den Lippen. Mehr braucht es oft gar nicht, denn wenn man kurz und clever erklärt, was man tut, kommt in Folge von ganz allein ein interessantes Gespräch zustande. Also eigentlich völlig ungezwungen bis auf den geübten Start.

Wie hätte das Gespräch noch laufen können? Ich habe auch schon andere Sätze ausprobiert, zum Beispiel: „Ich bin Bloggerin bei Vanilla Mind.“

Zeig was du kannst! Viele Frauen wissen nicht, wie sie sich richtig verkaufen können. Wenn man dann auch noch schüchtern ist, wird es richtig schwierig: Wirke ich wie ein Selbstdarsteller? Was denken die anderen von mir? #selbstmarketing #job #selbstständig #karriere

Meistens ist hier das Gespräch beendet. Blogs sind im Small Talk mit Bekannten oder Geschäftspartnern irgendwie noch nicht angekommen. Oder zumindest denken sie dabei nicht an eine professionelle Tätigkeit, sondern an digitale Tagebücher. Damit werde ich meiner eigenen Tätigkeit nicht gerecht und mein Gegenüber fragt auch nicht weiter nach, weil es einfach nicht seine Welt ist und er sich zu wenig auskennt. Im schlimmsten Fall kommt die Frage: „Kann man davon leben?“ Oh no… Und diese Frage habe ich sogar selbst provoziert. „Autorin“ hingegen sagt den meisten etwas und es kommt Rapport zustande.

Darum:

Überleg dir einen kleinen Pitch, mit dem du dich wohl fühlst, aber auch deine Einzigartigkeit betonst.

Und glaub mir, das geht nicht nur, wenn man einen „voll fancy Kreativberuf“ hat, sondern auch wenn du Aushilfskraft, BWL-Studentin, Podologin oder Buchhalterin bist. Wenn du sagst: „Ach, ich mache was ganz Langweiliges…ich bin in der Buchhaltung.“ Ja klar – dann ist das langweilig. Aber nur, weil du es so genannt hast! Du könntest auch sagen: „Meine Abteilung entscheidet über Erfolg und Misserfolgs des gesamten Unternehmens. Denn nur wenn unsere Zahlen am Ende des Monats stimmen, können richtige Entscheidungen in der Geschäftsleitung getroffen werden. Das finde ich immer wieder spannend.“

Spezialfall About-Page

Du hast eine eigene Website? Dann hast du bestimmt auch ein sogenanntes „About“ oder „Über meine Arbeit“. Es ist deine Visitenkarte, wenn Besucher auf deine Website kommen. Hier entscheidet sich, welchen Eindruck sie von dir gewinnen. Hier scheint es eine Menge Mythen und Missverständnisse zu geben.

Wie sehen die meisten dieser About-Seiten aus? Oftmals steht da nichts anderes als ein tabellarischer Lebenslauf mit dem höchsten Berufsabschluss. Ok, toll. Jetzt weiß ich, was dein Beruf ist. Aber: Das wusste ich auch schon vorher, sonst wäre ich nicht auf deiner Seite gelandet.

Natürlich ist dein Werdegang in gewisser Weise auch relevant. Aber er ist nicht das erste, was ich lesen will. Ich will wissen: Was macht dich aus? Wo liegen deine Stärken? Warum bist du die richtige für mich? Ich wähle deine Leistung nicht, weil du an Uni XY studiert hast. Das sagt nichts über dich und deine Arbeit aus! Ausbildungen und Uni-Abschlüsse hat jeder, das ist kein Alleinstellungsmerkmal. Du könntest statt (oder zusätzlich) schreiben, was dich antreibt, warum du jeden Tag dein Bestes gibst und welches Ziel du mit deiner Arbeit verfolgst. Wenn du das selbst nicht so genau weißt, dann hast du kein überzeugendes Auftreten.

Menschen buchen dich, weil ihnen deine Art zusagt und sie sich als potentielle Kunden abgeholt fühlen. Wenn du deine Tätigkeit beschreibst, solltest du nicht einfach deinen erlernten Beruf in den Raum werfen und dann hoffen, dass die Leute verstehen, welchen Wert du stiftest. Damit machen es sich die meisten zu einfach. Wertvolle Tipps und Beispiele für gelungene About-Seite findest du übrigens bei meiner Kollegin vom Karriere-Blog frau frei &.

Buchtipp für dich:

Ein Buch, das mich in letzter Zeit motiviert hat, „nach draußen zu gehen“ und sich richtig zu verkaufen und stolz auf meine Arbeit zu sein ist „Show your Work“ von Austin Kleon*. Es kostet nicht einmal 10 Euro, ist aber randvoll mit wertvollen, aufmunternden Impulsen!

Fazit: smartes Selbstmarketing kommt ohne Show aus

Versteh‘ mich nicht falsch: Du sollst nicht hochstapeln oder den Leuten etwas vormachen. Das ist nicht der Sinn von Selbstvermarktung! Bewusst oder unbewusst spürt es sowieso jeder Mensch irgendwann, wenn hinter deinen Aussagen nur heiße Luft steckt.

"Der schlimmste Fehler von Frauen ist ihr Mangel an Größenwahn." Volltreffer! Was für ein gutes Zitat von Irmtraut Morgner (1933-1990), Schriftstellerin. Wie können wir es besser machen? #zitat #arbeit #selbstmarketing #brandingWichtig zu verstehen ist: Nur wenige Menschen werden sich für deine Produkte oder Leistungen um der Sache willen interessieren. Denn dann könnten sie überall hingehen. Du bist sicher nicht der einzige Mensch auf dem Planeten, der deine Tätigkeit ausführt. Was Kunden und Arbeitgeber interessiert ist, welchen Nutzen oder Vorteil sie darin sehen, mit dir zu arbeiten. Es entscheiden also nicht nur deine technischen Fähigkeiten oder der Preis.

Für meine Branche gilt zum Beispiel: Es gibt unheimlich viele Designer. Und auch viele gute, sehr kreative Designer. Es gibt aber wiederum nicht so viele, die die Soft Skills drauf haben – Verbindlichkeit, gute Kommunikationsfähigkeiten, Einfühlungsvermögen, Geduld und Kritikfähigkeit. Bei Dienstleistungen gilt: Menschen wollen sich bei dir wohlfühlen und sich gut aufgehoben wissen. Wenn du glaubhaft schildern kannst, was deine Arbeit so hochwertig macht, dann ist ihnen auch nicht so wichtig, ob du 20 Euro mehr pro Stunde kostest.

Oder wenn du angestellt bist und an einer höheren Position interessiert bist: Glaubst du, es interessiert deinen Chef, dass du schon 8 Jahre lang für sein Unternehmen arbeitest? Nein! Ihn interessiert, wie du zum Erfolg seines Unternehmens beitragen kannst. Denk immer an den Vorteil des anderen. Seine Probleme, seine Wünsche und Hoffnungen. Wenn du das machst, kommen Leute von allein zu dir und du wirst selbstsicherer, weil du nicht mehr ständig daran denkst, wie du auf andere wirkst.

Intuitiv Netzwerken

Was wäre, wenn Netzwerken sich richtig gut anfühlen würde? Ohne Scham und Erwartungsdruck? Das geht! Selbst wenn du dich nicht für einen geborenen Small-Talk-Profi hältst.

Lerne mit anderen ins Gespräch zu kommen: Ganz entspannt und natürlich. Nie wieder alleine in einer Ecke stehen, ohne wahrgenommen zu werden. Stattdessen bist du in Kontakt mit Menschen, die dich persönlich kennen, für die du wichtig und wertvoll bist und die dich erfolgreich sehen wollen!

Damit du ebenfalls deinen eigenen Stil entwickeln kannst, habe ich mein jahrelang in der Praxis getestetes Wissen im letzten halben Jahr Stück für Stück aufgeschrieben und gezielt das Wesentliche für dich zusammengefasst und leicht verständlich aufbereitet.

Ab sofort auf Vanilla Mind erhältlich: Der Kompaktkurs „Intuitiv Netzwerken“ – Die Kunst, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Entspannt. Natürlich. Als du selbst.

Jetzt du:

Welche Strategien nutzt du gern, um deine Stärken zu zeigen? Teil sie in den Kommentaren mit uns! 💪🏻


*Hinweis: Meine Empfehlungen enthalten teilweise Affiliate-Links. Wenn du über diesen Link ein Produkt kaufst, verdiene ich (natürlich ohne Mehrkosten für dich) ein paar Cent mit. Du kannst dir sicher sein, dass ich nie etwas empfehlen würde, wovon ich nicht 100% überzeugt bin.

Hör auf, deine Leistung kleinzureden und zeig dich! #Mut #zeig #dich #Eigenwerbung #Selbstmarketing #Arbeit

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