Kennst du dieses Gefühl, nach einem ganz normalen Meeting erschöpfter zu sein als nach einem Marathon? Du sitzt dort, die Köpfe um dich herum werden lauter, die Argumente härter – und in deinem Kopf schreit eine kleine, fiese Stimme: „Tu endlich was! Sonst merken sie, dass du eigentlich gar nicht hierher gehörst.“
Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, denn das Hochstapler-Syndrom war im Job lange mein Begleiter: Mein Weg zum systemischen Coaching war ein absoluter Zufall. Ursprünglich habe ich diesen Blog nur für mich geschrieben. Und für all die schüchternen Introvertierten, die sich lost fühlten und mit klassischem Karriere-Rat so gar nichts anfangen konnten. Und dann? Dann wollten mich Menschen plötzlich als Mentorin anheuern.
Mein erster Gedanke? Absoluter Horror! 😵💫
„Gleich kommt jemand um die Ecke und sagt: Schön, dass du es so weit geschafft hast, Melina, aber jetzt geh bitte wieder nach Hause, die echten Expertinnen übernehmen jetzt!“
Selbst meine Ausbildung zur systemischen Coachin änderte nichts daran: Je erfolgreicher ich wurde, desto mehr fühlte ich mich wie eine Schwindlerin, die nur darauf wartete, enttarnt zu werden. Erst als ich anfing, die „Fehlersuche“ in mir zu beenden und stattdessen tief in die Positive Psychologie und das Modell der Charakterstärken einzusteigen, änderte sich mein Blickwinkel. Aber dazu kommen wir gleich noch. Zuerst einmal:
Willkommen im Club des Hochstapler-Syndroms (auch bekannt als Impostor Syndrome). Besonders wenn du introvertiert im Job bist oder als Führungskraft eher leise und intuitiv agierst, kennst du dieses „Alien-Gefühl“ 👽 vermutlich nur zu gut!
Was dir deine innere Kritikerin allerdings verschweigt: Du musst dich nicht „lauter“ machen, um erfolgreich zu sein. Im Gegenteil. Stimmige, souveräne (Selbst-) Führung beginnt nicht mit Gebrüll, sondern bei dir selbst und deinen ureigenen Stärken.
💎 Warum deine Charakterstärken das beste Gegengift gegen das Hochstapler-Syndrom sind.
😌 Wie du deine Intuition und Empathie nutzt, um souverän zu führen, ohne dich „härter“ machen zu müssen.
🔋 Wie du als leise Expertin Präsenz zeigst, ohne auszubrennen.
Du darfst du selbst sein (und gewinnst trotzdem)
Wenn wir über das Hochstapler-Syndrom sprechen, denken wir oft, wir müssten uns reparieren. Wir schauen auf Personen, die ein ganz anderes Naturell haben als wir und denken: „So muss ich werden, um ernst genommen zu werden.“ Aber das ist ein Trugschluss, der uns ausbrennt. 🪫
Deine vermeintliche „Weichheit“ und deine Empathie sind in der modernen Arbeitswelt keine Schwächen, sondern die wertvollsten Assets. Erfolgreiche Führung bedeutet nicht, eine Maske aufzusetzen, sondern herauszufinden, was deine intuitiven Charakterstärken sind und sie gezielt einzusetzen.
Wenn du aufhörst, dich wie ein Alien zu fühlen, das verzweifelt versucht, sich anzupassen, und stattdessen deine Intuition als Kompass nutzt, passiert etwas Magisches: Das Impostor-Gefühl verliert seine Macht über dich. ✨

Der „Alien-Effekt“: Warum wir uns oft falsch fühlen
Unter dem Hochstapler-Syndrom versteht man die Angst, dass Betroffene trotz offensichtlicher Beweise für ihre Fähigkeiten davon überzeugt sind, dass sie sich ihren Erfolg nicht verdient haben. Vielleicht erkennst du dich in einem dieser Sätze wieder:
🚩 Der Selbst-Check: Spricht deine innere Kritikerin so mit dir?
Wenn du einen Erfolg feierst, schiebst du ihn dann oft sofort von dir weg? Achte mal darauf, ob du einen dieser Sätze sagst (oder denkst):
„Ich hatte einfach nur Glück – das Timing war in dem Moment perfekt.“
„Ach was, das hätte doch jede andere an meiner Stelle auch so hinbekommen.“
„Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort, das war reiner Zufall.“
„Eigentlich war das gar nicht so schwer, das Lob ist mir fast ein bisschen unangenehm.“
„Irgendwann merken sie, dass ich gar nicht so gut bin, wie sie alle denken.“
Das Imposter-Syndrom wurde erstmals 1978 von Dr. Pauline R. Clance und Dr. Suzanne A. Imes geprägt. Für ihr Buch „The Impostor Phenomenon in High-Achieving Women: Dynamics and Therapeutic Intervention“ sprachen sie mit 150 erfolgreiche Frauen, die sogar für ihre beruflichen Leistungen ausgezeichnet wurden. Viele dieser Frauen glaubten jedoch, dass ihre Leistungen völlig überbewertet wurden. Natürlich findet man diese Gefühle auch heute noch bei Spitzenkräften und besonders bei Frauen.
Eine unserer Klientinnen ist Führungskraft, leitet ein wissenschaftliches Team und macht das eigentlich fantastisch. Aber abends liegt sie wach und grübelt: „Bin ich zu weich? Bin ich eine schlechte Führungskraft, weil ich keine Lust habe, härter durchzugreifen?“
Aktuell erleben wir gesellschaftlich leider wieder einen Aufschwung autoritärer Führungsmuster. Das macht es für Frauen wie dich noch schwerer. Du führst intuitiv, du spürst die Zwischentöne im Raum, du nimmst Rücksicht. Und genau deshalb fühlst du dich manchmal wie ein Alien.
👉 Wichtig! Das Problem ist nicht deine Art zu führen. Das Problem ist das veraltete Bild von „Stärke“, das wir im Kopf haben. Wäre dein besonnener, empathischer Führungsstil die Norm, würdest du keinen einzigen Gedanken daran verschwenden, ob du okay bist.
Gesunde (Selbst-)Führung beginnt bei dir: Lerne deine Charakterstärken kennen
Das Hochstapler-Syndrom hasst Klarheit. 🧠 Deshalb ist der erste Schritt raus aus der Falle der Blick nach innen . Statt uns an unseren Defiziten abzuarbeiten, schauen wir uns im Stärken-Coaching an, was du bereits an Ressourcen in dir trägst. Hier ein kurzer Einstieg:
Was sind Charakterstärken eigentlich?
Oft verwechseln wir Stärken mit Talenten oder Fähigkeiten. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied:
Talente sind deine natürlichen Anlagen (dein "Rohmaterial").
Fähigkeiten (Skills) sind das, was du gelernt hast (dein Handwerkszeug).
Charakterstärken sind das "Wie" und das "Wer": Sie beschreiben deine innere Haltung und das, was dich als Mensch im Kern ausmacht. Deine Charakterstärken zu nutzen, führt zu Stimmigkeit, Wohlbefinden und persönlichem Wachstum.
Während die Fehlersuche deinen Fokus einengt, schafft der Blick auf deine Charakterstärken neuen Handlungsspielraum und Kapazität für echte Kreativität.

Nachfolgend stelle ich dir einige großartige Charakterstärken vor, die bei vielen meiner introvertierten Klientinnen stark ausgeprägt sind. Wenn ich das erste Mal mit ihnen ihre Stärkenauswertung bespreche, ist vielen gar nicht klar, welch mächtige Schlüssel zur Wirksamkeit sie bereits in der Hand halten.
1. Urteilsvermögen und Besonnenheit statt Wortgefecht
Viele leise Expertinnen sind exzellente Beobachterinnen, die blitzschnell die unterschiedlichsten Blickwinkel einnehmen können. Ich stelle nur leider immer wieder fest, dass sich viele nicht trauen, diese Stärken wirklich auszuleben. 😓
Stell dir vor, du würdest in Meetings aufhören, dich zum Reden zu zwingen… Stattdessen hörst du zu, analysierst in Ruhe und am Ende hakst du ganz gezielt ein: „Ich habe eure Argumente sehr aufmerksam verfolgt. Eine Sache ist mir dabei aufgefallen: Wir haben bisher noch nicht über [Thema] geredet. Wie können wir das berücksichtigen?“
Bäm! 🙌 Das ist Quiet Authority, bei denen die Charakterstärken Besonnenheit und Urteilsvermögen im Einsatz sind. Ein Satz, der die Essenz trifft, ist wertvoller als zehn Minuten Dauerbeschallung. Das ist nicht „still sein“, das ist Präsenz durch Präzision.
2. Soziale Intelligenz statt „Härte“
Du denkst, du bist zu weich? Die Charakterstärke, die dahintersteckt, ist soziale Intelligenz. Du bemerkst Stimmungen und Dynamiken sofort, wenn du einen Raum betrittst. Du spürst Spannungen, lange bevor es überhaupt zum Konflikt kommt. Das mag sich manchmal anfühlen, als würdest du die Last der ganzen Welt tragen.
Gleichzeitig ist diese Eigenschaft die Grundlage für Führung 2.0. Moderne Teams dürsten nach psychologischer Sicherheit – und genau die kannst du mit deiner Empathie erschaffen. Konflikte und Missverständnisse früh zu erkennen, bedeutet nicht, dass du sie auch lösen musst. Aber du kannst schneller verstehen, was andere antreibt und sie emotional dort abholen, wo sie gerade stehen. 🫶
3. Bescheidenheit = echte Souveränität
Deine innere Kritikerin flüstert: „Du weißt nicht genug.“ Deine Stärke der Bescheidenheit antwortet: „Ich muss nicht alles wissen. Ich weiß, wer es weiß, und ich moderiere den Prozess.“
Wahre Souveränität bedeutet, sich nicht über Wissen zu definieren, was im KI-Zeitalter ohnehin immer schwieriger wird. Sondern es bedeutet, die eigenen Grenzen anzuerkennen und anderen dabei zu helfen, zu wachsen. Deshalb ist Bescheidenheit eine der wichtigsten Charakterstärken für Führungskräfte, die sich ein motiviertes Team wünschen, in dem man sich aufeinander verlassen kann und die Stärken der anderen kennt. 🤝
4. Authentizität: Den Impostor „outen“
Nichts nimmt dem Hochstapler-Syndrom mehr Wind aus den Segeln als die Charakterstärke Authentizität. Wenn du ehrlich sagst: „Ich brauche kurz einen Moment, um darüber nachzudenken, bevor ich entscheide“, dann zeigst du keine Unsicherheit. Du zeigst tiefen Respekt vor der Qualität deiner Arbeit und der deines Teams.
3 Impulse für deinen Alltag als leise Expertin
🔎 Entlarven: Geschichte vs. Tatsache
Das Hochstapler-Syndrom vermittelt dir das Gefühl, dass du nicht gut genug bist. Aber: Gedanken sind keine Fakten! ⚠️
Der beste Weg, um dieses nagende Gefühl zu beschwichtigen, ist, deine Gefühle mit den Fakten abzugleichen. Das kannst du z. B. tun, indem du darüber sprichst. Das hat den Vorteil, dass du das Gefühl nicht internalisierst, sondern dich aktiv mit ihnen auseinandersetzt und weitermachst.
Unterdrückte Emotionen werden immer größer und schwerer zu bewältigen. Diese Gefühle mit jemandem zu teilen, ist ein guter Anfang, wenn du das Hochstapler-Syndrom überwinden möchtest. Du wirst sehr schnell feststellen, dass viele Menschen das Hochstapler-Syndrom schon selbst erlebt haben.
✅ Anerkennen, bestätigen – gehenlassen
Beim Überwinden des Impostor-Syndroms geht es nicht darum, deine Gefühle kleinzureden. Es hilft also nichts, wenn du versuchst, mit positiven Affirmationen gegen anzuarbeiten, die du dir selbst nicht abnimmst. Alle Gefühle haben ihre Daseinsberechtigung, auch wenn sie unangenehm sind. Gestehe dir also ein, dass du dich gerade unzulänglich fühlst und dass das in Ordnung ist. Erst wenn du Gefühle erkennst und beim Namen nennst, bekommst du wieder die Kontrolle über deine Gefühlswelt: „Name it to tame it.“
👭 Suche dir eine:n Mentor:in
Du musst nicht alles allein schaffen! Es ist viel einfacher, den Weg an der Seite von anderen Menschen zu gehen, die dich verstehen und dir einen Safe Space bieten. Das beste Gegengift gegen die nagenden Versagensängste ist die Stärkenarbeit 🌟.
Lerne dich selbst besser kennen und erfahre, welche Charakterstärken du gezielt einsetzen kannst, um dich stimmig und selbstsicher zu fühlen. Hier erfährst du ganz genau, wie Timon und ich mit unseren Stärken-Coachees zusammenarbeiten.
Schluss mit dem „Lauter-machen“
Wir haben so lange gelernt, dass wir uns anpassen müssen. Dass wir die Ellbogen ausfahren müssen, um nach oben zu kommen. Aber die Welt da draußen ist schon laut genug. Sie braucht keine weiteren schlechten Kopien von autoritären Führungspersönlichkeiten.
Sie braucht dich. Genau so, wie du bist.
Erfolgreiche (Selbst-)Führung ist kein Wettbewerb im Laut Sein. Es ist der mutige Weg, den Blick auf dich selbst zu richten und zu erkennen: Alles, was du brauchst, ist bereits da. Du darfst einfach DU sein – und genau so wirst du gewinnen.
Dein leises Original ist so viel kraftvoller als jede laute Kopie. Fang an, ihm zu vertrauen.
FAQ: Die wichtigsten Fragen zum Hochstapler-Syndrom
Was ist das Hochstapler-Syndrom? Es beschreibt das Phänomen, dass erfolgreiche Menschen tief im Inneren davon überzeugt sind, ihren Erfolg nicht verdient zu haben. Betroffene haben Angst, als „Blender“ enttarnt zu werden, obwohl es klare Beweise für ihre Kompetenz gibt.
Wie äußert sich das Hochstapler-Syndrom? Typisch sind Gedanken wie „Ich hatte nur Glück“ oder „Das war reiner Zufall“. Es äußert sich oft durch extremen Perfektionismus (um keine Fehler zu machen) oder durch das Meiden von Sichtbarkeit, aus Angst, die hohen Erwartungen anderer nicht erfüllen zu können.
Wer ist vom Hochstapler-Syndrom betroffen? Studien zeigen, dass besonders viele leistungsorientierte Frauen und introvertierte Persönlichkeiten betroffen sind. Aber auch Menschen in neuen Führungspositionen oder in Umfeldern, in denen sie sich als „Alien“ fühlen (z.B. Frauen in Männerdomänen), leiden häufig darunter.
Wie behandelt man das Hochstapler-Syndrom? Da es keine Krankheit ist, gibt es keine klassische „Therapie“. Der wirksamste Weg ist die Stärkenarbeit: Lerne deine Charakterstärken kennen und nimm deine Erfolge durch Fakten-Checks bewusst an. Auch der offene Austausch mit Mentorinnen oder im Coaching hilft dabei, die innere Kritikerin leiser zu drehen.
Ist das Hochstapler-Syndrom eine psychische Erkrankung? Nein. Es ist ein psychologisches Phänomen, eine verzerrte Selbstwahrnehmung. Es tritt besonders häufig bei hochqualifizierten Frauen auf.
Quellen & weiterführende Ressourcen:
Pauline R. Clance, Suzanne A. Imes: The impostor phenomenon in high achieving women. Dynamics and therapeutic intervention. In: Psychotherapy. Theory, Research, and Practice. 1978.
Schlagwörter: Angst / Arbeit / Erfolg / Gefühle / Introversion / Job / Perfektionismus / Persönlichkeit / Psychologie / Schüchternheit / Selbstbewusstsein / Selbstständigkeit / Selbstvertrauen / Selbstwertgefühl



Interessantes Phänomen. Ich weiß gar nicht, ob es wirklich Konkurrenzdruck ist, vielmehr scheint mir eher der Vergleich im Vordergrund zu stehen. Wie Du schon sagtest: überall diese „happy successful people“ sobald ich online gehe, und mir scheinen diese Leute immer richtig viel zu arbeiten, richtig kreativ zu sein, eine richtig harte Zeit in den Anfängen gehabt zu haben, nach dem Motto „mein erstes Büro war in einem feuchten Keller mit Ratten und nur 2 Std. Strom am Tag, aber ich habs geschafft! Bin erfolgreich und glücklich!“ Dadurch kommt mir der Gedanke:“ Ich kannst gar nicht erfolgreich werden, weil ich nicht gewillt bin, 80 Std. pro Woche im feuchten Keller zu arbeiten bis der Laden läuft.“
Und andere, die auch nicht durch den feuchten Keller krochen, fühlen sich ggf. als Betrüger, wenn sie trotzdem erfolgreich sind.
Auch außerhalb der Selbständigkeit sehe ich dieses Phänomen komischerweise mehr bei Frauen. Da höre ich häufig erfolgreiche Frauen sagen: „ja das war irgendwie Zufall wie ich an den Job gekommen bin.“ Und der Zufall war dann: Teilzeit/als Aushilfe in die Firma gekommen, um z.B. ein bisschen nebenbei zu verdienen, sich da so gut integriert und in die Materie eingearbeitet, plötzlich Vollzeit und fest angestellt und die Leiter weiter raufgeklettert.
Der einzige Zufall war, dass diejenige ausgerechnet in dieser Firma ihr Taschengeld aufmotzen wollte, der Rest war Arbeit, war Leistung. Und was spricht gegen Zufall? Da ist mir was zugefallen und ich habs aufgehoben – hätte es ja auch liegenlassen können.
Ich will hier nicht die Feminismus- Keule schwingen, aber ich sehe das Phänomen hauptsächlich bei Frauen. Bist Du „nur“ Mutter von 2 Kindern, um die Du Dich kümmerst, heißt es „ach so, Du bist nicht so erfolgshungrig“. (ich finde übrigens Kinder gut zu erziehen, mit Werten ausrüsten etc. sehr erfolgreich!), bist Du im Job erfolgreich, heißt es „ach so, Du machst lieber Karriere“ und wenn Du arbeitest und Kinder hast, bekommst Du seltener die Beförderung und es heißt auch noch „und wer kümmert sich nach der Schule um die Kinder? Und was machst Du im Job, wenn die Kinder krank sind?“
Nur erfolgreich im Beruf, ist nicht genug. Nur Kinder, ist nicht genug. Beides: da kannst Du doch nicht 150% geben (100% reichen heutzutage ja nicht mehr).
Und ich glaube dadurch kommen auch Zweifel. Da sitze ich in meinem Büro, mache einen echt guten Job und bin durch Leistung dort angekommen. Aber bin ich genug? Bin ich nicht nur durch Zufall hier?
Auch wenn wir in Deutschland schon offiziell die Gleichberechtigung/Gleichstellung haben – richtig angekommen ist sie noch lange nicht. Da muss noch viel in den Köpfen passieren; angefangen in der Erziehung.
Das Erfolgstagebuch ist übrigens wirklich hilfreich.
Toller Bericht Melina!
Haha, dein Vergleich mit den Ratten im Keller ist gut! Ja, so ähnlich fühlt sich das manchmal an. ;)
Und zu dem anderen Punkt: Ich finde gar nicht, dass du da die Feminismus-Keule schwingst. Egal, wie man es macht, es reicht einfach nicht. „Du bist 30 und hast noch kein Kind? Schäm dich, du Karriere-Tussi!“ Umgekehrter Fall: „Oh, du bleibst also zuhause bei deinen Kindern? Soso.“ Aber das schlimmste daran ist: Diese Diskriminierung kommt oft sogar von anderen Frauen und nicht von Männern! Und das finde ich richtig frustrierend. Da hilft auch keine Gleichstellung, wenn wir Frauen uns nichtmal gegenseitig anerkennen und wertschätzen. :(
Moin Melina,
wie gut in das kenne… Vielen Dank für Deinen aufbauenden Beitrag! Ich hoffe, ich kann den Schwung fürs Schreiben neuer Blogbeiträge nutzen. Und ein „Jar Of Awesome“ brauch ich unbedingt! Was ein toller Tipp!
Liebe Grüße, Nina
Gerne! :) Das „Jar of Awesome“ wird echt unterschätzt (also von mir zum Beispiel am Anfang). Es macht tatsächlich einen Unterschied, wenn man sich hin und wieder selbst wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt.
Liebe Grüße,
Melina
Oh ja, eine Freundin von mir leidet stark darunter – was schade ist, weil sie wirklich klug und talentiert ist und SO VIEL geschafft hat. Vielleicht ist das auch gerade das Ding bei Frauen, die tatsächlich „viel erreicht“ haben… Manchmal habe ich das auch, aber nur ein ganz kleines bisschen ;) von daher also nicht ganz imposter syndrom :D
Ja, es ist echt verrückt mitunter. Dann gib deiner Freundin unbedingt mal den Tipp, ihre Erfolge zu sammeln! Es mag nur wie ein Mini Schritt aussehen, aber Erfolgsmomente zu sammeln und sich selbst wieder daran zu erinnern, tut so gut! :)
Hey Melina, oooch, das kenne ich!
Mal mehr mal weniger je nach Gemütszustand. Das kann auch sehr schnell wechseln! Ist doch super, dass Du bei Deinem Mann miteinsteigen konntest. Denk dran, nicht nur Du hast mehr davon, auch eure Kunden! Zwei mal mehr Strategie und Kreativität!!! LG N
Ja, bei mir wechselt das auch schnell mal. Und du hast ja auch total Recht, vom Kopf her weiß ich, dass meine Ängste da ganz unbegründet sind. Aber dann kommt halt mal ein schlechter Tag und zack! – stellt man gleich alles infrage. ;)
Liebe Grüße!
Melina
Oh ja, ich hab mich wiedererkannt. Ich arbeite ja teilweise freiberuflich als Kunsthistorikerin und mache Führungen zu verschiedenen Themen und für verschiedene Auftraggeber. Und manchmal schleicht sich eine fiese kleine Stimme in meinen Kopf, die mir sagt, dass bestimmt demnächst einer mal merkt, dass ich gar nicht so viel weiß und kann und der mir nachweist, dass alles Quatsch ist, was ich da erzähle. Dabei weiß ich, dass ich wirklich gut bin in meinem Job und selbst wenn ich mal veraltete Infos rausgeben würde, nichts passieren würde. Ich versuche diese Stimme zu ignorieren bzw. rede ganz viel mit Kollegen um mir immer wieder klarzumachen, dass ich inhaltlich richtig liege.
Mach weiter mit deinem Blog, ich lese ihn so gerne. Viel Erfolg auch in deiner Selbstständigkeit. Ich finde es nicht verwerflich irgendwo miteinzusteigen, so haben doch alle große Firmen mal angefangen.
Liebe Grüße
Ines
In klaren Momenten kommt es einem dann wieder lächerlich vor, dass man so denkt, nicht wahr? ;) Es ist schon bezeichnend, wie viele Frauen von Selbstzweifeln geplagt sind. Ein Grund mehr, öfter darüber zu schreiben. So merken wir wenigstens, dass das alles ganz normal ist und man sich selbst manchmal nicht ganz so ernst nehmen sollte.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende! :)
Abend Melina,
Menschen die zum Perfektionismus neigen haben sehr oft auch dieses „ich habe es ja eigentlich nicht verdient“ denken. ICH fühl mich auch hier zu Hause und versteh dich sehr gut. In Wahrheit zählt nur das was in deinen Augen richtig ist und sich gut anfühlt! Machst du das was andere wollen, wird es dir nicht sehr lange Spass machen.
Ich sage mir sehr oft wenn ich mal wieder im Zweifel bin: verstehen oder mögen es die Menschen nicht wie und was ich schreibe … sind sie nicht für mich bestimmt. Ich möchte auf jeden Fall authentisch sein und bleiben und ich denke DAS spüren auch die Leser!
Also: DU machst deine Sache richtig gut und hast in Folge alles verdient was du bekommst :-) . Und zum Wort „Hochstapler“ … dazu würden mir ganz andere Menschen einfallen :D.
Alles Liebe und weiterhin viel Erfolg Sandra
Hi Sandra,
ja die Spanne zwischen „eigener gefühlter Wahrnehmung“ und „äußerer Wahrnehmung anderer“ ist manchmal so gewaltig…das ist schockierend! Was echt hilft, ist viel öfter über solche Zweifel zu reden, um sie mal wieder in Relation zu setzen. Ich glaube, sonst vergräbt man sich zu tief in seine destruktive Gedankenwelt und dann passiert genau das, was du sagtest: Man verliert den Spaß. Stimmt genau!
Danke dir und bis bald!
Melina
Liebe Melina
So eine wunderbare Idee, dass du Themen ansprechen möchtest über die sonst eher geschwiegen wird. Das gefällt mir wahnsinnig gut und ich kann es kaum erwarten noch mehr davon zu lesen!
Ha, gar nicht gewusst, dass es einen Begriff dafür gibt, wie ich mich fühle! Hätte aber nie gedacht, dass es dir auch so geht, weil ich dich als sehr starke Frau sehe!
Aber ich kann so gut nachvollziehen, was du schreibst. Lese ich aber deine Zweifel, fallen mir nur Gegenargumente für deine Zweifel ein. Unglaublich, was für eine falsche Wahrnehmung wir von uns selbst haben! Wir merken gar nicht, dass genau die meisten dieser Zweifel unberechtigt sind oder andere an uns sogar lieben.
Ein Beispiel: Du denkst, dass wir sehen, dass nicht alles perfekt ist? Ich sehe davon kaum etwas – leider! Ich lese deinen Blog schon so lange (ja, ich habe es erst heute gewagt einen Kommentar zu schreiben) und für mich wirkt alles immer so perfekt. Ich frage mich ständig, wie du das alles schaffst. Da kommen mir gleich wieder Selbstzweifel.
Ach, und die Nase kann ich von dir und deiner Art nicht voll genug bekommen ;) !
Seit längerem schreibe ich auch ein Erfolgstagebuch und eine Done-Liste. So sehe ich, was ich erreicht habe. Es hilft ein wenig und ich hoffe, dass es immer besser wird. Das wird aber vermutlich noch eine Weile dauern.
Oh, ein „Jar Of Awesome“, was für eine tolle Idee! Probiere ich auf jeden Fall aus! So sehe ich auch, wie das Glas immer voller wird – ein schöner Gedanke.
Sei nicht zu streng mit dir!
Liebe Grüsse, Stefanie
Danke Stefanie! Und vor allem dafür, dass du mir einen Kommentar geschrieben hast! Darüber freue ich mich wahnsinnig und auch, dass du sagst, „weniger perfekt“ wäre dir lieber. Kann ich sehr gut nachvollziehen… Ich will nicht dazu beitragen, dass das Internet noch surrealer wirkt als ohnehin schon! :P Eigentlich gehörte ich schon immer zu den Personen, die viel zu viel grübeln, oft Angst haben und sich schnell von Ereignissen umpusten lassen. Aber egal – Hauptsache nach vorn sehen und immer weitermachen!
Also danke noch einmal und ein schönes Wochenende für dich!
Der Beitrag trifft bei mir den Nagel auf den Kopf. Ich würde mich nicht unbedingt als erfolgreich bezeichnen, hab aber, egal was ich tue, manchmal das Gefühl, irgendwann aufzuwachen und zu merken, dass ich das gar nicht kann. Oder das andere erkennen, dass ich ne Nullnummer bin. Keine Ahnung woher das kommt. Es ist einfach schräg.
Es kommt nicht oft vor, wie gesagt, manchmal. Aber diese Situationen sind nie wirklich schön.
Ich freue mich schon auf mehr dieser Beitragsart. :)
Liebe Grüße
Rebecca
Egal, wohin wir gingen und gehen – es wird einem ja auch auf Schritt und Tritt eingetrichtert, wie man zu sein hat und an wem man sich orientieren soll (erst Schule, dann Beruf). Menschen wie du und ich, die vielleicht eher dazu neigen, sich kritisch zu hinterfragen und Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl haben, übertreiben es dann auch schnell mal. Dieser Perfektions-Wahn ist etwas, das man nur mit sehr viel Arbeit bezwingen kann. Daher mag ich auch so gern das Erfolgstagebuch, weil es de Fokus auf etwas Positives lenkt! :)
Liebe Grüße!
Liebe Melina
Vielen Dank für diesen Beitrag! Du sprichst mir aus der Seele! Besonders gefällt mir die bildliche Vorstellung: mit gesenktem Kopf in Richtung Therapeutencouch.
Ich habe zur Zeit sehr grosse Zweifel an meiner Blogarbeit und hab vorhin den ganzen Gedankenwusch gepostet.
Es hat gut getan, deinen Post zu lesen.
Liebe Grüsse
Katarina
Tut gut, das alles aus dem Kopf zu haben, oder? :) Mir kommen auch hin und wieder meine Zweifel, aber das ist ganz normal. Wenn ich dann wieder Feedback bekomme, wie dankbar andere dafür sind, dass ich meine Gedanken teile – dann weis ich ganz genau, dass es die Mühe wert ist!
Toller Artikel und so ein sympathischer Blog!
Ich folge direkt auf allen Kanälen, die ich nutze! ;)
Liebe Grüße,
Vera
Hallo liebe Vera,
vielen vielen Dank! :)
Ich danke dir für diesen „ehrlichen“ Artikel. Ehrlich meint nicht, dass die anderen Posts hier weniger ehrlich sind, sondern dass man mit so einem Post doch recht viel von sich preisgibt und das ist ja gerade in so einem Fall nicht leicht. ;)
Das Hochstapler-Syndrom kommt mir nun schon zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit unter (neulich erst in Sheryl Sandberes „Lean in“)und ich werte das als Zeichen, dass ich dieses Feld jetzt ganz dringend beackern muss. Gute Worte prallen an mir ab und als Quereinsteiger kann ich nicht mal auf das verweisen, was ich als „solide Basis“ bezeichnen würde – wenn die „Vergleicheritis“ einsetzt, kann ich also nur verlieren. Dazu kommen langjährig „bewährte“ Selbstsabotagestrategien, die mir wieder und wieder bestätigen, dass ich nichts kann – schon gar nicht schreiben. Das kann ja auch nicht sein, denn wenn ich nicht mal das kann, bleibt halt nicht mehr viel. ;D Nee, Scherz. Ich finde es unglaublich befreiend zu lesen (auch in den Kommentaren), dass dieses Hochstapler-Syndrom (ich nenne es „Unzulänglichkeitsgefühl) doch nicht nur ein persönlicher Spleen ist, sondern dass ich mich da in guter Gesellschaft befinde. Macht es leichter, diesen Kampf weiter auszufechten. ;)
Also: danke dir für diesen Post!
Herzliche Grüße
Anna
Hi Anna! „Lean in“ ist voller guter Denkanstöße, nicht wahr? Ich weiß auch nicht, warum es so vielen Frauen (einschließlich mir) so schwer fällt, anerkennend über sich und die eigenen Fähigkeiten zu denken. Es ist manchmal zum Verrücktwerden! Aber ich werde langsam besser, weil ich mir negative Gedanken immer öfter direkt verbiete, wenn sie mich wieder foltern wollen. ?
Vielen Dank für diesen Artikel. Ich habe durch ihn tatsächlich erst deinen wunderbaren Blog entdeckt. :)
Ich habe letztens meinen Mut zusammengenommen und in einer Facebook-Gruppe mal gefragt, ob es anderen auch so geht wie mir. Da wurde mir das erste mal der Begriff Impostor-Syndrom entgegen geschleudert. Danach ist er mir noch ein paar mal begegnet und ich habe begonnen darüber zu lesen (und bin hier gelandet). Ich würde sagen, auf mich trifft das ziemlich zu. Ich bin (erst) seit 2 Jahren im Beruf und direkt „Quereinsteiger“ – und dann auch noch in der Kreativbranche (da spielt das Bauchgefühl ja doch eine wichtige Rolle, wenn wir ehrlich sind).
Ich habe Angst, mich vor anderen fachlich zu äußern, die das selbe Fachgebiet haben, denn sie bemerken doch bestimmt, dass ich keine Ahnung habe. Kunden könnten merken, dass ich doch gar keine Ahnung von meinem Job habe und sie ihr Geld verschwenden. Läuft ein Projekt nicht perfekt, überlege ich, was ich alles falsch gemacht habe und welche Konsequenzen ich zu spüren bekomme (Serverausfall –> Livegang verschiebt sich –> Meine Gedanken: „Das wäre bestimmt nicht passiert, wenn ich zwei Wochen vor der Deadline geliefert hätte.“) Mein erstes Jahresgespräch habe ich versaut, weil ich die ganze Zeit Angst hatte, dass ich die Kündigung bekomme. Wenn ich gelobt werde, versuche ich zu begründen, warum ich doch gar nichts dafür kann. Meinen Job verdanke ich Glück und Zufall, eine Leidenschaft oder ein Talent habe ich nicht. Objektiv betrachtet weiß ich, dass das alles so gar nicht stimmen kann, aber das kapiert mein Unterbewusstsein leider nicht.
Leider vergeht kein Tag, ohne das irgendwann das innere Stimmchen kommt, das mir einredet nichts zu können.
Für mich ist es befreiend zu lesen, dass sich andere auch so fühlen. Deshalb vielen Dank für deinen Artikel. Der hat unglaublich gut getan. :)
Hallo und willkommen, liebe Jasmin!
I feel you… zu dem Thema kann man Bücher füllen. Ich kann dir den „Jar of Awesome“ wirklich sehr an Herz legen. Ich habe meinen mittlerweile mehrere Jahre und ich habe ihn extra so platziert, dass ich täglich zigmal dran vorbeilaufe und daran erinnert werde, dass dieses Glas randvoll mit meinen Erfolgen ist. ?
https://vanilla-mind.de/erfolgstagebuch/
Alles Liebe,
Melina
Hallo Melina,
Danke für deine liebe Antwort. Die Idee mit dem Glas werde ich Mal versuchen. Als richtiges Tagebuch hat es mir leider weniger gebracht, weil so wieder die Verknüpfung zu dem Tag besteht. Losgelöst könnte das eventuell sogar noch besser wirken. Einfach der Erfolg, ohne großen Rahmen drum, fokussiert auf das Wesentliche. :)
Du sprichst mir aus der Seele, vielen Dank für deinen Text, deine Ehrlichkeit und diese schöne Seite, auf die ich heute gestoßen bin. Ich gehöre zum Kreis der Schüchternen, genauer gesagt sogar der Menschen, die mit Sozialer Phobie kämpfen. Die Grenzen zwischen beidem sind verschwimmend. Es tut sehr gut zu lesen, dass auch andere Zweifel haben, leider liest man davon zu wenig. Ich arbeite noch sehr daran, mir mein Selbstwertgefühl vor allem beruflich als Selbstständige mit vielen Ängsten und Zweifeln zu erkämpfen und meinen Platz zu finden. Auch das Thema Perfektionismus, Work-Life Balance und vieles mehr, von dem du schreibst kenne ich. Schön, dass du Wege für dich gefunden hast. Ich hoffe ich kann einige deiner Tipps umsetzen und finde mehr und mehr meinen Platz in der beruflichen Welt. Wünsche dir viel Erfolg und alles Gute bei allem was noch vor dir liegt.
Hallo liebe Bianca und willkommen im Club!
Machs dir gemütlich bei uns, wir sind alle kleine Angsthasen hier. ?
Aber das ist okay! Ich habe es Jasmin eben auch schon empfohlen: Ich finde ein Erfolgstagebuch ist ein ganz hervorragender Anfang, sich zu stärken wenn man wieder einen Tiefpunkt hat. Auch das 6-Minuten-Tagebuch liebe ich sehr.
https://vanilla-mind.de/erfolgstagebuch/
https://vanilla-mind.de/6-minuten-journal/
Bis bald,
Melina
WOW!
Seit 23 Jahren bin ich in meinem hauptberuf, habe viele Ausbildungen hinter mir, einen Uni Abschluss, habe eine Schule aufgebaut und geleitet. Doch immer wieder kam die Angst, ich kann das gar nicht und ich war nur immer zur richtigen Zeit am richtigen Platz. Jeden Abend die Angst vor dem nächsten Tag, wo jemand draufkommen könnte, was ich alles nicht kann…..
Ich bin sehr glücklich, diesen Artikel gefunden zu haben, denn nun weiss ich, 1.) das ich NICHT die Einzige bin
und 2.) dass ich mir Hilfe für ein bestimmtes Problem holen kann. Ich wusste nur nie welches…
Danke schön und ganz liebe Grüße
Elfi
Auch wenn es erstmal das Grundproblem nicht löst – es ist immer schön zu wissen, dass man nicht allein ist, oder?
Dankschön für deinen Kommentar und viele liebe Grüße,
Melina
<- guilty
Aber sowas von! Tatsächlich will ich zu dem Thema auch schon seit geraumer Zeit was schreiben. Wenn da nur nicht diese Stimme in meinem Kopf wäre, die in letzter Zeit ständig so ganz und gar nicht leise sagt: Was hast du denn schon dazu zu melden? Weswegen ich mich dann lieber auf anderen Blogs rumtreibe…
Am Montag geht's wieder auf die Couch :D
Ich bin so froh, dass ich Deine Seite gefunden habe. Du packst Themen an, die eher selten zu finden sind. Einfach nur toll. Gerade auch dieses Thema – da dachte ich, wahnsinn, wieviele Ideen und Beiträge Du hier hast. Ich eiere oft in meinem eigenen Blog rum und denke, ich muss mal wieder was schreiben, aber es geht so schwer aus der Feder und dauert alles so lange. Aber ich will von Dir lernen und und werde heute mit anderem Schwung an die Umsetzung rangehen. Danke für Deinen Einsatz und Deine Mühe. liebe Grüße
Es ist ca. 3 oder 4 Jahre her, als ich das erste Mal über dieses Syndrom gelesen habe in einem Zeitingsartikel. Mein erster Gedanke war, aha, hier geht’s um notorische Betrüger. Doch noch während des Lesens dachte ich mir, das bin ja ich! Um Himmels Willen. Bis dato hatte ich mir keinen großen Kopf darüber gemacht, dass ich immer das Gefühl hatte, ich kann doch gar nichts und ohje, hoffentlich fragt mich niemand diese eine Frage zu der ich dann keine Antwort parat habe und mich entlarvt als totale Niete.
Nun bin ich schon 35, aber dieses Gefühl habe ich bereits seit meiner Schulzeit. Eine 1 im Aufsatz, eine 1 im Referat, Abi geschafft ohne wirklich großartig zu büffeln, haben die Dozenten im Kolloquium an der Uni einfach nur die 3 Fragen gestellt, die ich zufällig wusste, alles doch nur Zufall! Den Führerschein hab ich doch nur geschafft, weil es an dem Tag nicht so viel Verkehr gab und wenn ich mich recht erinnere, hatte ich bereits bei der Fahrradprüfung in der Grundschule den Verdacht, dass ich den Fahrradführerschein gar nicht verdient hatte (aus Wut darüber habe ich ihn damals sogar in den Müll geworfen, weil ich mir vorkam als hätte ich ihn mir nur erschlichen). Ich war also noch sehr jung, aber ich habe und nehme es bis heute als die Wahrheit an, ich bin vollkommen überzeugt, das ich bisher keine Leistung vollbracht habe. Ich kann doch gar nichts, während alle Welt so souverän die größten Probleme meistert.
Als tragisch sehe ich meinen Charakterzug im Übrigen nicht an. Das einzige und inzwischen bin ich mir dessen bewusst, seitdem ich Kinder habe: ich muss mich zurückhalten, diese Art der Selbstzweifel auf meine Tochter zu übertragen. Öfter erwische ich mich, wie ich auch ihre Erfolge versuche runter zu spielen (übrigens weniger bei meinem Sohn). Ich möchte jedenfalls nicht, dass sie, so wie ich, glaubt, unzulänglich zu sein.
Lob empfinde ich übrigens als unerträglich, ich neige zum Widersprechen oder erkläre demjenigen, ich hatte Glück, denn dann komme ich mir erst Recht als Hochstapler vor, denn anscheinend habe ich es auf eine mir nicht erklärbar Weise geschafft jemanden geblendet zu haben, ich könnte etwas oder wäre gut in etwas. Ein sehr unangenehmes Gefühl. Lieber ist mir dann, wenn das, was ich abgeliefert habe kommentarlos hingenommen wird.
Ich bin übrigens in einem behüteten und liebevollen Elternhaus aufgewachsen und meine Eltern haben mich nie kritisiert oder zu hohe Erwartungen an mich gestellt. Irgendwie ist das von alleine bereits in jungen Jahren entstanden… ich denke einfach, bei mir ist es eben so dass ich wirklich nichts kann.
Schön zu lesen und zu merken: Hey, damit bist du nicht allein. Mich hauen Selbstzweifel manchmal um und ich schiebe meine Arbeit dann widerwillig vor mir her, bis der Stress zu groß wird. Passiert inzwischen seltener, aber wenn, dann ist’s immer noch schwierig, sich aus diesem Du-kannst-doch-gar-nicht-schreiben-Loch rauszuziehen. Deshalb habe ich mir mehr Pausen angewöhnt und auch mal langsamer sein „erlaubt“.
Hallo,
mich plagen ganz oft Selbstzweifel. Oft tue ich etwas aus dem Bauch raus. Im Job habe ich gestern spontan auf eine Mitarbeiter-Umfrage regiert. Einen dreiseitigen Brief verfasst, meine Sicht der Dinge dargelegt, Vorschläge unterbreitet und eben auch wie ich mich im Unternehmen fühle. Alles ganz positiv.
Doch heute frage ich mich, war das zu übertrieben, habe ich zu viel von mir preisgegeben? Was werden betreffenden Personen jetzt von mir denken? Hm, mir ist sehr unwohl. Ob das richtig war?
Gestern war noch alles gut. War stolz wie Bolle. Voller Energie. Doch heute, würde ich mich lieber verkriechen.
Was denkt Ihr?
Hi Cathrin!
Ich kenne solche Gefühle gut. Ein Stück weit ist es ja auch ganz normal, dass wir je nach Tagesform mal mehr mal weniger selbstbewusst sind. Wenn du dazu neigst, dich ständig so stark zu hinterfragen, vielleicht ist dann auch dieser Artikel/Podcastfolge ganz interessant für dich: https://vanilla-mind.de/54-impostor-syndrom/
Alles Liebe
Melina