Sichtbarkeit und Branding sind richtige Buzzwords in unserer digitalen Welt. Und wenn du eher zurückhaltend bist, stellst du dir vielleicht erst recht die Frage: „Wie kann ich online sichtbar werden und meine Kompetenz zeigen, ohne mich aufzuplustern?“

Online sichtbar werden: Was du in dieser Artikel-Serie lernst

In Teil 1 hat Victoria erklärt, warum deine Website nicht von der Stange sein sollte und wie sie dein bester Mitarbeiter werden kann. Falls du Teil 1 noch nicht gelesen hast, kannst du das hier nachholen.

Dies ist Teil 2 der Serie “So zeigst du online, was du kannst!”, in der du darüber lesen kannst, wie du deine Website leuchtender, besonderer – und ja, auch zum automatischen Verkaufskanal machen kannst. Hier im zweiten Teil geht es darum, Schritt für Schritt herauszufinden, was du auf deiner Website eigentlich (von dir) zeigen willst.


Victoria ist Squarespace-Expertin und bloggt zu Website-Tipps und Online-Branding. Das Ziel: Dich und deine Marke online sichtbar machen und auf ein neues Level heben!

Squarespace-Expertin Victoria Weber

Schritt für Schritt herausfinden, was du auf deiner Website eigentlich (von dir) zeigen willst

Nachdem du dir überlegt hast, welche Ziele du mit deiner Website verfolgst, beginnt jetzt der Teil, der den meisten deutlich mehr Spaß macht. 

Hier hatten wir schon die vier Punkte angesehen, die deine Website erfüllen muss:

  1. Du musst zeigen, für wen du der/die Richtige bist
  2. Du musst deine Besucher sowohl inhaltlich als auch mit den richtigen “Vibes” einfangen
  3. Du musst beweisen, dass du wirklich kannst, was du versprichst
  4. Du musst die Leute in Aktion treten lassen, sodass sie einen kleinen Schritt näher in Richtung Bezahlangebot treten (+ ein System haben, das darauf dann aufbaut)

Nummer 1 und 2 gucken wir uns jetzt genauer an.

Zuallererst geht es darum, herauszufinden, für wen du das Ganze eigentlich aufsetzt. Das ist die Basis dafür, deine Ziele auch wirklich erreichen zu können.

Was du von dir auf deiner Website zeigen solltest, hat nämlich ganz direkt damit zu tun, wen du dir als Wunsch-Websitebesucher vorstellst.

Für welche Art von Mensch bist du genau der richtige Ansprechpartner?

Ich weiß: Das ist eine Frage, die leichter gestellt als beantwortet ist. Aber sie ist wichtig, bevor du irgendwas anderes machst.

Wen möchtest du im besten Fall mit deiner Website erreichen? – Je spezifischer du das beantworten kannst, desto mehr wirst du ein Wow-Gefühl statt eines gelangweilten “Joaaa” bei deinen Website-Besuchern auslösen. 

„Ich will alle erreichen“ oder „so viele wie möglich“ klingt erstmal logisch – funktioniert aber nicht. Denn Menschen sind viel zu verschieden! Und vermutlich hast du nämlich gerade kein großes Werbebudget oder Fernseh-Etats wie die Zalandos dieser Welt, also musst du kleiner anfangen.

If you’re talkin’ to everybody, you’re talkin’ to nobody.

– Marie Forleo

Und das ist ein Vorteil: Die Leute wollen ganz spezifische Angebote, Produkte und Marken – auch und vor allem online! Statt eines 08/15-Deosprays kaufen die Leute plötzlich vegane, geruchsneutrale, nicht an Tieren getestete Creme-Deos. Statt nach „Marketingberatung“ suchen die Leute nach Instagram-Experten. 

Natürlich gibt es auch die Marken, die jede*n erreichen. Aber selbst sie haben, wenn du dir ihre Geschichte anschaust, meist in einer ganz eng eingegrenzten Nische gestartet. Und dann nach und nach immer mehr erweitert. Interessanterweise ist es bei vielen Selbstständigen umgekehrt. Sie starten erstmal mit „ganz viel“, stellen aber fest, dass eine Spezialisierung ihr Unternehmen deutlich profitabler und angenehmer macht. 

Die Message: Es hilft dir, zunächst eine ganz bestimmte Zielgruppe ins Auge zu fassen.

Aber überleg dir natürlich vorher gut (und teste!), ob du mit dieser Zielgruppe auch Geld verdienen kannst. 

Sichtbar werden: Einfach anfangen!

Gerade wenn du frisch mit deiner Website loslegst, bist du womöglich trotz langer Überlegungen unsicher, wer denn eigentlich diese ominöse Zielgruppe für dich sein soll. Vielleicht drehst du dich da schon seit einiger Zeit im Kreis…

Wenn du gar nicht weiterkommst, stell dir eine konkrete Person vor. Oder nimm jemanden, der schon ein echter Kunde von dir ist (oder war) und mit dem die Zusammenarbeit super geklappt hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass deine Website auch für andere Leute dieser Art spannend ist, ist groß.

Das Gute (und Beruhigende) ist: Das Ganze ist ein Prozess. Deine Zielkunden werden sich mit der Zeit ändern – und im Gegensatz zu gedruckten Materialien kannst du deine Website jederzeit überarbeiten.

Also: Trau dich, Position zu beziehen – du kannst später immer noch nachjustieren. Nichts ist schlimmer, als mit deiner Website monatelang zu warten, weil du dich nicht festlegen kannst. Das sind wertvolle Monate in einer Welt, in der du Google viel Zeit lassen musst, um deine Website und ihre Inhalte überhaupt erst zu bemerken.

Zeig den Leuten, was sie sehen wollen (und du liefern kannst)

Wenn du genau – oder zumindest grob – weißt, wer dein Website-Besucher sein soll, kannst du damit loslegen, deine Inhalte anzugucken. Du wirst merken, dass ab jetzt alles einfacher wird. Und dir vielleicht sogar plötzlich federleicht von der Hand geht!

Jetzt, wo du eine Vorstellung hast, wen du gerne als Kunden oder Leser an Land ziehen möchtest, kannst du daran arbeiten, die Inhalte und “Vibes” dazu strategisch aufzubauen.

Als ungefähre Formel gilt: 

Das, was du anbietest  x  Das, was die Leute sehen wollen  =  Das, was du zeigen solltest 

Fangen wir mit den “inhaltlichen” Inhalten an, weil das etwas schön Greifbares ist. Die Frage hier lautet:

Wonach suchen deine Website-Besucher?

Das ist zunächst mal etwas sehr Grobes. Zum Beispiel könnte die Antwort hier lauten: “Tipps für interessante Tätigkeiten mit einer Kleinkinderfamilie” (Familienblog). Oder: “Frisches Essen direkt ins Büro geliefert” (Catering-Dienstleistungswebsite).

Hinter allem, aber auch wirklich allem, was online funktioniert, steht ein Problem – und dessen Lösung. 

Es gibt allerdings nicht nur das bewusste Problem, dass dein Kunde hat (also Fakten und Umstände: “Unser Caterer hat pleite gemacht, wir brauchen möglichst schnell einen Neuen!”). Sondern auch die unterschwelligen Gefühle, die dieses Problem begleiten. (“Wenn die nicht zuverlässig pünktlich jeden Tag erscheinen, habe ich wieder die ganzen Mitarbeiterbeschwerden am Hals.”) 

Je besser du die versteckten Probleme in den Worten deines Kunden aufgreifst, desto besser zeigst du auf deiner Website, wie du helfen kannst

Nach welchen Vibes hält er oder sie Ausschau?

So. Du weißt jetzt also, was das Problem ist. Und auch, was das wirkliche Problem ist. Jetzt geht es darum, die Stimmung deiner Website so zu planen, dass sie genau zu dem passt, was dein Besucher als Lösung für sein Problem sucht.

Platt gesagt: 

  • Wenn jemand unruhig ist, muss deine Website Ruhe und Sicherheit ausstrahlen.
  • Wenn jemand sich langweilt (bzw. seine Kinder es tun), muss dein Blog Abwechslung bieten.  

Der Inhalt, den du bietest, muss also mit der optischen Stimmung übereinstimmen. Sonst denkt sich dein potenzieller Kunde, dass irgendwas nicht passt.  

Dabei ist es übrigens ziemlich hilfreich, für deine Website ein Moodboard zu erstellen. Moodboards sind Sammlungen von Bildern oder auch Texten, mit denen du eine ganz bestimmte Stimmung einfangen kannst.

Branding: Wie bringst du deinen Stil rüber?

Es ist gar nicht so leicht, das, was du dir vorstellst, am Ende in deine Website mit einfließen zu lassen. 

Deswegen solltest du dir den Eindruck – ich nenne es mal “die Vibes”, die du ausstrahlen willst – vorher überlegen:

  • Welche Symbole sind hilfreich?
  • Was muss auf deinen Bildern zu sehen sein?
  • Welche Elemente sollen darin vorkommen?  

Zu deinen “Vibes” gehört aber zum Beispiel auch die Frage, wie du redest. Verwendest du auf deiner Website Wörter wie “Hey”, “yo”, “cool”, oder steht auf deiner Über-mich-Seite „Wir bitten Sie höflichst, mit uns in Kontakt zu treten“? 

Auf das Beantworten dieser Fragen haben die allermeisten Leute wenig bis überhaupt keine Lust. Aber es macht deine Texte viel besser! Am besten ist es, du schreibst dir in 3-5 Adjektiven auf, wie du herüberkommen möchtest. “Locker, flockig, umgangssprachlich” oder “sachlich, höflich, distanziert, schnörkellos”? Die gleiche Übung kannst du übrigens für deine Bildsprache machen. Das ergibt teilweise wirklich gute Kombinationen.

Selbstdarstellung ohne Selbstdarstellung

Vielleicht ist dir aufgefallen, dass dieser Artikel “dich zeigen” im Titel trägt, es aber bisher die ganze Zeit nur darum ging, was denn dein Website-Besucher eigentlich will.

Wenn du bis hierher gelesen hast, wirst du festgestellt haben:

Auf deiner Website geht es eigentlich gar nicht um dich! 

Online zu zeigen, was du kannst, muss überhaupt nicht bedeuten, dass du dich aufplusterst oder als übermächtigen Guru darstellst. Ganz im Gegenteil.

Melina hat darüber bereits in ihrem Artikel “Selbstständig und schüchtern? Wie geht das zusammen?” geschrieben. Das Geheimnis ist, dass “man in erster Linie zuhört und nicht versucht, durch kunstvolle Monologe Eindruck zu machen.” 

Im besten Falle machst du genau das. Du hörst zu. Und beantwortest mit deiner Website die Fragen, welche deinem Kunden im Kopf herumschwirren – ohne dass er sie dir zuvor gestellt hat. 

„Mir fällt es so schwer, mich zu präsentieren“

Deine Website ist natürlich dafür da, dich und deine Angebote zu präsentieren. Sieh es mal so: Du bist nicht die Hauptperson, die im Rampenlicht steht, sondern in Wirklichkeit deine Kunden.

Buchtipp „Building a Story Brand“

Ein sehr guter Buchtipp dazu ist das englische „Building a Story Brand“ von Donald Miller. Dort bekommst du ganz konkrete Tipps, wie du den Kunden zum Helden machst und dich selbst eher als Guide darstellst. (Tipp: Mit einem Audible Testabo kannst du dir dieses Buch hier kostenlos anhören.*)

Building a StoryBrand: Clarify Your Message So Customers Will Listen, Audible Hörbuch

Mit diesem Wissen kannst du dich getrost zurücklehnen: Du brauchst dich gar nicht als Held*in im glitzernden Rampenlicht darstellen. Eine Erkenntnis, die ziemlich befreiend ist, nicht wahr? Und dir hoffentlich ein bisschen den Druck nimmt. Denn du legst ja erstmal nicht dich fest, sondern deine Zielgruppe. Wenn sich später herausstellt, dass du eigentlich jemand ganz anderen erreichst, ist das kein Problem. Justieren kannst (und solltest) du sowieso laufend.

Und damit bist du bereit für die Königsdisziplin: Das Konzept und die Inhalte für deine Website zusammenzustellen. Alles dazu kannst du im dritten Teil dieser Artikelserie lesen!

Mehr Sichtbarkeit: Plane deine neue Website in 5 Tagen!

Victoria ist Squarespace-Expertin und bloggt zu Website-Tipps und Online-Branding. Das Ziel: Deine Marke auf ein neues Level zu heben und online zu überzeugen!

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