Du betrittst einen Raum und siehst, wie Frauen miteinander tuscheln? – Die lästern auf jeden Fall über dich, ist doch klar!

Was, die Kassiererin hatte einen schlechten Tag und hat daher etwas ruppig reagiert? – Nein, du kannst dir sicher sein: In Wahrheit hasst sie dich! Sie kennt dich zwar gar nicht, aber egal, sie muss etwas gegen DICH haben!

Und deine Chefin will, dass du eine Präsentation hältst? – Völlig ausgeschlossen, dass sie dich für fähig hält – in Wirklichkeit will sie dich nur vorführen!

Ich rede nicht davon, selbstkritisch zu sein. Das ist eine positive Eigenschaft und spornt an, noch mehr zu geben und immer besser zu werden. Nein, ich meine die Art Selbstzweifel, mit denen du dich selbst zu deinem größten Feind machst. Hier geht es um Selbstsabotage. Und dazu muss nicht einmal jemand da sein, der eine Bemerkung macht, die dich aus dem Gleichgewicht bringt – das schaffst du auch super allein!

Diese Sabotage kann dich so einiges kosten: Es geht mit dem Verlust von Respekt und Anerkennung los und endet irgendwann bei Kunden, Projekten, Einnahmen oder sogar dem Job.

Nach dem Motto: „Bevor mich irgendjemand fertigmachen kann, mache ich das lieber selbst!“ So zu denken, kann nicht nur dich, sondern auch deine Berufslaufbahn zerstören, wenn du deine Gedanken nicht unter Kontrolle hast. Und wie du über dich selbst denkst und redest, bestimmt deine Realität!

Selbstsabotage beginnt mit Negative Self-Talk

Verstecken gilt nicht!

Selbstbewusst statt unsichtbar

  • Was denken die Leute von mir?
  • Wie sehe ich gerade aus?
  • Mache ich mich gerade total lächerlich?
  • Was, wenn ich etwas Falsches sage?

Welche Strategien mir dabei geholfen haben, ein neues Mindset zu entwickeln, zeige ich dir in meinem neuen Buch!

In der Psychologie findet man zahlreiche Begriffe, die diesen Umstand treffend umschreiben: innere Sabotage oder schlichtweg – ein negatives Selbstbild. Im englischen Sprachgebrauch gibt es einen Begriff, der mir viel besser gefällt als alle deutschen Äquivalente: Negative Self-Talk. Gemeint sind damit keine „Selbstgespräche“ im herkömmlichen Sinne, sondern innere Monologe, die dich und deine Leistung permanent schlechtreden und dir letztlich deine innere Stärke nehmen.

Früher war die fiese Stimme in meinem Kopf so laut, dass ich es an manchen Tagen einfach nicht geschafft habe, zur Schule zu gehen. Ich war regelrecht „krank“ vor Sorge, was mir Schlimmes passieren würde, dass ich nicht aufstehen konnte.

  • „Man wird mich vor allen Leuten bloßstellen, wenn ich dieses Thema nicht verstehe.“
  • „Alle anderen sind viel intelligenter als ich.“
  • „Alle werden mich auslachen.“

Und heute? Heute reden wir uns ein, dass alle anderen den Job besser machen und dass wir unsere eigenen Ziele ja eh nicht erreichen. Oder dass wir für niemanden nützlich sind. Das tut weh. Und es nagt am Selbstbewusstsein.Oft denken wir, dass andere Menschen genauso schlecht von uns denken wie wir selbst. Aber es geht auch anders!

Hier sind fünf Möglichkeiten, die mir immer wieder helfen, wenn ich mein innerer Kritiker mal wieder viel zu laut meldet:

1. Pack selbstzerstörerische Gedanken in eine Kiste

Mein amerikanischer Lieblingscoach für Produktivität Ramit hat einen knackigen Begriff für diese Technik geprägt. Den „Worry Vault“. Wie sagt man das am besten auf Deutsch? Wörtlich wäre es ein „Sorgen Tresor“. Immer, wenn ich mich selbst fertigmache, neige ich dazu aus einer Mücke einen riesigen Elefanten zu machen, d.h. aus winzigen Patzern mache ich einen Weltuntergang. Stattdessen hilft es, innezuhalten und das Problem einzugrenzen.

Falsch: „Ich habe meine Karriere versaut.“
Richtig: „Okay, das war kein Glanzmoment. Aber beim nächsten Mal wirds besser.“

Damit hast du dein Problem auf Erbsengröße geschrumpft und kannst es endgültig in eine kleine Box packen. Schließ die Box ab und das wars. Vergiss es und krame es nicht dauernd wieder raus.

2. Die Macht des Machbaren

Hast du es schon einmal erlebt, dass es dir noch schlechter ging, wenn du in einer Tiefphase probiert hast, an etwas Positives zu denken? Das ist sehr gut möglich! Studien haben herausgefunden, dass dann unser innerer Lügendetektor anspringt und sich alles, was wir uns einreden möchten, fake anfühlt. Wir brauchen also positive Affirmationen, an die wir auch glauben können.

Eine gute Übung ist es, in Möglichkeiten zu denken statt in Extremen. Aus „Ich bin eine Versagerin und zu blöd für meinen Job.“ wird dann „Ich habe noch nicht alle Fähigkeiten, aber ich weiß wie ich üben kann.“ Diese Art zu denken gibt dir mehr Handlungsalternativen und neue Wege, eine positive Richtung einzuschlagen.

3. Frag dich: Was würde meine Freundin mir raten?

Ein schneller Weg, um negative Selbstgespräche zu bekämpfen, ist, an jemanden zu denken, dem du wirklich vertraust. Was würde diese Person zu dir sagen? Wahrscheinlich sowas in der Art: „Komm schon, so schlimm wird es nicht sein. Kopf hoch und keep going!“

Und wenn wir schon dabei sind: Wenn du auf destruktive, beleidigende Art nicht mit einem Freund reden würdest, dann solltest du es auch nicht bei dir selbst tun!

4. Ruf jemanden an

Sich selbst die ganze Zeit fertig zu machen, klappt nur, weil wir es im Stillen tun. Wenn du das Gefühl hast, alles falsch gemacht zu haben, ruf jemanden und rede über deine Eindrücke! Jeder andere wird dein Problem differenzierter bewerten können als du und am Ende lacht ihr vermutlich beide darüber.

Besonders dann, wenn du verunsichert bist und der innere Kritiker wieder laut wird, brauchst du Freunde, die dir Mut machen und für Stabilität sorgen. Mein bester Freund und Impulsgeber ist mein Mann. Er hilft mir, meine Ängste und Befürchtungen in ein vernünftiges Verhältnis zu setzen. Je öfter ich mich ihm und anderen mitteile, desto häufiger stelle ich fest, wie viel positiver eigentlich die Wahrnehmung anderer ist als meine eigene. Dieser Realitätsabgleich ist sehr wichtig, damit man nicht in seiner negativen Gedankenwelt verweilt.

5. Und zu guter letzt: Perfektion gibt es nicht

Hast du je ein Interview mit einem erfolgreichen Sportler, Schauspieler oder Politiker gehört, der folgendes gesagt hat: „Ich bin nur an der Spitze angekommen, weil ich nie Fehler gemacht habe.“ Nope! Ich auch nicht. Mach Fehler, lern daraus und weiter gehts. Ist vielleicht nicht die angenehmste Art zu lernen, aber sicher eine der effektivsten!

Failing Forward ist ein Motto, das ich sehr mag. Es bedeutet nämlich:

Ohne Stolpern und Hinfallen kommt niemand ans Ziel.

Es eröffnet einem den Blick auf eine ganz neue Perspektive: Hinfallen ist gut. Hinfallen heißt lernen. Es gibt keinen Erfolg und kein Wachstum, wenn ich diese Erfahrung nicht mache. Mir hilft das sehr, Rückschläge richtig einzuordnen und mich nicht so sehr zu schämen, wenn ich wirklich mal etwas Falsches gesagt habe oder mich nicht jeder mag.

Welchen Tipp möchtest du umsetzen?

Und was unternimmst du gegen Selbstsabotage?

5 Methoden, die mir dabei geholfen haben, mein Gedankenkarussell zu durchbrechen. #selbstvertrauen #kritik #gedankenkarussell #achtsamkeit

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