Endlich gibt es eine Fortsetzung zur hochkarätigen Leseliste Persönlichkeit 2.0. Wer jetzt schon wieder Schnappatmung bekommt und schon aus der Ferne das gefährliche Wort „Selbstoptimierung“ wittert, dem sage ich jetzt: Alles ist ständig im Fluss. Wer etwas bewegen und verändern will, sollte bei sich selbst anfangen! 😉

Wir arbeiten nicht an uns, weil wir perfekt werden wollen. Oder weil wir uns unbewusst von unserer Umwelt unter Druck setzen lassen. Wir arbeiten an uns, damit wir unsere Fähigkeiten besser nutzen können – und unseren eigenen Zielen näherzukommen! Das absolute Killerargument pro Selbstmanagement ist außerdem: Wir wollen mehr Zeit für das rausschlagen, was uns wirklich Freude macht.

Wer sagt denn bitte:

„Optimierung?… nee danke, ich bleib‘ lieber bei meinem Kopfchaos, dem täglichen Stresslevel und meinem Frust über mich selbst. Das bin ich wenigstens gewohnt.“

Hm, wenn ich so darüber nachdenke…das sagen indirekt sogar sehr viele Leute. Veränderung so anstrengend, dass man lieber doch im eigenen Sumpf bleiben möchte und sich weiterhin mit großem Enthusiasmus über das Leben beklagt. Und da kommt schon der erste Buchtipp ins Spiel, eine tolle Lektüre für alle Miesepeter (mich eingeschlossen natürlich!).


 

Buchtipp Nr. 1:

„Die Entdeckung des Glücks
Dein Leben fängt nicht erst nach der Arbeit an“

von Isabell Prophet, Mosaik Verlag*

Die Entdeckung des GlücksIch tue mich mit dem Begriff „Glück“ immer etwas schwer, das klingt mir zu pauschal. Aber das macht nichts, vielmehr hat mich bei diesem Buch der Zusatz gelockt: “Dein Leben fängt nicht erst nach der Arbeit an”*. Damit bekommt man mich immer! Ich habe ja selbst schon oft mit Nachdruck zu Protokoll gegeben, dass ich es für ausgemachten Blödsinn halte, der Rente entgegenzufiebern, weil man ja erst “dann mehr vom Leben hat”.

Gerade wenn es um den Beruf geht, schwanken wir ziemlich häufig zwischen Freude und Disziplin, Ehrgeiz und Überforderung. Das Schöne: Dieses Buch ist nicht dazu geschrieben worden, um uns weiterhin mit der Illusion bei Laune zu halten, dass wir irgendwann einfach ankommen und alles haben können, was wir uns gewünscht haben. Oder um uns klar zu machen, dass wir nur unzufrieden sind, weil wir im falschen Job sitzen und wir dem Hamsterrad dringend entkommen müssen. Im Gegenteil – die Autorin Isabel Prophet (schöner Name übrigens!) – betont, dass unsere eigene Zufriedenheit eben NICHT von äußeren Umständen abhängt, sondern von uns selbst. Ich finde, das gelingt auch ganz gut! Streckenweise ist mir das erste Buchdrittel etwas zu langatmig gewesen. Geduld ist nicht gerade eine meiner Stärken, man merkt es.

Ab Seite 80 konnte ich meinen Stabilo Marker dann nicht mehr weglegen: Die Autorin erklärt sehr anschaulich, wie Angst eigentlich entsteht – und wie das genau funktioniert mit unseren neuronalen Verknüpfungen im Gehirn. Sie führt verblüffende Versuche an, um zu beweisen, dass Selbstkontrolle und damit innere Zufriedenheit trainierbar sind. An vielen Stellen hatte ich das Gefühl, dass wir beim Schreiben dieselben Quellen angezapft haben. ;) Ich kam aus dem zustimmenden Nicken jedenfalls kaum wieder heraus und habe viele Punkte auch in “Verstecken gilt nicht” kurz gestreift. So kommen beispielsweise hier auch einige meiner Lieblingstipps wieder  vor: Der Nutzen eines Dankbarkeitstagebuchs, Achtsamkeitstraining und Atemübungen.

Wir machen uns das Leben selbst viel schwerer als es sein müsste. Da ist es für manche Leute schon beinahe enttäuschend zu erfahren, dass kleine tägliche Übungen wie positive Affirmationen wichtige Hebel sind, um unsere permanenten Negativ-Annahmen zugunsten von positiven Erlebnissen von der Bildfläche schubsen. Denn genau darin liegt Zufriedenheit: In der Kunst und der eigenen Fähigkeit, sich über das Alltägliche zu freuen. Und das kann man dem Gehirn relativ einfach beibringen, sofern man bereit ist, etwas Ausdauer mitzubringen.

Wichtige Take-aways: Wir müssen keine Opfer unserer Umstände sein. Das Gehirn ist formbar und Zufriedenheit eine reine Einstellungssache. Der Mix aus Geschichten, die jeder aus seinem eigenen Alltag kennt und die Beweisführung mit viel beachteten Studien machen das Buch rund.

Für wen sich das Buch eignet: Menschen, die permanent unzufrieden sind, weil sie meinen, dass ihre Lebenssituation nicht „perfekt“ genug ist, um glücklich zu sein. Workaholics, die vor lauter To-Dos und Terminen das Leben in die Warteschleife geschubst haben.

3 Buchtipps für Beruf und Alltag

Buchtipp Nr. 2:

„Setze dir größere Ziele:
Die Geheimnisse erfolgreicher Persönlichkeiten“

von Rainer Zitelmann, Redline Verlag*

Setze dir größere ZieleViele Kapitel im Inhaltsverzeichnis haben mich neugierig gemacht: “Wie gewinne ich Vertrauen?”, “Mut, anders zu sein” und “Unabhängig” (hier gibt es einen Blick ins Buch) fand ich interessant. Zitelmann erklärt jedes Thema anhand von Biografien 50 verschiedener Persönlichkeiten, die uns alle hinreichend aus den Medien bekannt sind. Das ist ganz hilfreich, denn oberflächlich betrachtet sieht für uns vieles wie eine einzige Aneinanderreihung von Erfolgen aus. Wenigen Menschen ist bewusst, dass gerade die erfolgreichen Unternehmer mit massiven Problem zu kämpfen hatten und manchmal kurz vor dem Scheitern standen.

Vor allem Kapitel 3 “Probleme sind gut” hat etwas bei mir getriggert. Ich mag ja auch den Begriff “failing forward”, weil er nicht nur Misserfolge erlaubt, sondern sie sogar als ein Muss für den Erfolg sieht. Und genau darüber schreibt eben auch Rainer Zitelmann in diesem Kapitel. Coco Chanel, Walt Disney, Ingvar Kamprad (yay, der Möbelschwede ist auch dabei!) und einige weitere werden hier eingehend betrachtet.

In späteren Kapiteln werden noch viele weitere Erfolgsgeschichten analysiert. Wenn man deren Biografien kennt, sind die Erkenntnisse in den jeweiligen Kapiteln nicht mehr ganz so neu. Das macht aber nichts, denn Rainer Zitelmann arbeitet sehr akribisch und treffend heraus, was man von jeder Persönlichkeit lernen kann und deckt grundlegende Denkmuster auf, die wir für uns adoptieren können. Es kommen leider nicht viele Frauen im Buch vor, aber gerade im Kapitel „Mut, anders zu sein” führt Zitelmann herausragende Beispiele starker Frauen an.

Kritikpunkt: Das Buch ist in einem recht trockenen Stil geschrieben. Ich mag Bücher, die so geschrieben sind, dass man das Buch gar nicht mehr weglegen mag, weil man als Leser komplett miteinbezogen wird. Das fehlt mir hier leider und das macht ein wenig die Leidenschaft zunichte, die man benötigt, um etwas Neues zu wagen. Nichtsdestotrotz ist “Setz dir größere Ziele” ein gutes Buch, das einem als Leser die Transferleistung in den eigenen Alltag einfach macht und gute Anstöße liefert.

Wichtige Take-aways: Talent spielt eine weitaus geringere Rolle, was wir uns vorstellen. Und: Ohne die Bereitschaft zu experimentieren und Fehler zu machen, kommen wir nicht weit.

Für wen sich das Buch eignet: Menschen, die hoch hinaus wollen, aber dann doch lieber sagen: “Na mal sehen, wie es weitergeht…” und sich keine ernsten Ziele setzen. Außerdem ein Muss für Leute, die schnell vom Erfolg anderer frustriert sind und denken „Ach, was wissen die anderen schon von meinen Problemen? Die sind ja schon immer so erfolgreich gewesen.“

Buchtipp Nr. 3:

„Das Robbins Power Prinzip:
Befreie die innere Kraft“

von Anthony Robbins, Ullstein Verlag*

Das Robbins PowerPrinzipVor dem Lesen dieses Buches hatte ich ein bisschen Angst und auch Respekt. Angst, weil ich befürchtete, dass es mir zu esoterisch wäre (ist aber überhaupt nicht, wirklich!). Und Respekt, weil Tony Robbins kein Unbekannter für mich ist und ich wusste, das dieses Buch alles andere als „Inspiration“ ist. Nichts mit innere Ängste umarmen und Seelengestreichel. Es ist ein verdammtes Arbeitsbuch! Und es durchzuarbeiten ist kein Spaziergang. Es ist Schwarzbrot, das man richtig, richtig lange kauen muss. Was bei über 500 Seiten hingebungsvolle Arbeit bedeutet. Deswegen schicke ich auch gleich vorweg: Ich habe dieses Buch noch nicht zuende gelesen.

Wie sieht Erfolg für dich aus? Und wie ist dein Verhältnis zu Arbeit: Leben momentan eher auf Sparflamme, dafür ist ja "später" noch Zeit? Dann sind diese 3 Bücher genau das Richtige für dich. #arbeit #mindset #persönlichkeit #erfolg #unternehmer #buchtippWarum? Weil ich mir vorgenommen habe, wirklich erst dann weiterzumachen, wenn ich jede einzelne Übung ausgefüllt und auch umgesetzt habe. Das passiert nicht über Nacht. Schau dir unbedingt das Inhaltsverzeichnis hier an, es macht wirklich Lust auf diese wichtige Unterrichtseinheit in Sachen Selbstbestimmung.

Tony Robbins ist NLP Trainer und liefert mit diesem Buch eine umfassende Einführung in die Strategien ab, die er tausenden Seminarbesuchern jedes Jahr beibringt. Was für ein Glück für mich, dass es die Bücher gibt, denn diese riesigen mehrtägigen Events mit Firewalk und allem Drum und Dran sind für mich als Introvertierte eine Nummer zu heftig. Im Buch zeigt er auf, wie man mit Mitteln des NLP Spitzenleistungen in allen Lebensbereichen erzielen kann.

Du wirst lernen, wie du eingefahrene Glaubensmuster sofort kontrollieren und verändern kannst und wie sich das auf frühere Hemmnisse in deinem Leben auswirkt. Voraussetzung für diesen Erfolg ist allerdings, dass du wirklich bereit bist, in unangenehme Tiefen deines Unterbewusstseins vorzudringen. Nach den ersten 50 Seiten war mir bereits klar, dass ich noch einige Leichen im Keller habe. Ungelöste Probleme, die mich davon abhalten, Dinge zu tun, die wirklich wichtig für meine Zukunft wären. Nein, ich werde sie hier nicht nennen. Aber lass dir gesagt sein: Ich habe noch viel Arbeit vor mir.

Wichtige Take-aways: Die Vergangenheit bestimmt nicht die Zukunft! Egal, wer du bist und wo du gerade stehst. Die Fragen, die wir uns stellen, entscheiden über die Ziele, auf die wir uns konzentrieren. Wir müssen unsere Glaubenssysteme so ausrichten, dass sie uns auf unserem Weg unterstützen, anstatt uns zu blockieren.


*Hinweis: Meine Empfehlungen enthalten Affiliate-Links. Wenn du über diesen Link ein Produkt kaufst, verdiene ich (natürlich ohne Mehrkosten für dich) ein paar Cent mit. Du kannst dir sicher sein, dass ich nie etwas empfehlen würde, wovon ich nicht 100% überzeugt bin.

Schlagwörter: / / / / / / / / /

Pin It on Pinterest