Manchmal hat Produktivität und stressfreies Arbeiten gar nichts mit fancy Techniken zu tun, sondern mit dem simplen Einhalten der Basics. Und was könnte das wohl sein? Zum Beispiel: Nicht rund um die Uhr erreichbar zu sein!

Ja, es kommt mir seltsam vor, über so einen elementaren Aspekt einen ganzen Post zu schreiben. Es klingt so lächerlich einfach, aber wenn ich mein Umfeld beobachte, halten sich 90% aller Personen nicht daran. Ich beobachte fast täglich, wie Freunde, Kollegen und Bekannte einfach ständig erreichbar sind. Ich glaube sogar mittlerweile, dass das die Stressquelle Nummer 1 ist: Immer das Gefühl zu haben, dass man da sein muss, weil es irgendwo brennt. Und ich rede hier nicht von Menschen, die Rufbereitschaft haben, ist klar. 😉

Es geht um den ganz normalen Alltag von dir und mir.
Musst du dich wirklich immer wieder unterbrechen lassen, wenn dir die Leute genauso gut eine Nachricht hinterlassen könnten? Nö.

Dabei geht es doch so einfach!

Du kannst noch so viel darüber nachdenken, spannende Produktivitätstechniken anzuwenden und dir X Bücher darüber zu kaufen – es wird dir nichts bringen, solange du den Leuten in deinem Umfeld erlaubst, zu jeder Tages- und Nachtzeit bei dir anzurufen. Wenn du dich darüber ärgerst, dass es Menschen gibt, die zu unmöglichen Zeiten anrufen – dein Problem, denn du musst dir die Anrufer selbst erziehen. Ich kenne so Spezialisten, die vermutlich bis an ihr Lebensende immer Sonntags beim Mittagessen anrufen werden.

Selbstständige und Freiberufler betrifft das sogar noch stärker:
Manche von ihnen lösen dieses Problem, indem sie Öffnungszeiten auf ihre Website schreiben. Das ist zumindest ein Anfang. Meistens rufen die Leute aber trotzdem an, wenn es ihnen gerade passt. Ist zumindest meine persönliche Erfahrung.

Mein kleiner persönlicher Assistent

Du wünschst dir einen persönlichen Assistenten, der alles Lästige von dir fern hält, damit du Zeit für deine eigentliche Arbeit hast? Kein Problem: Richte dir einen Anrufbeantworter ein. Ich kann meine Festnetz-Voicemails sogar auf dem Handy abhören. Kann also keiner behaupten, ich sei schlecht erreichbar. 😉

Für uns ist der Anrufbeantworter unser wichtigster persönlicher Assistent: Er hält uns den Rücken frei und wimmelt unerwünschte Unterbrechungen ab. Das machen gute Sekretärinnen auch so und niemand hat ein Problem damit!

Wer keine Nachricht hinterlässt, wird auch nicht zurückgerufen. Punkt.

Klingt hart? Ist es aber nicht. Wer wirklich ein wichtiges Anliegen hat, wird entweder mehrfach anrufen oder eine Nachricht hinterlassen. Wer das nicht einsieht, hat auch kein wichtiges Anliegen.

Ja aber: Schreckt man damit nicht Kunden ab?

Nein, die Erfahrung habe ich noch nie gemacht. Wenn es um Neukunden geht, rufen die ohnehin nicht einfach so aus dem Nichts an, sondern schreiben vorher E-Mails oder man lernt sich irgendwo kennen. Wir haben auch noch nie von Kunden gehört, dass wir schlecht erreichbar wären. Im Gegenteil – wir gehören zu denen, die sehr schnell reagieren können. Wer uns eine kurze Nachricht hinterlässt, wird in der Regel gleich zurückgerufen. Also: Unsere Kunden wissen, dass wir zuverlässig und gut erreichbar sind, daran ändert der Anrufbeantworter nichts. Und ein ungestörtes Arbeitsumfeld kommt letzten Endes wem zugute? – Genau, deinen Kunden.

Erst wenn du es geschafft hast, die Ablenkungen von aussen in den Griff zu bekommen, dann kannst du dir im nächsten Schritt überlegen, wie du mit den Ablenkungen von „innen“ (z. B. Antriebslosigkeit, schlechte Konzentration, Denkblockade) umgehen kannst.

Das wichtigste ist: Schaff dir eine Umgebung, in der du gut arbeiten kannst und die nach DEINEN Regeln spielt. Sonst erlaubst du Einflüssen von außen, über dich zu bestimmen und dann kommst du zu nichts.

Also: Hab keine Angst, radikal zu sein! Zieh klare Grenzen und die Leute werden dich am Ende sogar dafür bewundern. 🙂

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