Ich werde auf Instagram in den DMs sehr häufig nach Tipps für mehr Selbstvertrauen gefragt. Und auch in 9 von 10 Interviews, die ich gebe, taucht diese Frage auf. Und immer ist meine Antwort dieselbe: Sport, Sport, Sport.

Ich habe Unmengen an Literatur über Selbstvertrauen verschlungen, aber den wirklich wichtigen Hebel für mentale Stärke habe ich jahrelang ignoriert!

Mittlerweile kann ich sagen, dass regelmäßige Bewegung DER Meilenstein bei mir war, um durchsetzungsfähiger, ausdauernder und mutiger zu werden.

⚠️ Gleich vorweg: Nein, ich bin nicht noch nie eine Sportskanone gewesen – und ich mache auch heute nicht viel Sport. Dennoch ist Bewegung ein elementarer Bestandteil meines Alltags geworden und ich möchte dieses Ritual nicht mehr missen.

Sport? Das war die meiste Zeit meines Lebens ein Fremdwort für mich

„Sport? – Ja, klar mache ich Sport. Aber nur ganz selten, soll ja was Besonderes bleiben!“ So ließ sich früher meine Beziehung zu körperlicher Ertüchtigung ausdrücken. 😂

Die ersten 25 Jahre meines Lebens waren nicht sehr sportlich. Im zarten Alter von drei Jahren fing ich mit Ballet an, musste aber leider nach kurzer Zeit wieder damit aufhören.

Dann kam die Schulzeit. Die Grundschule ging noch, da musste ich ja nur Völkerball spielen. Das Gymnasium war dann der Horror. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals eine bessere Note als 4 gehabt zu haben.

Ich hatte nie einen athletischen Körper und fand auch null Gefallen daran, mich zu verausgaben. Ich stand immer nur ängstlich in irgendeiner Ecke herum und wurde logischerweise auch von keinem freiwillig in eine Mannschaft gewählt. Ich habe mir bei den Bundesjugendspielen auch gern mal einen Fuß verknackst, um der Schmach zu entkommen. In meiner Freizeit habe ich mich auch nicht viel bewegt. Eine kurze Mitgliedschaft in einer Akrobatik-Gruppe sei noch am Rande erwähnt. Immerhin, das hat mir wirklich Spaß gemacht. Aber als die Trainerin weiter wegzog, konnte ich nicht mehr hingehen.

👉 Fazit: Ich habe mich in meiner Kindheit eher wenig bewegt und wurde von meiner Familie auch nicht dazu motiviert. Bei uns hatte man einen besseren Stand, wenn man durch seine kognitiven Qualitäten glänzen konnte, als durch athletische Topform. Wir spielten Mastermind oder Malefiz, aber Bewegung hatte in unserem Alltag wenig Platz.

Darum fiel es mir als Erwachsende auch alles andere als leicht, etwas an diesem eingefahrenen Verhaltensmuster zu verändern.

Besser fühlen statt besser aussehen!

Es gibt reichlich Gründe, Sport zu treiben. Wie viele andere Menschen auch, erlag ich aber einem gewaltigen Denkfehler:

⚠️ Ich wollte Sport machen, weil ich dachte, durch besseres Aussehen würde sich das Selbstvertrauen von allein bei mir einstellen. Denn logisch, wer geil aussieht, ist automatisch glücklicher und zufrieden mit sich selbst, nicht wahr? Natürlich nicht. Aber was ist so schlimm daran, gut aussehen zu wollen? – Erstmal gar nichts. Jede:r möchte gut aussehen und sich wohl im eigenen Körper fühlen. Ich gebe gern Geld für schöne Kleidung und andere Dinge aus.

❌ Doch es ist ein Fehler zu glauben, dass echte innere Stärke von äußerlicher Schönheit kommt. Ich gebe es gern zu: Es ist ein tolles Gefühl, in den Spiegel zu schauen und als Ergebnis der harten Arbeit straffe Haut und definierte Oberarme zu sehen. Aber das ist Selbstvertrauen, das auf SEHR wackligen Beinen steht. Gutes Aussehen ist vergänglich. Wir welken dahin wie Blumen, das müssen wir akzeptieren.

👉 Wir brauchen also mehr. Wir brauchen ein solides Fundament für unseren Selbstwert, um uns wohlzufühlen und innere Zufriedenheit zu spüren.

Um mein Selbstwertgefühl stand es besonders schlimm, als ich in meinen 20ern war: Meinen Körper hasste ich, ich hatte immer etwas an ihm auszusetzen. Ich hatte keinerlei Energie, um mich abzugrenzen und wollte es allen recht machen. Wenn ich kritisiert wurde (berechtigt oder nicht, das ist an dieser Stelle egal), fiel ich innerlich zusammen wie ein Kartenhaus. Durch meine Schamgefühle war ich ein leichtes Opfer und knickte in meinen Werthaltungen und Meinungen sofort ein. – Ich konnte damals nicht zu mir selbst stehen.

Die Lösung für dieses Problem suchte ich vor allem im Außen: schöneres Aussehen, straffere Figur… dann würde das mit dem Selbstvertrauen schon klappen.

Heute weiß ich: Der wichtigste Grund, um sportlicher zu werden, ist nicht Aussehen, sondern das gute Gefühl, innerlich stark zu sein!

Melina Royer

Schau dir die folgenden Gründe im Infokasten an und du wirst besser verstehen, warum es sich so sehr lohnt, Bewegung zu einem festen Ritual im Alltag zu machen. Gründe, die weit über gutes Aussehen hinausgehen und dich von innen heraus stark machen. 🤗

Warum Sport so wichtig für unser Selbstvertrauen ist

💪 Der beste Langzeiteffekt überhaupt: Mentale Stärke
Diese Erfahrung hatte ich zuvor noch nie in meinem Leben gemacht und vielleicht geht es dir ganz ähnlich: Bewegung stärkt nicht einfach bloß unsere Körperkraft, sondern verbessert mit der Zeit unsere psychische Gesundheit. Depressionen, Ängste und Verstimmungen werden nachweislich verringert. Es gibt unzählige Studien dazu. Für den Anfang empfehle ich diesen TED-Talk von Wendy Suzuki. Ich habe am eigenen Körper verspürt, dass sich mein geringes Selbstwertgefühl stabilisiert hat und ich mich sozial weniger ausgegrenzt fühle. Statt meiner ständigen negativen Emotionen und Befürchtungen, was andere über mich denken, fühle ich mich heute mehr mit anderen verbunden und gehe lieber auf andere zu.

🤯 Den Stresszyklus durchbrechen
Auch, wenn Bewegung bei dir noch nicht zu einem regelmäßigen Ritual geworden ist, profitierst du natürlich von den Kurzzeiteffekten: Jede Form von Bewegung, egal ob ein Spaziergang durch den Park oder eine Pilates-Session, baut bereits nach kurzer Zeit Stress-Hormone ab. Mit Bewegung kannst du gezielt den Stress-Kreislauf durchbrechen und im wahrsten Sinne des Wortes auf neue, gute Gedanken kommen. Es gelangt mehr Sauerstoff in deine Körperzellen und die Produktion von Endorphinen und Serotonin steigt. Doppelt genial!

💜 Eine positive Selbstwahrnehmung fördern
Sport verbessert bereits nach kurzer Zeit die Stimmung – so weit, so gut. Das baut Alltagsstress ab und lenkt deine Gedanken in eine positivere Richtung. Aber jetzt wird's wirklich magisch: Langfristig bedeutet das nämlich, dass dein Selbstvertrauen regelmäßig aufs Neue gestärkt wird und dass du stolz auf dich bist. Du entwickelst mit der Zeit eine vertrauensvolle Beziehung zu deinem Körper und bist dankbar dafür, wie er dich jeden einzelnen Tag in deinem Leben begleitet und unterstützt. Das stärkt dein Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten und du traust dir Dinge zu, für die du früher immer nur andere Menschen bewundert hast.

Das gute Gefühl, etwas erreicht zu haben
Was ich an Sport besonders liebe, ist das gute Gefühl danach. Nicht etwa, weil ich mir dafür gratuliere, mich richtig schön gequält zu haben. Sondern weil das Gefühl der Erfüllung hinterher einfach so stark ist. Ich bin aufgestanden und war aktiv, das gibt mir ein unvergleichliches Gefühl und Bestätigung und Selbstwirksamkeit. Egal, ob ich nur einen Liegestütz mehr geschafft habe als sonst oder ob ich 10 Minuten länger spazieren war: Ziele zu erreichen macht happy und dieses Gefühl nutzt sich niemals ab.

🧠 Dein Gehirn dankt
Beim Ausdauersport wird im Gehirn das körpereigene Hormin Irisin gebildet. Wissenschaftler:innen von der Columbia University haben entdeckt, dass dieses Hormon ein Schlüsselfaktor für kognitive Funktionen wie Gedächtnisleistung oder Lernen ist. Versuche ergaben, dass neu gebildete Gehirnzellen bei Mäusen ohne das Hormon Irisin weniger Synapsen hatten. Mit anderen Worten: Sport kann das Gehirn buchstäblich länger jung halten.

Zeit finden für das, was wirklich zählt

„Ich habe keine Zeit für noch mehr Pflichten!“, das war jahrelang meine Lieblingsausrede und das nicht ohne Grund. Der Alltag stellt hohe Anforderungen an uns alle und jede:r hat sein eigenes Päckchen zu tragen.

Bei mir war der Schlüssel zu einer regelmäßigen Routine, meine eigenen Ansprüche gnadenlos zu senken. Vielleicht kennst du diese Aussagen auch von dir:

💬 „Also wenn ich schon Sport mache, dann aber richtig!“

💬 „Unter 30 Minuten lohnt es sich ja eh nicht!“

💬 „Ich muss etwas merken, sonst war es nutzlos.“

Alles toxische Gedanken. Denn am Ende machst du gar nichts. Zumindest ging es mir so. Also habe ich mich von sämtlichen Ansprüchen und Erwartungen als erstes freigemacht.

Ich mache nicht viel Sport. Aber dafür jeden Tag. Was zählt, ist die Routine. Finde etwas, das dir wirklich Freude bereitet. Das kann etwas dauern, das war bei mir auch so. Ich bin zwei Jahre lang laufen gegangen (unter Qualen!), aber es war nie mein Ding. Ich dachte, die Freude kommt irgendwann, wenn ich besser darin bin. War aber nicht so. Heute besteht mein Sportprogramm hauptsächlich aus täglichen Spaziergängen, gespickt mit kurzen Krafttrainings mit Hanteln. Ich bewege mich mittlerweile locker 1 Stunde pro Tag, mal mehr oder weniger intensiv. So, wie ich mich gerade fühle.

⚠️ Aber Achtung: Angefangen habe ich mit 5 Minuten! Denk immer daran, dass Konsequenz wichtiger ist als Intensität. Alles andere folgt automatisch, wenn du Freude an dem hast, was du tust.

„Gäbe es Sport als Tablette, wäre er das am häufigsten verschriebene Medikament der Welt.“

Emory University

👉 Zusammenfassend kann ich sagen: Sport ist DAS Mittel, das mir jeden Tag hilft, meinen Alltag mental bewältigen zu können. Ich bin deutlich widerstandsfähiger und vor allem emotional ausgeglichener.

💬 Soviel zu mir. Und nun würde ich sehr gern wissen: Welche Art von Bewegung tut dir so richtig gut? Ich bin gespannt!

Was du noch für dein Selbstvertrauen tun kannst

Nutze unsere Angebote, um innere Stärke aufzubauen!

🎧 Mehr Impulse für ein starkes Selbstvertrauen? Höre unseren Podcast Still & Stark – Ein ermutigender Podcast für alle, die Überlebenstipps für unsere laute Welt benötigen. Einfach kostenlos auf deiner Lieblingsplattform folgen.

📚 Schmökere durch unsere Bücher und lerne, wie du liebevoller mit dir umgehst und dich selbst akzeptierst, so wie du bist: Zu allen Büchern

Schlagwörter: / / / / / / / /