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In dieser Folge geht es um bessere Zusammenarbeit. Spätestens, wenn man im Beruf mit anderen zusammenarbeiten muss, merkt man, wie wichtig es ist, mit anderen Charakteren auszukommen. Ein Problem, das wir sicher alle kennen: Wenn Introvertierte und Extravertierte im Alltag aufeinander krachen. Es wird bei diesen Temperamenten nicht umsonst von Nord- und Südpol gesprochen, auch wenn wir uns auf auf diesem Spektrum alle irgendwo dazwischen befinden.

Intros und Extras unterscheiden sich in ihren Bedürfnissen, weil sie einfach anders verdrahtet sind. Im Alltag kommt es daher manchmal zu Missverständnissen.

Intros denken manchmal:

„Das sind alles Schnacker und Schaumschläger.“
„Diese lauten Selbstdarsteller gehen mir dermaßen auf den Keks.“
„Wie kann der nur so von sich selbst eingenommen sein?“

Extras hingegen sagen vielleicht:

„Da kommt einfach nichts, wie soll ich denn mit der reden?!“
„Warum ist sie so unsozial?“
„Kann sie nicht auch einmal mal locker sein und Spaß haben?“

Wie können Introvertierte und Extravertierte besser miteinander zusammenarbeiten? Wir gehen in dieser Folge auf 6 Punkte ein. Viel Freude beim Hören und Lesen! Lass uns auch gerne deine Tipps und Anregungen in den Kommentaren da!

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Folge 002: Was Introvertierte und Extravertierte voneinander lernen können. Jetzt anhören: Still & Stark: Der Podcast für leise Menschen mit innerer Stärke. #stillundstark #podcast #introvertiert #mutig #still #vanillamind #vanillamindde #psychologie #mentale #stärke #wachstum
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6 Dinge, die Introvertierte und Extravertierte voneinander lernen können

Wie bereits erwähnt, wirst du früher oder später immer mit Menschen auskommen müssen, die nicht so ticken wie du. Die Unterschiede zwischen Introvertierten und Extravertierten sind dir vielleicht schon gut bekannt: Während Introvertierte weniger Stimulation von außen bevorzugen und gerne für sich sind, um ihre Gedankenwelt zu ordnen, suchen Extravertierte in der Regel ein höheres Maß an externer Stimulation, um sich wohlzufühlen. Warum ist das so?

Das Nervensystem von Introvertierten und Extravertierten arbeitet in der Tat unterschiedlich. Ein kurzer Exkurs:

In den Gehirnen von Intros und Extras dominieren unterschiedliche Neurotransmitter. Das sind Botenstoffe, die die Aktivitäten in der Großhirnrinde beeinflussen. Extravertierte zeigen deutlich mehr Aktivitäten in den Bahnen des Neurotransmitters Dopamin, während Intros über mehr Acetylcholin verfügen (Dr. Marti Olsen Laney, 2002*). Das heißt, Introvertierte nutzen vermehrt den Parasympathikus (auch Ruhenerv genannt), um sich ausreichend stimuliert und ausgeglichen zu fühlen. Extravertierte hingegen brauchen vermehrt die Aktivität des Sympathikus. 

Diese Unterschiede können natürlich zu Herausforderungen und Konflikten führen, wenn diese beiden Persönlichkeitsstrukturen aufeinanderprallen.

Ohne das wichtige Verständnis für unsere Veranlagung entstehen eine Menge Vorurteile. Der Klassiker: Introvertiert = unsozial. Extravertiert = laut und impulsiv.

Das geht doch besser! Denn jeder Charakter bringt seine ganz eigenen Stärken mit. Wo der eine ein Defizit hat, ist der andere stark. Und umgekehrt. Und gerade das macht es doch so spannend. Weniger auf die Unterschiede zu schauen und stattdessen die Fähigkeiten und Talente des anderen zu schätzen, bringt uns einander so viel näher!

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Aber was sind denn einige dieser Stärken?

1. Introvertierte können sich von Extravertierten Gesprächsführung abschauen.

Für uns introvertierte Menschen ist es nicht immer so selbstverständlich, offen auf andere zuzugehen und Gespräche zu führen. Einige vermeiden sogar Gruppenaktivitäten aus Angst, sich dabei unwohl zu fühlen. 

Indem sie beobachten – und beobachten, das können Intros sehr gut! – wie Extravertierte Small Talk betreiben, können Introvertierte ihre Konversationsfähigkeiten und ihr Selbstvertrauen in der Gruppe verbessern. Memo an alle Small Talk Hasser: Ohne Small Talk auch kein Deep Talk! So ist das nunmal. Also lohnt es sich, ein wenig über die Kunst der Konversation zu lernen. Und das ist gar nicht so schwer, das wissen wir aus eigener Erfahrung. Das Erlernen von Small Talk ist eine gute Möglichkeit für Intros, mehr Selbstvertrauen zu gewinnen ohne dabei meilenweit die eigene Komfortzone zu verlassen.

2. Extravertierte können lernen zuzuhören wie Introvertierte.

Introvertierte sind in der Regel gute Zuhörer und verfügen über eine ausgeprägte Beobachtungsgabe. Sie sprechen weniger und konzentrieren sich mehr auf das Gesagte, anstatt auf ihre eigenen Antworten. Extravertierte hingegen sind mitunter so sehr mit Reden beschäftigt, dass sie nicht mehr so gut zuhören. Von introvertierten können sie lernen, einen Schritt zurückzutreten und kurz innezuhalten, bevor sie sprechen. Sie geben dadurch anderen mehr Raum über ihre Ideen zu sprechen und gewinnen neue Perspektiven hinzu.

3. Introvertierte können lernen, aus ihrem Kokon zu kommen.

Extravertierte neigen in der Regel dazu, sehr aufgeschlossen und neugierig zu sein, während Introvertierte eher Routine bevorzugen. Das ist natürlich stark vereinfacht dargestellt, aber es geht hier eher um die prinzipielle Tendenz. Für Introvertierte ist es gut, hin und wieder wie Extravertierte neue Dinge zu erleben und dadurch ihren Horizont zu erweitern. Und wer weiß, vielleicht entdeckst du dabei sogar Talente an dir, von denen du vorher nicht wusstest, dass du sie hast? Zum Üben im Kleinen kannst du dir zum Beispiel einen Gegenteiltag gönnen. Klingt interessant? Lies hier weiter.

4. Extravertierte können lernen, ihre Gespräche zu vertiefen.

Während Extravertierte sich auch in großen Gruppen wohlfühlen, wo sie mit mehreren Personen interagieren können, bevorzugen Introvertierte eher kleine Gruppen oder das 1:1-Gespräch. Das sind die idealen Rahmenbedingungen, die tiefere Gespräche möglich machen. Deshalb sind extravertierte Gespräche in der Regel lockerer, aber eben auch oberflächlicher. Und das ist okay. Es ist eine Kunst für sich, viele Menschen mit seiner Art abholen und unterhalten zu können!

Aber es kann eben auch wichtig sein, mal tiefer einzutauchen und Gespräche mit Substanz zu suchen. Dadurch kommt man einander näher und fühlt sich hinterher erfüllter.

5. Introvertierte können lernen, um Hilfe zu bitten.

Hier bekenne ich mich, Melina, schuldig. Andere um Hilfe zu bitten, fällt mir sehr schwer! Extravertierte Menschen haben in der Regel ein großes Netzwerk, auf das sie sich stützen können. Und warum ist das wohl so? Weil sie einfach fragen und um Hilfe bitten. Extravertierte sind großartig im Brainstorming, wo sie ihre Ideen kundtun können und Unterstützer dafür an Bord holen. Intros mögen die lieber die Privatsphäre zur Entwicklung ihrer eigenen Ideen.

Ganz ehrlich: Wenn Timon mich nicht quasi gezwungen hätte, mir das Feedback der Vanilla Mind Community einzuholen, als ich unsicher war, wie unser Podcast-Intro klingen soll, wäre es wohl immer noch nicht fertig! Ich tüftele am liebsten in einer stillen Ecke vor mich hin und das ist gar nicht immer hilfreich. Also: Intros können hier von Extras lernen, wie sie sich die Meinung anderer einholen und ihr professionelles Netzwerk aufbauen.

6. Extravertierte können die Vorteile der Zurückgezogenheit kennenlernen.

Das gilt zwar nicht für alle, aber viele Intros sind ganz gut in Selbstfürsorge. Sie machen die Zeit zum Aufladen ihrer Batterien eher zu einer Priorität. Das kann ein ruhiges Morgenritual sein, wie zum Beispiel eine ungestörte Tasse Kaffee, ein entspanntes Bad nach der Arbeit oder ein gutes Buch. Die Möglichkeiten sind vielfältig und sie verhelfen Intros zu ihren dringend benötigten Ruhe-Inseln im Alltag. Extravertierte neigen eher dazu, diese Selbstfürsorge zu vernachlässigen, weil sie ständig auf Achse sind und nach Stimulation im Außen suchen. Aber auch sie profitieren natürlich von den Vorteilen von Achtsamkeit für Körper und Geist. In unserer schnelllebigen Zeit sind nicht nur Intros überstimuliert und überreizt!

Fallen dir noch andere Dinge ein, die wir voneinander lernen können? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Resümee: Wie kann Kommunikation gelingen?

Wichtige Leitgedanken, die einen echten Dialog entstehen lassen und die Wertschätzung füreinander steigern:

#1 Kein Temperament ist besser als das andere!

#2 Wir benötigen Achtsamkeit, die nicht auf uns selbst bezogen ist. Nicht: „Was habe ich gerade davon?“, sondern Präsenz.

#3 Fragen stellen statt schnell zu urteilen!

#4 Neugierig sein: „Warum denkt der andere so?“

#5 Ehrlich zu sich selbst sein: „Wo habe ich einen blinden Fleck? Welche Argumente hat der andere?“

#6 Für jeden Charakter ist es wichtig, nicht ständig das eigene Ich in den Vordergrund zu stellen.

Shownotes zur Folge:

Worüber wir gesprochen haben und weiterführende Links:

Verstecken gilt nicht – Wie man als Schüchterner die Welt erobert“ Ein Mutmach-Buch für mehr Selbstvertrauen

Der kostenlose Mut-Letter: Der Newsletter für uns leise Menschen. Weil es in unserer lauten und schnellen Welt nicht leicht ist, als ruhiger Mensch zu bestehen.

Intuitiv Netzwerken

Was wäre, wenn Netzwerken sich nicht fake und oberflächlich, sondern richtig gut anfühlen würde? 

Geht! – Sogar wenn du Small Talk schrecklich findest. Das lernst du in unserem Online-Kurs. 

Folge 350 Menschen,⁣ die…
 … lieber Deep Talk statt Small Talk praktizieren⁣
… mit Natürlichkeit statt Show bei anderen punkten⁣
… tiefe und bleibende Verbindungen zu anderen aufbauen⁣


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