Was ist Erfolg? Wie bekomme ich, was ich will und was bin ich bereit, dafür zu geben? Wir reden tagtäglich über Erfolg. Auch hier auf Vanilla Mind. Jeder folgt da so seiner eigenen Logik, denn der Begriff Erfolg wird ja bekanntermaßen weit ausgelegt und unterschiedlich empfunden.

Ich möchte heute über meine ganz persönliche Definition von Zufriedenheit und Erfolg sprechen. Es gibt nämlich eine ganze Menge Dinge, die ich nicht tue, um „erfolgreicher“ zu werden. Zumindest nicht so, wie die meisten diesen Begriff interpretieren würden. Und ich teile es mit dir, weil du als Vanilla Mind Leserin wissen sollst, dass ich für das achtsame Umgehen mit den eigenen Ressourcen stehe und nicht für den “Karriere um jeden Preis”-Gedanken.

Von meiner Persönlichkeit her bin ich eigentlich prädestiniert für einen schnellen, progressiven Lebensstil: Ich lerne sehr schnell, bin wissbegierig, motiviert, mich interessiert beinahe alles und ich bin unabhängig. Ich knie mich zu 100% in eine Sache rein, wenn ich davon überzeugt bin. Und dennoch setze ich mir selbst sehr klare Grenzen und nehme nicht alles mit. (Genauer: Zusätzliche Grenzen setzt mir auch mein Körper, denn meine Physis hat schon immer schneller schlapp gemacht als mein Kopf. Ich bin zwar selten krank, aber dafür ziemlich wetterfühlig und ein Kopfweh-Mensch.)

Arbeit? – Spielt bei mir nur die zweite Geige

So sehr ich meine Arbeit liebe und sie sogar als mein Hobby bezeichne – genauso sehr ist mir auch bewusst, dass sie nicht alles in meinem Leben ist. Aufmerksamkeit für meine Freunde und die Familie ist mir wichtiger, als mit meiner Arbeit immer mehr neue Menschen zu erreichen und das nächste Level zu erklimmen. Beides zu können wäre fein, aber machen wir uns nichts vor, das ist nicht möglich. Das heißt nicht, dass ich nachlässig in meiner Arbeit bin und nicht mehr alles für meine Projekte gebe. Nein, vielmehr heißt es in der Praxis, dass ich nicht auf allen Hochzeiten tanze und manche Projekte nicht annehme zugunsten von privaten Zielen.

Ich habe also klar entschieden, was Erfolg für mich ist: Es ist die Gewissheit, für meine Angehörigen und Freunde da sein zu können und ein ruhiges, bewusstes Leben zu führen. Mit anderen Worten: Erfolg kommt von innen und nicht von außen. Erfolg ist für mich das, was dieser Satz ausdrückt, den ich bei Pinterest gefunden habe (Verfasser leider unbekannt):

„Ich glaube, Erfolg ist, wenn du abends ins Bett gehst und deine Seele Frieden hat.“

Es gibt eine ganze Menge Dinge, die ich NICHT tue, um erfolgreicher zu werden. Aber was ist eigentlich Erfolg? Und was bin ich bereit, dafür zu geben? #Erfolg #Karriere #Arbeit #Leben #Ziel #Zukunft

Mal ein paar Beispiele, was ich alles N-I-C-H-T für meinen (beruflichen) Erfolg tue:

Ich lehne Speaker-Jobs ab. Nicht nur, weil es eine große Herausforderung für mich ist, vor Menschen zu reden (und ich das nicht mag), sondern auch, weil es mich zu viele Ressourcen kostet. Zu viel Vorbereitung, zu viel unterwegs, körperlich sehr anstrengend = schlechte innere Energiebilanz. Im März habe ich einen wirklich tollen TV-Beitrag für den WDR abgelehnt, weil ich es mich zeitlich überfordert hätte. Bis zur letzten Minute habe ich probiert, es möglich zu machen: für den Blog, für mehr Reichweite, sprich: für mein Ego. Aber es war nicht richtig. (2015 habe ich schonmal einen TV-Dreh gehabt, hier kannst du mehr erfahren.)

Weiteres Beispiel: 2016 haben Timon und ich wenig gearbeitet, weil es in unserer Familie schwere Krankheitsfälle gab. Wir haben nicht versucht, den Arbeitsausfall zu kompensieren, um unseren Lebensstil zu erhalten. Auch wenn es nicht leicht war, sich damit abzufinden. (Hier erhältst du 4 wertvolle Strategien gegen Stress.) Wir haben uns eingeschränkt und bewusst langsamer gemacht. Hätte ich versucht so weiterzuarbeiten wie bisher, hätte ich möglicherweise ein Burn-Out erlitten. Und wer hätte sich dann um die Menschen gekümmert, die mir am nächsten stehen? Wie hätte ich anderen eine Hilfe sein können, wenn ich selbst ein Wrack bin? Selbst verschuldet durch die falschen Prioritäten?

Überhaupt “sollte” ich auch viel öfter Redaktionen anschreiben, Gastartikel verfassen, mehr Interviews führen, mit anderen kooperieren, einen Podcast produzieren und Videos machen. – Mache ich aber nicht. Zumindest nicht beim aktuellen Status quo. Ich bin gut ausgelastet. Und, noch viel wichtiger: Die Qualität, die ich dir hier bieten möchte, würde durch das zunehmende Arbeitspensum meinerseits leiden. Und bei der Qualität mache ich keine Kompromisse. Auch der Online-Kurs, von dem ich seit mindestens 3 Jahren rede und erst Modul 1 fertig habe, lässt auf sich warten. Warum? Weil er gerade nicht wichtig genug ist im Vergleich zu anderen Dingen.

Wächst Vanilla Mind deswegen langsamer? – Ja.

Werde ich nie so groß und erfolgreich sein wie andere Blogs? – Vielleicht. Keine Ahnung.

Bin ich zufrieden? – Total.

Diese Einstellung habe ich mir hart erarbeitet. Ich habe echt Hummeln im Hintern und ungelogen fast jeden Tag eine neue Idee am Start. Irgendwer muss die aber auch umsetzen. Und so musste ich lernen, dass nicht jede Idee das Licht der Welt erblicken kann. Und dass Ruhe und innere Gelassenheit besser sind als ein schnelles Vorwärtskommen. Das ist mein Erfolg!

Kennst du deinen inneren Antrieb?

Manchmal ist der nicht so einfach zu finden. Wenn du bewusst immer wieder über deine Wünsche und Ziele nachdenkst, kommst du aber dahinter. Du solltest dich bei allem, was du im Leben so anfasst, fragen:

#1 Passt das zu meinen Werten und Zielen?

#2 Was ist es mir wert? Bis zu welchem Punkt will ich gehen?

#3 Konsequenzen voraussehen: Wohin führt mich diese Entscheidung?

Diese Fragen stelle ich mir vor Entscheidungen und gleiche sie mit meinen Zielen ab. Nimm dir vor, dich öfter zu fragen: Will ich das wirklich? Wenn du Ja sagst – prima. Und wenn du Nein sagst: Dann ändere etwas und justiere nach, damit du wieder in die richtige (= deine) Richtung gehst.

Würde ich anders entscheiden, wenn…

…ich Kinder und mehr Verantwortung hätte? – Nein.

Gelegentlich höre ich den Satz: „Du verstehst das nicht, weil du keine Kinder hast. Du hast mehr Möglichkeiten. Ich will meiner Familie aber etwas bieten können.“ – Dass ich mehr Möglichkeiten habe, stimmt. Danach wird’s aber schon kritisch: Mit der Aussage „ich will meiner Familie etwas bieten können“, ist ja bereits eine Entscheidung gefallen und die Priorität gesetzt. Mehr Arbeit = mehr Lebensqualität, lautet hier die Prämisse. Aber trotzdem stellt sich dieselbe Frage: Um welchen Preis treffe ich meine Entscheidungen?

In meinem persönlichen Umfeld gibt es einige Elternteile, die weniger arbeiten. Sie verzichten auf einen Teil ihres Einkommens, um mehr Zeit für ihre Kinder zu haben. Vielleicht ändert das bei manchen nichts an ihrem Lebensstandard, weil sie gut verdienen. Für einige andere bedeutet das aber: Sie fahren kleinere Autos, wohnen auf weniger Quadratmetern und machen einen Urlaub im Jahr weniger.

Schränken sie ihre Lebensqualität so stark ein, dass sie leiden? Haben sie das Gefühl, etwas zu verpassen?

Nein, sie sind zufrieden, weil ihnen Zeit und Aufmerksamkeit für ihre Kinder wichtiger sind als andere Dinge. Aufmerksamkeit ist ihre Währung – nicht Geld. Ich bewundere das. Sie sind nicht naiv oder blauäugig. Sie haben sich darüber Gedanken gemacht, auf was sie bewusst verzichten können und wo sie ihre persönlichen Prioritäten sehen. Viele Menschen sagen von sich, dass sie Familienmenschen sind und Nestwärme und Gesundheit bei ihnen zu allererst kommen. Aber was zeigen ihre Entscheidungen? Es sind diese vielen, kleinen Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen: Überstunden oder Besuch bei den Schwiegereltern? Sport oder Netflix? Noch diesen einen Auftrag oder ein Spieleabend mit den Kindern?

Natürlich geht es hier nicht um Schwarz-Weiß-Malerei. Aber wie oft sagst du zu dem einen Ja und zum anderen Nein? Die Summe aller dieser kleinen Entscheidungen bilden am Ende ab, wo dein Herz ist.

Nenn mich idealistisch oder verträumt. Oder sogar behäbig und satt. Das macht mir nichts aus, denn ich folge meinen eigenen Idealen. Ich muss meine Entscheidungen vor mir selbst verantworten können und nicht vor einem gesellschaftlichen „Über-Ich“. Daran solltest du ebenfalls denken, wenn es um deine Ziele geht. Folge nicht einem fremden Ideal, sondern frage dich immer: „Schadet es mir oder fördert es meine Ziele? Schadet es denen, die mir am wichtigsten sind oder muss ich zu viel opfern?“

Jetzt du:

Ich bin ja immer gespannt auf deine Antwort, aber heute ganz besonders: Was ist für dich Erfolg?

Es gibt eine ganze Menge Dinge, die ich NICHT tue, um erfolgreicher zu werden. Aber was ist eigentlich Erfolg? Und was bin ich bereit, dafür zu geben? #Erfolg #Karriere #Arbeit #Leben #Ziel #Zukunft


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Fotos vom Strand Warnemünde: © Timon Royer

Hast du für dich festgelegt, wie Erfolg aussieht? 3 Fragen zum Selbstcoaching, um deine Ziele zu erreichen. #Erfolg #Karriere #Arbeit #Leben #Ziel #Zukunft

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