Was passiert eigentlich, wenn der eigene Partner gleichzeitig auch Kollege ist, also wenn Privatleben und Arbeit eins werden? Ist das schlecht für die Beziehung?

Seit Corona kennen die folgende Situation mittlerweile auch die, die normalerweise gar nicht miteinander zusammenarbeiten: Beide Partner sind plötzlich zuhause und müssen dort ungestört arbeiten können. Home Office mit dem Partner ist für uns seit mittlerweile 6 Jahren der Alltag und wir kennen die Stolpersteine, die es mit sich bringt, nur zu gut. Aber wir haben auch erlebt, dass es viele Vorteile und Chancen für die Partnerschaft mit sich bringt.

Man kann frei und unabhängig sein – und trotzdem sehr eng mit seinem Partner arbeiten. Das ist kein Widerspruch. Wie wir das machen, erzählen wir in dieser Folge Still & Stark. Viel Spaß!

Home Office und Partnerschaft: Wie machen wir das in der Praxis?

Erst einmal vorweg: Was machen wir überhaupt beruflich? – Wir sind ursprünglich beide Kommunikationsdesigner. Timon arbeitet schwerpunktmäßig als Marketingstratege in der Unternehmensberatung, während ich sowohl als Creative Director arbeite, aber auch als Autorin und Gründerin von Vanilla Mind. So ergänzen sich unsere Kompetenzen sehr gut. Im folgenden Artikel beschreiben wir dir unsere persönlichen Beobachtungen und Learnings aus 6 Jahren Arbeit auf engstem Raum.

Getrennte Räume sind ein Muss!

Wir arbeiten fast ausschließlich im Home Office. Wir haben keine gemieteten Büros (warum das eine bewusste Entscheidung war, hörst du in dieser Podcastfolge).

Mit unseren Kunden kommunizieren wir fast nur remote und digital, denn die meisten kommen nicht nur aus verschiedenen Orten im deutschsprachigen Raum, sondern sie befinden sich rund um den Globus über 3-4 Zeitzonen verteilt. Man könnte also sagen, wir haben das Thema Digitalisierung komplett hinter uns.

Was uns beim Arbeiten sehr wichtig ist: Getrennte Räume und eigene Schreibtische! Gerade wenn man Videokonferenzen oder häufige Telefonate hat, ist es sehr unschön, wenn sich der andere nicht zurückziehen kann.

Was wir außerdem sehr empfehlen können, sind Noise Cancelling Kopfhörer! Welche wir im Arbeitsalltag benutzen, kannst du in diesem Artikel nachlesen.

Auf engem Raum miteinander zu arbeiten bringt einen enormen Lernzprozess mit sich

Natürlich kommt es zu Konflikten, wenn man auf engem Raum gemeinsam lebt und arbeitet. Vor Konflikten wegzulaufen ist dann nicht möglich! Man ist gezwungen, sich mit den Ecken und Kanten des Partners auseinanderzusetzen. UND: Den eigenen selbstverständlich auch. Wenn ich mit jemandem zusammenlebe, gehe ich ohnehin die Bereitschaft ein, mit allen Macken des anderen fertig zu werden. Egal, ob die heute oder erst in ein paar Monaten oder Jahren auftreten. Warum nicht also auch bei der Arbeit?

Wir mussten die beruflichen Fähigkeiten und emotionale Belastbarkeit des anderen erstmal kennenlernen:

  • Wie können wir unsere Stärken am besten einbringen?
  • Wie reagiert mein Partner unter Stress?
  • Wie verteilen wir Arbeiten? Wer kann was besser oder schneller?
  • Was kann ich tun, um ihn zu stärken?
  • Woran erkenne ich, dass er gerade seine Leistungsgrenze erreicht?
  • Wie bilden wir uns gemeinsam fort?
  • Wie ist meine Leistungskurve über den Tag?
  • Wo braucht der andere Ruhe, wo ich geistig rege bin?

Es gibt mehr Konfliktpotenzial!

Was wir außerdem schnell bemerkt haben: Es kommt häufiger zu Konflikten, wenn man noch nicht gut aufeinander eingespielt ist. Und bei Streitigkeiten wird’s schneller persönlich. Ich musste zum Beispiel lernen, mit Kritik umzugehen und die sachliche Seite zu sehen. Es ist einfach menschlich, dass man sich persönlich schneller angegriffen fühlt.

Von einem neutralen Chef würde ich ohne mit der Wimper zu zucken den Rüffel einstecken und mich nochmal dransetzen. Da weiß ich: „Ah ok, das ist eine rein professionelle Kritik, also einfach nochmal von vorn.“ Beim eigenen Partner ist das oftmals schwieriger. Es ist wichtig zwischen „Ich bin nicht gut“ und „Meine Arbeitsweise ist hier noch nicht gut genug“ trennen zu können.

Welche Vorteile hat es, zusammenzuarbeiten?

Wir sind der festen Überzeugung, dass das Zusammenarbeiten mit dem eigenen Partner eine sehr gute Charakter-Schule ist. Kränkung und persönliche Eitelkeiten bringen einen nie weiter, sie fallen lediglich in einer Beziehung, die sowohl privat als auch geschäftlich ist, schneller auf. Wir finden, es hat viele Vorteile, dass wir zusammenarbeiten können:

  • Es macht unsere Beziehung krisenfest, wenn echte Schwierigkeiten zu lösen sind
  • Mehr Zeit mit dem Partner
  • Gemeinsame Mahlzeiten
  • Gemeinsame Spaziergänge
  • Gemeinsame Fitnessziele
  • Wenn der eine Sport macht, macht man selbst auch eher Sport, weil man motivierter ist
  • Man lässt sich mehr auf den anderen ein und entwickelt sich weiter
  • Man kann sich gegenseitig ausgleichen und unterstützen: Wenn ich mal einen schlechten Tag habe, dann kann mein Partner trotzdem für die gemeinsame Sache weiterarbeiten. Dadurch teilt man sich die Verantwortung für den Lebensunterhalt zu sorgen und hat mehr Verständnis, weil es gemeinsame Anstrengungen sind.
  • Man hat am Leben des Partners Teil: Es ist ein gemeinsamer Erlebnis-Kosmos und man kann besser nachvollziehen, wie es dem anderen gerade geht und warum. Man entwickelt dadurch gemeinsame Lebensziele und wächst gemeinsam, statt sich auseinander zu leben.

Fazit: Woran muss man arbeiten, damit es klappt?

Gute Kommunikation ist das A und O!

Klare Kommunikation und Respekt für die Grenzen des anderen sind extrem wichtig: Man muss keinen synchronen Arbeitsrhythmus haben! Jede*r arbeitet anders und das darf auch so sein.

Zu guter Kommunikation gehört, dass man Bedürfnisse klar mitteilt und die Grenzen des anderen respektiert. Man kann zum Beispiel nicht einfach quer durch die Wohnung rufen, wenn einem gerade etwas durch den Kopf geht. Das bringt den anderen komplett aus dem Flow.

Wir haben zudem die Erfahrung gemacht, dass es für uns am besten klappt, am Morgen unsere Termine kurz durchsprechen. Wir teilen unsere Terminkalender digital, damit der andere einsehen kann, was anliegt. Mal ein Negativ-Beispiel aus unserer Erfahrung: Es ist unangenehm, ins Zimmer zu kommen und erstmal in eine Videokonferenz zu platzen, wo einen Teammitglieder aus aller Welt sehen können. ;)

→ Darauf achten, dass jeder genug Freiräume bekommt!

Viele denken, sie würden zu wenig Freiheit haben und sich irgendwann gegenseitig nerven. Wir sind beide sehr freiheitsliebende Menschen und brauchen unsere Zeit allein dringend!

Wenn wir Zeit für uns allein brauchen, dann nehmen wir sie uns. Keiner geht die Verpflichtung ein, dem anderen 24/7 auf der Pelle zu hocken. Es ist auch nicht so, dass wir nur noch im Doppelpack vorhanden wären. Wir gehen nicht immer zusammen zu Kunden und manchmal betreut auch jeder ein Projekt allein.

Solange man bereit ist, in manchen Situationen sein eigenes Ego wegzustecken und im Sinn zu behalten, worum es eigentlich geht – um die größere Vision, die Beziehung, das Unternehmen, den Klienten – wird es der privaten Beziehung nur nutzen statt zu schaden. Wenn man das schafft, kann man eine Menge reißen und wird zu einem perfekt eingespielten Team.

Wir freuen uns, von dir zu hören:

Wie siehst du das? Kannst du dir vorstellen, beruflich mit deinem Partner zusammenzuarbeiten?

Mehr Wissenswertes zu dieser Folge Still & Stark:

🔗 Still & Stark Folge 13: So organisieren wir uns im Home Office

🔗 Still & Stark Folge 4: So kannst du deine Konzentration steigern

🔗 Konzentrations-Tipp: Welche Noise Cancelling Kopfhörer wir für bessere Konzentration nutzen

🔗 Arbeiten mit Einklang mit den eigenen Bedürfnissen: Wie sieht deine persönliche Leistungskurve aus?

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Tausend Dank!
Timon und Melina

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