„Ich passe hier einfach nicht rein.“ – Fühlst du dich manchmal wie ein fremdes Wesen von einem anderen Stern, weil du eher die leisen Töne bevorzugst? Introversion gilt im Job leider immer noch viel zu oft als Schwäche. Das ist nicht nur ungerecht, sondern schadet auch den Unternehmen, weil sie introvertierte Menschen maßlos unterschätzen. Mehr Diversität auch in dieser Hinsicht wäre sehr wünschenswert!

Ist es also ein Nachteil für die eigene Karriere, wenn man eher introvertiert ist? – Wir sagen nein! Doch es ist wichtig, sich selbst gut zu kennen, um die eigenen Stärken kraftvoll einzusetzen. Wie das gelingt, hörst du in dieser Folge Still & Stark.

Das kannst du aus Folge 56 für dich mitnehmen:

🎉 Warum Introvertierte zu unrecht unterschätzt werden
🧠 Was Introvertierte einzigartig macht
💫 Wie du mit deinen leisen Stärken strahlen kannst

Bonus: 15 Affirmationen für introvertierte Menschen

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Folge 56 to go: Ist es im Job ein Nachteil, introvertiert zu sein?

Was Timon darüber denkt:

👉 „Mein damaliger Chef war der Meinung, ich sollte auf eine Messe gehen, dort die Firmen ansprechen und auf die Leistung meines Arbeitgebers aufmerksam machen. Das war für mich so eine Sache, wo ich dachte: ‚Okay, warum soll ich das machen? Warum soll ich auf Leute zugehen und mit denen reden?‘ – Und da sind wir eigentlich beim Thema Karriere, denn wenn man nicht gerne auf Leute zugeht, wird es manchmal ein bisschen schwierig, vorwärts zu kommen, was die berufliche Entwicklung angeht.

Oft sagt man sich: ‚Ich kann das nicht, weil…‘ – und verknüpft damit bestimmte Erfahrungen oder Gefühle. Ich kann aber nicht einfach sagen, „ich kann das nicht, weil ich introvertiert bin“, sondern ich würde eher sagen, ‚Mir liegt das NOCH nicht.‘ oder ‚Ich brauche noch etwas Übung‘. Sonst blockiert und limitiert man sich in seinen eigenen Möglichkeiten. Wer sagt: ‚Ich kann das nicht.‘ hat das eigene Selbstbild zementiert. Ich brauche es dann nicht einmal mal mehr versuchen, habe also auch nicht mehr die Chance, überhaupt 1% Prozent besser zu werden, wenn ich mich anstrenge oder wenn ich neue Informationen bekomme. Und das ist einfach sehr limitiert im Denken. Das erinnert mich an Phase des Erwachsenwerdens, wo man als Kind/Jugendlicher merkt, man traut sich vielleicht nicht, auf ‚die Großen‘, auf Erwachsene, zuzugehen. Aber mit der Zeit lernt man das.

Aber genauso gibt es ja auch eine ein berufliches Reifen, wo man merkt: ‚Okay, nur weil ich einen Job gelernt habe oder ein Studium abgeschlossen habe, bin ich ja noch nicht erfahren.‘ Deswegen habe ich die Einstellung, ich habe meine Grenzen noch lange nicht erreicht. In dem Moment, wo man seine Fähigkeiten ausdehnt, gibt es neue Grenzen. Aber das sind die Grenzen für den Moment. In zwei, drei Jahren habe ich andere Grenzen. Also ich wachse ich ständig.

Gehen wir zurück zu meinem Beispiel mit der Messe. Die Frage ist ja: „Muss ich das genauso machen wie andere? Gibt es andere, vielleicht sogar bessere Wege, die ich gehen kann, weil ich eine andere Art und Weise habe, damit umzugehen?‘ – Ich habe früher genau das gemacht, was von mir erwartet wurde. Ich bin auf die Messe gegangen. Und ich habe auch fleißig Visitenkarten verteilt, aber es war einfach nicht effektiv.

Das könnte ich natürlich meinen mangelnden Fähigkeiten zuschreiben: Ich war nicht sonderlich herausragend oder überzeugend, aber andererseits kannte ich mein Thema. Hätten potenzielle Kund:innen ein Problem gehabt, dann wäre ich genau der Richtige gewesen. Das ist wichtig zu berücksichtigen, denn oft muss auch einfach Zeit und Gelegenheit zusammentreffen. Und sind wir ehrlich, Veranstaltungen sind oft nicht die beste Gelegenheit, um neue Kund:innen zu gewinnen. Das ist zwar eine nette Vorstellung, aber viel zu oft eine reine Zeitverschwendung. Von daher finde ich es – wie gesagt – auch wichtig, sich immer zu überlegen: ‚Ist dieser Weg überhaupt der richtige? Gibt es Wege, die besser zu mir passen und wo ich meine eigenen Fähigkeiten besser einsetzen kann?’“

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Was Melina darüber denkt:

👉 „Ich muss auch ehrlicherweise sagen, es gab eine Zeit, da hätte ich diese Frage „Kann es ein Karrierehemmer sein, dass man eher zurückhaltend ist?‘ auf jeden Fall mit Ja beantwortet. Einfach, weil ich früher das immer so gefühlt habe: ‚Hey, ich bin hier nicht richtig, ich passe nicht rein.‘ Ich war davon überzeugt, weil ich statt auf meine Ressourcen immer nur auf die Dinge geschaut habe, die ich nicht so gut kann wie andere: Ich kann Leute nicht so gut unterhalten. Präsentation sind nicht so mein Ding. Ich bin nicht gerne der Mittelpunkt. Ich habe kein dominantes Auftreten… und so weiter. Diese Faktoren waren für mich immer so ein Punkt, wo ich dachte: ‚Ich passe einfach nicht rein. Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass ich zurückhaltend und introvertiert bin.‘ Ich dachte, mein Charakter sei schuld und habe mein Wesen einfach abgelehnt.

Heute sehe ich das anders. Ich habe in der Zwischenzeit massenweise Informationen zu diesem Thema aufgesaugt, wo ich auch erst einmal gelernt habe, dass ich differenzieren muss. Ich bin ja nicht nur introvertiert, ich bin auch schüchtern und das darf man nicht miteinander verwechseln. Schüchternheit und Introversion sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Das eine ist ein grundlegendes Charaktermerkmal, also so bin ich quasi auf die Welt gekommen. Und das andere sind soziale Ängste, die ich mir antrainiert habe.

Ich kann nur bestätigen, was du sagst: Es ist so wichtig, dass man vor allen Dingen sich selbst kennenlernt und akzeptiert. Es war für mich ein Schlüsselfaktor zu erkennen, ‚Aha, das sind jetzt nicht bestimmte Merkmale, die schuld daran sind, dass ich irgendwie nicht weiterkomme‘. Sondern ich muss mich mit meinen Ängste und Sehnsüchten befassen: Wovon fühle ich mich gezogen? Was ist mir wichtig? Warum möchte ich Menschen überhaupt kennenlernen? Diese Werte zu erkennen und sich damit auseinanderzusetzen, das bewirkt, dass ich mich selber besser verstehen kann.

Selbsterkenntnis und Selbstfindung, das ist ein ständiger Prozess. Am Anfang versuchen wir alles zu machen wie die anderen: Wir gehen auf Konferenzen, wir gehen zu After-Work-Cocktails und Networking-Events und so weiter… Und als eher zurückhaltender Mensch stellt man irgendwann fest: ‚Mist, das klappt irgendwie gar nicht, es passt überhaupt nicht zu mir und es ist jedes Mal einfach nur schrecklich!‘ – Zumindest war das für mich so. Ich habe es wirklich versucht, ich bin überall hingegangen. Gerade am Anfang der Selbstständigkeit. Und ich habe irgendwann gespürt, das es nicht mehr geht. Ich war ausgelaugt von zu vielen Terminen, zu viel Gewusel und zu vielen Menschen auf einem Haufen. Ich wusste gar nicht, wie ich die denn nun wirklich kennenlernen soll.

Es ist ja auch trickreich: Für viele funktioniert dieser Weg. Und spätestens dann landet man an dem Punkt: ‚Ja, ist denn jetzt meine Persönlichkeit ein Nachteil?‘ Da fing ich plötzlich an nachzudenken und kam zu der Erkenntnis, ‚Nein, ich möchte mich aber nicht verbiegen. Ich möchte mir nicht ständig eine Maske aufsetzen müssen, um irgendwie in dieser Welt erfolgreich zu sein.‘ Dies ist eine wertvolle Erkenntnis gewesen: Es muss nicht nur anders gehen – es geht auch anders. Das ist der Weg zu sich selbst und seinem eigenen Stil.“

Dies ist ein kurzer Auszug aus Folge 56. Die ganze Folge kannst du kostenlos im Webplayer oder auf deiner Lieblingsplattform anhören.

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💬 Lass uns sehr gern wissen, welches deine liebste Affirmation ist und wie du sie am liebsten in deinen Alltag einbaust.

👉 PS: Wie kraftvoll Selbstbestätigungen sein können, zeigen etliche Studien. Es gibt MRT-Nachweise, die darauf hindeuten, dass bestimmte neuronale Bahnen gestärkt werden, wenn wir uns selbst positiv bestätigen. Zudem verringern sie nachweislich gesundheitsschädigenden Stress und Grübeln.

Quellen: „Self-Affirmation Improves Problem-Solving under Stress“ (Koole et al., 1999; Wiesenfeld et al., 2001); „Self-Affirmation Activates Brain Systems Associated with Self-Related Processing and Reward and is Reinforced by Future Orientation“ (Cascio et al., 2016); „Self-affirmation facilitates cardiovascular recovery following interpersonal evaluation“ (Tang, D., & Schmeichel, B. J. (2015), Biological Psychology, 104, 108-15.) 

Folge 56 im Webplayer

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🎧 Folge 2: Wie Intros und Extros voneinander lernen können

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Timon und Melina


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