Kommt dir diese Herausforderung bekannt vor?

🧐 „Was sage ich als nächstes?“

😱 „Wirke ich gerade schräg?“

Smalltalk kann für schüchterne und zurückhaltende Menschen eine richtige Challenge sein, besonders im Job: Man steht irgendwo verloren bei einem Business Event herum, um einen herum lauter fremde Gesichter und man hat nicht den leisesten Schimmer, was man tun soll

Damit bist du keinswegs allein! Ich kenne das selbst nur allzu gut. Als systemische Coachin bin ich ständig im Dialog mit anderen Menschen – und dennoch geht mir der Smalltalk nicht immer leicht von der Hand. In diesem Artikel verrate ich dir meine persönlichen Strategien.

​​Das lernst du in diesem Artikel: 

🙌 Welche Smalltalk Themen gefühlt zu 99,9% prima ankommen
⛔️ Mit welchen Fragen du dir das Leben unnötig schwer machst
🌈 Was noch viel wichtiger für dein Selbstvertrauen ist, als bloß die besten Fragen zu kennen

Oder sieh dir das Video auf YouTube an:

Smalltalk 1x1 - Die besten Themen für spannende Gespräche!

Warum überhaupt Smalltalk? Ich will Deeptalk!

Bevor wir uns in die Details stürzen, lass uns kurz darüber sprechen, was wir eigentlich mit Smalltalk erreichen wollen. Beim Smalltalk geht es nicht darum, tiefgründige philosophische Diskussionen zu führen oder dein Gegenüber mit deinem Wissen zu beeindrucken. 

Smalltalk dient vielmehr dazu, eine gemeinsame Basis zu finden, eine Verbindung herzustellen und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Stell es dir wie ein kleines Ping-Pong-Spiel vor, bei dem du den Ball hin und her wirfst. Es geht um Leichtigkeit und darum, sich einander anzunähern.

Wenn es nach mir ginge, könnte man diesen Teil direkt überspringen und zum Deeptalk übergehen. Es kann anstrengend sein, wenn man sich viele Gedanken darüber macht, wie man möglichst nicht aneckt und alles richtig machen will. So geht es vielen Menschen, die keinen Smalltalk mögen. Allerdings musste ich mir irgendwann eingestehen, dass auch ich es nicht besonders mag, wenn mir jemand Fremdes bei unserer ersten Begegnung gleich zu persönliche Fragen stellt und quasi mit der Tür ins Haus fällt. Wenn das Vertrauen noch nicht da ist, möchte sich verständlicherweise niemand gern öffnen. Ohne Smalltalk geht es also nicht.

Warum ist Smalltalk so wichtig für gute Beziehungen?

Du merkst vielleicht schon, Smalltalk ist nicht oberflächlich oder unnötig. Durch Smalltalk können wir eine Brücke aus Vertrauen und Zugehörigkeit erschaffen. Und dann lässt auch der Deeptalk nicht lange auf sich warten.

Smalltalk kann auch richtig Freude machen, wenn man lernt, gute Fragen zu stellen. Und das kann man lernen! Stell es dir vor wie einen Muskel, den du trainieren kannst. Ich kann dir nur empfehlen, damit nicht bis zum nächsten großen Ereignis zu warten: 

Wenn du die kleinen Gelegenheiten im Alltag auslässt, woher soll dann deine Erfahrung kommen? Woher soll die Übung kommen? – Nimm mit, was der Alltag dir anbietet! Denn dann hast du deine Skills schon aufgebaut, wenn das Event kommt und du bist viel entspannter. Das ist, was du wirklich brauchst: Selbstvertrauen, Leichtigkeit und das gute Gefühl, dass du schin viel Erfahrung im Gepäck hast.

Gute Themen, schlechte Themen: Was geht und was nicht?

✅ Gute Smalltalk Themen:

Hobbies / persönliche Interessen:

Was gibt dir viel Energie im Alltag?

Wie kannst du nach der Arbeit am besten entspannen

Was machst du am liebsten am Wochenende?

Beruf:

Was mögen Sie besonders an Ihrem Beruf?

Warum haben Sie sich damals für diesen Beruf entschieden?

Wenn Sie jemals wieder [Studiengang, Bewerbung, …] würden, was hätten Sie dieses Mal anders gemacht?

Komplimente:

Mir hat sehr gefallen, dass Sie so viele Praxisbeispiele in Ihrem Vortrag genannt haben. Dadurch war alles viel anschaulicher.

✏️ Übung: Welches Event besuchst du? Notiere dir 2 gute Fragen, die du dort stellen kannst. Tipp: Noch mehr gute Eisbrecher gibt es hier.

❌ Ungünstige Smalltalk Themen:

Religion und Politik: Diese Themen können schnell entzweien und zu hitzigen Diskussionen führen. Lieber vermeiden, besonders beim ersten Kennenlernen. Man navigiert sich damit schnell in schwierige Situationen, bei denen man einiges an diplomatischem Geschick braucht, um das Gespräch zu retten.

Krankheit und Tod: Auch diese Themen sind oft grenzüberschreitend und können unangenehm sein.

Zu private Fragen oder ungefragte Ratschläge: Frage nicht direkt in den ersten Minuten, ob jemand Single ist oder Kinder hat. Warte ab, bis die Person diese Informationen von sich aus teilt und knüpfe dann an das Thema an. 

Persönliche Finanzen: In Deutschland ist es eher unüblich, nach dem Preis eines Hauses oder dem Gehalt zu fragen.

⚠️ Beachte, dass in unterschiedlichen Kulturkreisen unterschiedliche Auffassungen darüber herrschen, was man bei einem Kennenlernen ohne Zurückhaltung fragen kann und was nicht. In einigen asiatischen und arabischen Ländern ist es beispielsweise völlig in Ordnung, sofort nach der Familie zu fragen. Und in Schweden in Finnland fühlen Menschen sich tendenziell auch mal mit längeren Gesprächspausen wohl, während bei uns in Deutschland die „peinliche Stille“ um jeden Preis vermieden wird. 

Warum sind Fragen die bessere Wahl?

Gerade für schüchterne Menschen ist es oft deutlich angenehmer, mit Fragen zu arbeiten, weil sie nicht gern im Mittelpunkt stehen. Ich höre am liebsten zu und stelle hin und wieder Zwischenfragen oder fasse zusammen, was ich gehört und verstanden habe. Wenn ich mich im Gespräch auch mal ein bisschen zurücknehmen und der anderen Person die Bühne geben kann, fühle ich mich wohl. Das ist natürlich Geschmackssache. Es gibt auch viele Menschen, die vor Energie sprudeln und gerne erzählen. Da ist es für mich sogar ganz angenehm, wenn sie den Punkt verpassen, wo sie mir auch mal eine Frage stellen könnten.

Mit guten Fragen im Gepäck reden eigentlich die meisten Menschen sehr gern von ihren Erfahrungen, sodass du dir keine Gedanken machen musst, dass dir zu schnell der Gesprächsstoff ausgeht. Für einen guten Flow folgen hier noch ein paar Tipps:

Wie halte ich ein Gespräch am Laufen?

Du hast ein Thema gefunden und eine Frage gestellt. Super! Aber was kommt jetzt? Hier habe ich noch einmal für dich zusammengefasst, wie ich gerne das Gespräch am Laufen halte:

Aktives Zuhören: Höre aktiv zu, was dein Gegenüber sagt. Zeige Interesse durch Nicken, Augenkontakt und bestätigende Worte.

Nachfragen: Stelle Folgefragen, um mehr über das Thema zu erfahren. Das zeigt, dass du wirklich interessiert bist. Beispiel: Warum hast du damals so gedacht? Erzähl mir mehr darüber. Oder: Wie ging es dann weiter?

Eigene Erlebnisse teilen: Teile deine eigenen Erfahrungen und Gedanken zu dem Thema. Aber achte darauf, nicht zu viel zu reden und dadurch das Gespräch an dich zu reißen.

Gemeinsamkeiten finden: Zum Beispiel: Was hat euch bewogen, das Event zu besuchen? Woher kennt ihr die Gastgeber?

Keep it simple: Smalltalk soll leicht und locker sein. Versuche nicht, tiefgründige Diskussionen zu führen. Das kann schnell passieren, wenn man möglichst kompetent rüberkommen will.

Mentale Vorbereitung ist gut – aber nicht alles!

Vielleicht kennst du dieses Szenario: Der nächste Business Termin steht schon und nun verfällst du in Panik, weil du weißt nicht, worüber du vor Ort reden kannst und wie du dich verhalten sollst. Das ist ein Klassiker! Ich habe dann früher wie wild in die Tasten gehauen und das komplette Internet danach gefilzt, was denn nun die richtigen Gesprächsthemen sind. 

👍 Die gute Nachricht zuerst: Prinzipiell ist es gut, dass du nicht einfrierst und dich mental vorbereiten willst. Mach das unbedingt weiter – mit diesem Artikel solltest du jetzt schon einiges an neuen Werkzeugen im Gepäck haben.

👎 Die schlechte Nachricht: Innere Balance und Selbstvertrauen erreichst du NICHT, indem du dir nur ein paar gute Themen notierst. Warum? Weil die Praxis fehlt.

Was du wirklich brauchst, um dich beim Smalltalk wohlzufühlen, ist Sicherheit und Entspannung im Körper. Das Selbstvertrauen, dass schon alles gutgehen wird. Und das bekommst du nur durch Praxis.

Innere Balance beim Smalltalk: So habe ich sie gefunden

💡Der folgende Tipp war für mich ein absoluter Gamechanger: Entkopple das Thema Smalltalk zunächst vom Business-Kontext. 

Warum ist das wichtig? – Im Jobumfeld wollen wir uns keine Blöße geben und möglichst professionell rüberkommen. Das heißt, gefühlt geht es hier um mehr: um Job Chancen und den eigenen guten Ruf.

Es liegt auf der Hand: Ich kann mich nicht entspannen und selbstsicher drauflos plaudern, wenn ich jetzt erst anfange, an meinen Smalltalk Skills zu arbeiten. Ich habe irgendwann damit begonnen, die banalsten Gelegenheiten im Alltag zu nutzen, um meinen Smalltalk Muskel zu trainieren. 

Das sind oft die Situationen, in denen es eigentlich nicht nötig wäre, überhaupt zu reden. Ich muss in der Bäckerei nicht sagen:

– „Wow, ich liebe diese Avocado Bagels so sehr! Haben Sie den eigentlich auch schon selbst mal probiert?“

– Ich muss der Reinigungskraft nicht dafür danken, dass sie so zuverlässig jeden Montag alles schön macht und ich diese Zeit nicht investieren muss.

– Und ich muss andere Hundebesitzer:innen nicht grüßen und sie nach der Rasse ihres Hundes fragen.

ABER: Wenn ich es doch tue, habe ich jedes Mal geübt, spontan und gelassen auf Menschen zuzugehen. In Situationen, in denen es für mich um nichts geht, außer ein bisschen aufmerksam zu sein. Natürlich ist man nicht jeden Tag in der Stimmung dafür und das ist völlig in Ordnung.

Achte auf deine Energie und überfordere dich nicht. Aber suche dir regelmäßig kleine Challenges. Die Belohnung ist, dass du Stück für Stück immer selbstsicherer im Umgang mit anderen wirst und durch positive Erlebnisse mehr Selbstvertrauen aufbaust. 🎉

Fazit: Smalltalk ist keine Raketenwissenschaft!

Gute Gespräche zu führen ist eine Fähigkeit, die du lernen und üben kannst. Es geht darum, aus deinem Kopf rauszukommen, präsent zu sein und dich auf dein Gegenüber einzulassen. Nutze die kleinen Gelegenheiten im Alltag, um zu üben, und du wirst sehen, wie du immer sicherer und entspannter wirst. 

Und denk daran, es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, eine Verbindung herzustellen und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen! 

Die wichtigsten Takeaways auf einen Blick:

🧐 Warum Smalltalk: Eine gemeinsame Basis finden, eine Verbindung herstellen und eine angenehme Atmosphäre schaffen.

Gute Themen: Hobbys und persönliche Interessen („Wobei kannst du gut abschalten?“, Berufswahl („Wie kam es dazu, dass du Steuerberaterin werden wolltest?“, an etwas vorher Gesagtes anknüpfen („das erinnert mich an…“), Beobachtungen („Das sieht lecker aus, kannst du es empfehlenb?“), Komplimente („Die vielen Beispiele in deiner Keynote waren sehr hilfreich für mich, danke.“).

Schlechte Themen: Stark polarisierende Themen, die schnell eskalieren können wie Religion und Politik. Zu Privates wie Krankheit und Tod, persönliche Finanzen oder Familienstand.

💡 So bleibt das Gespräch am Laufen: Aktives Zuhören durch Nachfragen, Zusammenfassen, vertiefende Fragen, Gemeinsamkeiten in den Vordergrund stellen.

✏️ Vorbereitung hilft: Ein, zwei gute Fragen heraussuchen, die zum Anlass passen, um Panik zu vermeiden.

🥳 Gamechanger für Selbstvertrauen: Smalltalk am besten im Alltag üben, wo es um nichts geht (z.B. beim Bäcker, im Café, im Supermarkt, im Aufzug).

🤗 Es darf einfach sein: Beim Smalltalk geht es nicht um Perfektion. Es geht darum, präsent zu sein und eine gemeinsame Basis zu schaffen.

Lass uns gern einen Kommentar da und erzähl uns, wie du zum Thema Smalltalk stehst! 💬

Für alle, die eine Extraportion Mut benötigen oder ihn verschenken möchten

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