Jetzt startet wieder die nervige Zeit, in der alle nur noch von guten Vorsätzen, Rückblick oder – im Blogger-Slang Recap – reden. Nervig ist es deshalb, weil vieles davon heiße Luft ist. Aber dennoch: Ein persönliches Fazit zu ziehen, ist eine sehr wichtige Angelegenheit für mich.
Meine (Fast-)Nachbarin Marit fragt auf ihrem Blog wie jedes Jahr: „Was kommt, was bleibt?“.  Da mache ich gern mit und zeige, wie man sein Jahr richtig auswertet und was dich nächstes Jahr hier auf dem Blog erwartet. 🙂

Wie macht man eigentlich eine Jahresplanung?
Und was hast du persönlich davon?

Das würde ich dir gern am Beispiel meiner eigenen Planung zeigen.
Und weil es so wichtig ist, kommt hier zuerst die Nutzanwendung:

Was habe ich davon?

  1. Du kannst nur dann etwas erreichen, wenn man du dein Ziel permanent vor Augen hast.
  2. Ohne klare Ziele gibst du viel schneller auf. Ist einfach so. Nach ein paar Wochen ist alles vergessen und du dümpelst wieder vor dich hin. Warum das so ist, habe ich hier beschrieben.
  3. Was du nicht schriftlich festgehalten hast, existiert auch nicht. Soll heißen: Lege deine Ziele schriftlich nieder und schaue immer wieder drauf, um deinen Kurs wenn nötig zu korrigieren.
  4. Die Selbstachtung steigt enorm, wenn man merkt, dass man eines seiner Ziele erreicht hat. Ich bin dann wirklich motiviert, das nächste Ziel mit noch mehr Ehrgeiz anzupacken.
  5. Wenn du deine Planung auch mit anderen besprichst, sorgt das noch einmal für ein zusätzliches Commitment.

So sah meine Vorlage für die Jahresplanung 2015 aus:

Ziele-2015-recap

Kleine Legende

KPI = Key Performance Indicator. Also Ziele mit ganz klaren Leistungskennzahlen, zum Beispiel: „Ich möchte bis zum 31.06.2016 meine Website launchen“ oder „Ich möchte jeden Monat einen neuen Kunden gewinnen“.

Dem gegenüber stehen unsere sogenannten „soften Ziele“. Das sind z.B. Kompetenz- oder Fähigkeitenziele. Beispiel: Copywriting Fähigkeiten trainieren.

Grundsätzlich handhaben wir es zuhause so:

Jeder steckt sich seine persönlichen Ziele und seine Business Ziele. Diese Ziele werden gemeinsam besprochen und bewertet. Bei der Bewertung unserer Ziele fragen wir uns z. B. immer:

  • Wie sinnvoll ist dieses Ziel 2016 wirklich?
  • Bringt es mich in meiner Persönlichkeit und im Beruf weiter? Oder ist es nur ein Traum?
  • Fordert mich diese Vorgabe genug oder sollte ich die Messlatte noch einen Tick höher ansetzen, damit ich mir wirklich Mühe gebe?
  • Kann mich jemand in meinen Zielen unterstützen?

Wenn wir das für uns ausgeknobelt haben, tauschen wir unsere Ziele auch mit zwei von unseren Freunden aus. Deswegen seht ihr oben auch den Screenshot aus der E-Mail. Um unsere Motivation zu steigern, behalten wir unsere Ziele nämlich nicht für uns.

Was fällt auf?

Unter „Business“ stehen viel zu viele KPIs! Ein Fehler, den ich dieses Jahr gemacht habe: Ich habe mir zu viel vorgenommen. Darum habe ich beispielsweise dieses Ziel verfehlt: Jeden Monat 2 Bücher lesen. Ich habe nur in drei von 12 Monaten wirklich zwei Bücher gelesen.

Viel besser habe ich es bei den anderen Zielen gehandhabt: nicht mehr als 3-4 Ziele auf die Liste setzen. Man muss sich schon fordern, aber man muss auch realistisch bleiben.

Markus Cerenak gibt übrigens auch tollen Input zum Thema Jahresplanung, u.a. mit 6 Leitfragen, die dir helfen, überhaupt Ziele zu finden, die du verfolgen möchtest. 🙂

Was könnt ihr 2016 von Vanilla Mind erwarten?

Eine ganz schön schwere Frage. 2015 war mein erstes Blogjahr und ohnehin randvoll mit Erfahrungen, die alle das erste Mal in meinem Leben gemacht habe (Stichwort: Fernseh-Dreh). Ich glaube, ich habe im Jahr 2015 so viele Menschen kennengelernt, wie in meiner gesamten Zeit, die ich im Verlag gearbeitet habe. Und so wird es 2016 auf jeden Fall weitergehen! Ich habe nichts bereut oder bedauert, vielmehr einiges dazugelernt. 🙂

Was ich mir abgewöhnen werde:

Ich bekomme viele liebe E-Mails, die ich gern beantworte und mich wirklich wahnsinnig freue. Mir geht wirklich das Herz auf, wenn ich höre, dass es euch ähnlich geht und dass euch meine Artikel geholfen haben. Ich schätze diesen Austausch sehr und wünsche mir, dass das auch in 2016 so bleibt.

Ich muss aber nicht auf jede E-Mail anworten. Es gibt nämlich auch diese E-Mails, bei denen man um eine persönliche Analyse der Lebenssituation gebeten wird und das geht nicht. Ich bin kein Psychologe und ich gebe keine persönlichen Ratschläge an Privatpersonen weiter, die ich nicht kenne. Das laugt mich emotional aus und ist auch schlichtweg unpassend.

Was ich in 2016 ebenfalls nicht mehr tun werde:

Der Druck, unbedingt einmal pro Woche einen Artikel posten zu müssen. Das sorgt auf Dauer dafür, dass ich die Qualität meiner Artikel nicht halten kann. Ich recherchiere und schreibe an jedem Artikel mind. 3-4 Stunden. Und da habe ich die Arbeit für selbstgemachte Fotos noch nicht mit einberechnet. Dieses Niveau kann ich also nicht halten, wenn ich jede Woche posten möchte. Wenn ich es schaffe, perfekt! – wenn nicht, dann nicht. Die letzten Monate habe ich alle 14 Tage Artikel geschrieben und ich glaube fest daran, dass der Wert viel entscheidender ist als die Fülle an Informationen. Ihr werdet im Alltag schon genug mit Informationen bombardiert und außerdem ist es wichtig, dass das Gesagte auch sacken kann.

Überhaupt ist Qualität eines meiner wichtigsten Learnings 2015:

Ich habe tatsächlich fast alle Kooperationsanfragen, die ich erhalten habe, abgelehnt. Mir wurden einige Kooperationen von Onlineshops und Agenturen angeboten. Meistens ging es um Kleidung, und ich mochte die Sachen teils sehr gern. Aber: Ich bin nunmal kein Modeblog und ich lasse auch nicht zu, dass mein eigentliches Ziel verwässert wird, indem ich hier und da mal ein paar hübsche Schuhe als Sponsoring annehme.

Vielleicht meldet sich in 2016 ja auch mal jemand, der Bücher hat. Das ist nämlich ein großes Ziel von mir: Bücher rezensieren. Ich lese viel und ich habe stapelweise Buchtipps, die ich euch ans Herz legen kann, wenn ihr ein Business aufbaut oder euch weiterentwickeln wollt. Das werde ich 2016 mal alles zu Papier äh… zum Blog bringen. Außerdem wird es weiterhin kostenlose Downloads von mir geben, die ich an meine Newsletter-Freundinnen versende. 🙂

Macht ihr ebenfalls eine Jahresplanung? Und wie geht ihr dabei vor?

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