Fragst du dich manchmal, wo all die Freunde von früher geblieben sind?
Oder wie man eigentlich noch neue, echte Freundschaften knüpfen soll, wenn man mitten im Leben steht und kaum Zeit hat?
Viele Menschen empfinden es als Herausforderung, mit 30, 40+ neue Freunde zu finden: Einerseits ist man durch viele Verpflichtungen sehr eingespannt. Würden andere von mir beispielsweise erwarten, dass ich jede Woche Zeit zum Ausgehen habe und innerhalb von 3 Minuten auf eine WhatsApp antworte – dann wäre ich sicher die falsche Freundin für sie.
Zum anderen steigen mit wachsender Lebenserfahrung auch die eigenen Erwartungen und Ansprüche an eine Freundschaft.
💡 Wie sich Freundschaften im Laufe des Lebens verändern
🫶 Warum Introvertiert sein kein Hindernis sein muss
👯 Wie man offen für neue Kontakte sein kann, ohne sich zu verbiegen
Oder sieh dir das Video auf YouTube an:
Gute Freunde brauchen wir in jedem Lebensabschnitt!
Früher war alles einfacher, oder? In der Schule, im Studium, da war man ständig von Leuten umgeben und Freundschaften haben sich fast von selbst ergeben. Aber jetzt? Jetzt sind die meisten von uns so im Alltagschaos gefangen, dass wenig Zeit bleibt, um neue Leute kennenzulernen. Und dann kommt noch dazu, dass wir Introvertierten oft etwas zurückhaltender sind und etwas Zeit zum Auftauen brauchen. Dadurch kann sich Einsamkeit mitunter verstärken.
Mach dir keinen Kopf. Auch mit einem vollen Alltag mit 40+ und als introvertierter Mensch kannst du neue Freunde finden. Es braucht nur ein bisschen Mut, Geduld und die richtigen Strategien.
👉 Hier kommen fünf Impulse und Ideen, die uns im Alltag geholfen haben.
Wo finde ich Freunde, die zu mir passen?
1. Finde deine Bubble.
Was sind deine Hobbys und Interessen? Was machst du gerne in deiner Freizeit? Egal, ob es Tanzen, Pilates, Lesen, Programmieren oder Pilze sammeln ist, es gibt bestimmt Gruppen oder Vereine, die sich mit deinen Lieblingsthemen beschäftigen. Timon und ich haben vor einiger Zeit mit Bouldern und Klettern begonnen. Die Boulder Community ist eine der offensten und hilfsbereitesten, die ich je im sportlichen Bereich kennengelernt habe. Von 20 bis 60+ ist hier jede Altersgruppe vertreten und es ist unglaublich einfach, miteinander ins Gespräch zu kommen, während man sich zum Beispiel gerade an derselben Boulder Route die Zähne ausbeißt. Ich hatte hier nie das Gefühl, zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zu stoßen, die keinen Platz mehr für Neulinge hat. Also nimm dir ein paar Minuten und überlege dir, wo die Leute anzutreffen sind, die deine Begeisterung teilen.
👉 Dein Vorteil: Du triffst Menschen, die deine Leidenschaft für ein Thema teilen. Das ist die beste Basis für Gespräche und Freundschaften. Einfach mal was ausprobieren. Und wenn es nichts für dich ist, gehst du einfach wieder. Aber um eine Erfahrung reicher.
2. Online geht auch.
Ja, auch online kann man Freunde finden! Es gibt viele Apps und Webseiten, die speziell dafür da sind, Menschen mit ähnlichen Interessen zusammenzubringen. Ich habe zum Beispiel schon an einem virtuellen Buchclub teilgenommen. Und ich war auch schon in einer Strick Community aktiv, in der wir gleichzeitig alle dieselbe Sweater Anleitung gestrickt haben. Manche habe ich später sogar persönlich wiedergetroffen.
👉 Dein Vorteil: Du kannst bequem von zu Hause aus Kontakte knüpfen und dich mit Menschen austauschen, die du sonst vielleicht nie getroffen hättest. Online besonders wichtig: Sei authentisch in deinen Profilbeschreibungen und verstell dich nicht. Erzähl etwas über dich und deine Interessen. Und scheue dich nicht, auch mal jemanden anzuschreiben.
3. Mut zur Initiative!
Das ist leichter gesagt als getan, besonders für Introvertierte. Aber manchmal muss man über seinen Schatten springen.
Hier ein persönliches Beispiel: Vor einigen Jahren war ich das erste Mal auf der Frankfurter Buchmesse. Riesige Veranstaltungen mit vielen Menschen finde ich immer ein wenig befremdlich und ich bin von vielen Reizen schnell überstimuliert. Ich habe damals in der Vanilla Mind Community herumgefragt, wer noch auf die Buchmesse geht und mich verabredet. So konnte ich mich allein auf die Person konzentrieren und war von der Messe nicht so überwältigt. Wir Buchnerds haben uns sofort verstanden und sind auch heute noch regelmäßig in Kontakt. Ich würde es immer wieder so machen.
👉 Dein Vorteil: Du zeigst Initiative und signalisierst dein Interesse an einer Freundschaft. Fang klein an. Frag nach einem (virtuellen) Coffee Date oder einem gemeinsamen Spaziergang. Und sei nicht enttäuscht, wenn es nicht gleich klappt.
Für alle, die eine Extraportion Mut benötigen oder ihn verschenken möchten

4. Sei geduldig.
Freundschaften entstehen nicht von heute auf morgen. Es braucht Zeit, bis man sich wirklich kennt und vertraut.
Lass locker und setze nicht voraus, dass es zu einer tiefen Freundschaft kommen wird, nur weil ihr ein oder zwei schöne Gespräche hattet. Wenn die andere Person nicht sofort antwortet, bedeutet es auch nicht automatisch, dass sie dich ghostet. Die meisten Menschen haben einen vollen Alltag und schaffen es nicht, bei so vielen Verpflichtungen noch schnell zu reagieren. Erwartungsdruck macht dir das Leben nur schwerer.
Manchmal ist man sehr einsam und wird dadurch ungeduldig oder sogar verbittert. Deswegen möchte ich hier nochmals betonen, wie wichtig es ist, dass du dir überlegst, welche Hoffnungen, Wünsche und Erwartungen du an eine Freundschaft hast:
Ab wann nennst du einen Menschen Freund oder Freundin?
Wie viel Zeit hast du, um die Freundschaft zu pflegen?
Was sind deine bevorzugten Kommunikationswege, um miteinander verbunden zu bleiben?
Was kannst du überhaupt nicht ausstehen?
👉 Also: Gib einer neuen Beziehung Zeit, sich zu entwickeln. Erwarte nicht zu viel auf einmal, aber bleib dran und investiere in die Beziehungen, die sich gut anfühlen.
Freundschaft ist wie ein guter Wein: Sie reift mit den Jahren (und muss nicht immer teuer sein).
5. Sei du selbst!
Versuche nicht, jemand zu sein, der du nicht bist. Nur so kannst du Freunde finden, die dich wirklich so mögen, wie du bist und wertschätzen. Ich habe in meinen Zwanzigern manchmal versucht, dazu zu gehören, indem ich vorgab, bestimmte Hobbys oder Aktivitäten zu mögen, die bei anderen in meinem Bekanntenkreis total beliebt waren. Konzerte besuchen, Tanzen, Karaoke… Dinge, von denen ich eigentlich immer wusste, dass sie nichts für mich sind. Aber was tut man nicht alles, wenn man jung ist? Dementsprechend ernüchternd waren solche Aktivitäten mit anderen dann auch für mich. Wir hatten einander einfach nichts zu sagen.
Also nutze die Weisheit, die du jetzt in einem reiferen Lebensabschnitt hast und finde die Menschen, bei denen du willkommen bist und die so ticken wie du.
Fazit: Für neue Freundschaften ist es nie zu spät!
Du siehst: Freunde finden mit 40+ und als Introvertierter ist absolut möglich! Es braucht nur ein bisschen Mut, Geduld und die richtigen Strategien. Geh raus, werde aktiv, sei offen für neue Kontakte und sei vor allem du selbst. Du wirst sehen, es lohnt sich! 🥳
FAQ: Freunde finden – die wichtigsten Antworten zusammengefasst
Ist es schwieriger, mit 40+ neue Freunde zu finden?
Ja, damit bist du nicht allein. Viele von uns haben feste Jobs, Familien und Verpflichtungen, die wenig Zeit für neue soziale Kontakte lassen. Außerdem sind wir vielleicht etwas aus der Übung, was das Knüpfen neuer Freundschaften angeht. Aber es ist nicht unmöglich!
Ich bin introvertiert. Ist es für mich noch schwerer, Freunde zu finden?
Introvertierte brauchen oft etwas mehr Zeit, um aufzutauen und sich wohlzufühlen. Das ist völlig in Ordnung. Sei geduldig mit dir selbst und definiere vor allem auch für dich, worauf es dir in einer Freundschaft besonders ankommt.
Wo finde ich denn überhaupt neue Leute?
Trete einem Verein bei, der deine Interessen teilt, nutze Online-Plattformen und Apps, geh auf Veranstaltungen und sei mutig, Menschen anzusprechen, die dir sympathisch erscheinen.
Was, wenn ich mich nicht traue, auf Leute zuzugehen?
Fang klein an. Ein Lächeln, ein Kompliment oder eine Frage können schon den Anfang machen. Bitte auch eine Person, die du bereits kennst, dich neuen Leuten vorzustellen, das macht vieles einfacher.
Wie baue ich eine echte Freundschaft auf?
Freundschaften brauchen Zeit. Sei geduldig, investiere in die Beziehungen, die sich gut anfühlen, und sei vor allem du selbst. Ehrlichkeit und Authentizität sind der Schlüssel zu tiefen und bedeutsamen Freundschaften.
Was, wenn ich abgelehnt werde?
Das kann passieren, und es ist okay. Manchmal hatte man ein schönes erstes Gespräch und dann sieht man sich doch nicht wieder. Oder man stellt fest, dass man doch nicht dieselben Werte teilt. Gib nicht auf, es gibt viele Menschen da draußen, die sich freuen, dich kennenzulernen.
Muss ich online sein, um Freunde zu finden?
Nein, überhaupt nicht! Online-Plattformen sind nur eine von vielen Möglichkeiten. Aber es gibt auch viele andere Wege, wie zum Beispiel Vereine, Kurse, Veranstaltungen oder einfach das Gespräch mit Leuten im Café oder Park.
Was ist der wichtigste Tipp, um Freunde zu finden?
Sei du selbst! Versuche nicht, jemand zu sein, der du nicht bist. Zeige dich so, wie du bist, mit all deinen Stärken und Eigenheiten. Denn nur so kannst du Freunde finden, die dich wirklich mögen und schätzen.
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