Du musst wissen, ich bin ein kleines Fangirl. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich den Blog von Carina Herrmann – um180grad.de – entdeckt habe. Auf jeden Fall war sie im März 2015 einer der Gründe, warum ich die „Rock the Blog“ Conference besucht habe, die im Rahmen der CeBit stattfindet. Damals habe ich mich nicht wirklich getraut mit ihr zu sprechen, ich habe nur kurz Hallo gesagt und war mega stolz auf mich, dass ich das immerhin geschafft habe. Ich bin wirklich schlecht im Small-Talk, aber ich übe. 😉

Vor kurzem hat Carina das Buch „Meerblick statt Frühschicht*“ herausgebracht, in dem sie Frauen zeigt, wie sie zu sich selbst gefunden hat. Oder besser gesagt, wie sich zu sich selbst gereist ist.

Für mich persönlich hat sich das Buch gar nicht unbedingt ums Reisen gedreht. Ich bin keine digitale Nomadin und ich habe auch nicht vor, eine zu werden, auch wenn ich es unheimlich spannend fände.

Trotzdem ist das Buch voller Denkanstöße für den ganz normalen Alltag. Ich habe in diesem Buch 3 wichtige Lektionen ausgemacht, die jede von uns für sich adaptieren kann:

1. Introversion muss kein Hindernis sein.

Einer der Gründe, warum ich Carina so mag, ist ihre ehrliche Art. Sie sagt von sich selbst, dass sie gern mit sich allein ist und nicht ständig Menschen um sich herum braucht. Das geht mir ganz genauso. Und das ist total okay so, man kann trotzdem für andere da sein und seine Ziele erreichen – auch wenn man nicht zu den Leuten gehört, die an jeder Ecke gleich neue Freunde suchen und finden.

Ihre Introversion hat sie nicht daran gehindert, das zu tun, was sie wirklich möchte. Wenn du introvertiert bist, ist Carinas Erfahrung bestimmt eine gute Inspiration für dich. Wie bekommt man das in den Griff, wenn man nicht gern mit anderen redet und dann plötzlich ein Jahr durch Australien reist und sich unter Muttersprachlern verständigen muss? Carina hat es hinbekommen, denn ihre Reisen haben ihr dabei geholfen, mehr Selbstvertrauen zu gewinnen und zu erkennen, wozu sie in der Lage ist. 🙂

2. Nimm deine Bedürfnisse ernst und funktioniere nicht nur für andere.

Carina Herrmann: Meerblick statt Frühschicht | vanilla-mind.deDas war für Carina nicht selbstverständlich. In ihrem Alltag als Krankenschwester waren ihr ihre eigenen Bedürfnisse meist nicht wichtig. Manchmal war sie sogar an freien Tagen im Krankenhaus, um bei Patienten zu sein. Wie wichtig es ist, bei sich selbst anzukommen, hat sie erst auf ihrer Reise gelernt.

Ein Beispiel: In Australien war sie hin und wieder mit anderen Backpackern unterwegs zum nächsten Ausflugsziel, sodass man einen kleinen Reiseabschnitt gemeinsam erleben konnte. Aber manchmal wurde ihr diese Gesellschaft zu viel. Und das lag nicht daran, dass man sich nicht mochte. Ich kann sie gut verstehen, manchmal fehlt einem ein Rückzugsort und dann wird jede Gesellschaft schnell erdrückend. Ich fand es schön zu lesen, wie Carina immer in sich selbst hineingehört hat. Sie ist dann allein weitergereist. Auch wenn ihre Mitreisenden es nicht immer verstehen konnten, hat sie sich den nötigen Abstand und Ruhe für sich selbst gesucht.

Also frag dich immer: „Möchte ich das wirklich? Möchte ich anderen einfach nur nicht vor den Kopf stoßen? Ignoriere ich hier schon meine eigenen Grenzen?“

Das Buch startet bereits mit einer wichtigen Erkenntnis:

„Wie auch immer du dein Leben leben möchtest, du selbst hast die Kraft, es genau so zu gestalten.“

3 Dinge, die jeder von digitalen Nomaden für den Alltag lernen kann | vanilla-mind.de3. Wie man es schafft, loszulassen.

Carina hat selbstverständlich nicht eines Morgens beschlossen, alles stehen und liegen zu lassen. Sie hatte Existenzängste und fürchtete das Ungewisse so wie wir alle. Aber eines hat sie schnell gelernt: Es gibt immer mehr Chancen und Wege, als du es für möglich hältst. Und Carina weiß genau, wovon sie spricht: Sie hat jahrelang als Krankenschwester auf einer Kinderkrebsstation gearbeitet. Unnötig zu erwähnen, dass einen das innerlich auffressen kann. Aber was tust du, wenn du an einem Punkt bist, an dem du nicht mehr kannst? Wenn du merkst, dass das nicht der Weg ist, den du noch bis zur Rente weitergehen kannst?

Mögliche „Risiken“ machen uns mehr Angst als die Tatsache, dass wir viele schöne Dinge, für die wir dankbar sein können, nie kennenlernen. Wie paradox! Carina hat buchstäblich alles losgelassen: ein Leben mit festem Gehalt, eigener Wohnung und überhaupt allem, was man als deutscher Durchschnittsbürger gewohnt ist. Wir meinen immer, dass wir keine Wahl haben, aber viel zu oft sind wir auch einfach blind. Freiheit beginnt im Kopf. 🙂

Weitere wertvolle Tipps und persönliche Erfahrungen findest du auf ihrem Blog um180grad.de.


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