Ich bin ein großer Fan des Bullet Journaling, weil es so viel mehr ist als nur Planer oder nur Tagebuch: Es ist alles zusammen und damit dein persönlicher Coach für jede Lebenslage. Als ich mein erstes Bullet Journal aufgesetzt habe, habe ich den Selbstversuch sogar hier auf dem Blog festgehalten, weil ich so begeistert war. Überall im Internet hatte ich bis dahin nur Kunstwerke gesehen und war abgeschreckt. Dabei kann es so einfach sein, ein BuJo zu beginnen!

Ich habe Bullet-Journalist Carolin Hohberg gebeten, in diesem Artikel ihre Tipps zu verraten, damit du 2020 dein allererstes Bullet Journal gestalten kannst. Auf Instagram ist sie bekannt als @cayaline und ein echter Profi. Sie nimmt dich bei deinen ersten Schritten an die Hand:

Viel Freude beim Lesen und Ausprobieren!

„Ich würde ja auch total gern so ein Bullet Journal machen. Aber ich hab keine Zeit dazu und bin auch künstlerisch nicht so begabt.“

Das ist eines der häufigsten Argumente, warum jemand noch kein Bullet Journaling gestartet hat, obwohl er oder sie es gerne würde. Da ich es so oft höre, möchte ich heute einmal darauf eingehen und zeigen, dass die Methode nichts mit Kunst zu tun hat und die Gestaltung auch gar nicht viel Zeit in Anspruch nehmen MUSS.

Chaoskopf: Sich eigene Strukturen schaffen, aber wie?

In meiner Schulzeit war davon wenig vorhanden, mit dem ersten Studium hat es aber Klick gemacht und ich habe mich tiefer und tiefer in das Thema Selbstorganisation hineingefuchst. Prüfungsvorbereitungen waren durch gute Planung für mich dadurch irgendwann so entspannt, dass ich aus Langeweile zwischendurch noch ein weiteres Studium aufgenommen habe.

Anfang 2019 habe ich die Bullet Journaling Methode ausprobiert und festgestellt, dass sie genau das ist, was mir gefehlt hat! Kalender habe ich schon immer geliebt, aber irgendwie waren sie nie perfekt. Vor allem, weil meine Ansprüche an einen Kalender sich über ein Jahr hinweg ziemlich oft ändern. Mal brauche ich mehr Platz für Termine, mal explodiert die Aufgabenliste oder ich möchte einfach nur reflektieren. Welcher Kalender kommt da schon mit?

Durch das eigene Gestalten eines Kalenders, bzw. ich möchte eher sagen „Begleiters“, habe ich jetzt immer genau das, was ich brauche und was mich weiterbringt. Und vielleicht ist diese Methode für dich ja genauso hilfreich, wenn du erst einmal angefangen hast. Ich weiß, dass die Kunstwerke auf Instagram & Co. abschreckend sein können. Aber nicht jedes Bullet Journal muss dafür gemacht werden, auf Instagram zu erscheinen! Denn die Methode hat mit Kunst überhaupt nichts zu tun. Sie ist sogar ziemlich simpel und wurde von jemandem entwickelt, der mit Kunst gar nichts am Hut hat, Ryder Carroll (in diesem Buch stellt er seine Methode genau vor*).

Wie gut kannst du Nein sagen? Finde es heraus!

Bullet Journaling: ein Crashkurs

Es gibt grundsätzlich drei Ebenen bei der Planung:

Tag/Woche
Monat, 
Jahr

Jeden Tag schreibst du erst mal munter alles ins Journal, was dir einfällt. Termine, Gedanken, Ideen, Aufgaben, Deadlines – einfach alles, ungefiltert und unsortiert, Hauptsache aus dem Kopf. Ein- oder zweimal am Tag setzt du dich dann hin und erst dann wird sortiert. Termine werden entsprechend eingetragen, zusammenpassende Ideen kannst du in Listen sammeln, Aufgaben kannst du bestimmten Tagen zuordnen oder vertagen. Wenn du sie nicht diese Woche, aber noch diesen Monat machen möchtest, kommen sie in die Monatsübersicht. Wenn du sie irgendwann NOCH später erst machen wirst, kannst du sie auf Jahresebene planen und dem passenden Monat zuordnen. Legst du eine neue Woche oder einen neuen Monat an, kannst du so ganz einfach wiederfinden, was dir Monate oder Wochen vorher bereits eingefallen war. Gerade ärztliche Routine-Checks oder lange im Voraus geplante Aktionen vergesse ich dadurch überhaupt nicht mehr. Besonders falls du für andere mitdenken musst (Partner, Kinder, Angestellte, Haustiere) ist diese Art der Planung unglaublich hilfreich.

Da Woche, Monat und Jahr die wichtigsten Bausteine des Bullet Journaling sind, zeige ich dir jetzt ein paar Layouts, die du alle jeweils mit lediglich einem Fineliner und einem Marker umsetzen kannst. Du brauchst wirklich nicht viel, um anzufangen!

Step 1: Jahresübersicht

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Die Jahresübersicht (auch Future Log genannt) ist so ziemlich das einfachste, was es gibt: Hauptsache ist, dass die Monate übersichtlich nebeneinander stehen und du genug Platz hast, deine vorgemerkten Notizen einzutragen. Deshalb empfehle ich ein Layout, bei dem vier Monate nebeneinander stehen. Du hast auf diese Art immer ein drittel Jahr übersichtlich auf einer Doppelseite und richtig viel Platz für Arbeitsprojekte, Arzt-Checks, Dinge die, Kinder/Partner/Haustiere betreffen oder Urlaubsplanung.

→ Umsetzung: 2 Minuten

Step 2: Monatsübersicht

Es gibt verschiedene Monatsübersichten, die ich sinnvoll finde. Was für dich passt, ist ganz individuell und es schadet nichts, verschiedene Layouts für sich zu testen.

Events & Tasks, Kalendarium:

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Viele haben gerne das Kalendarium greifbar, um nach den Wochentagen zu sehen. Außerdem sehr beliebt ist die vertikale Übersicht des Monats, wobei oft die Seite unterteilt wird. Entweder in private und berufliche Aufgaben, oder Aufgaben und Events.

→ Umsetzung: 5 Minuten, aber nur wegen dem großen Buchstaben. ;)

Pläne & Reflexion:

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Für mich persönlich steht die Reflexion beim Bullet Journal mit an wichtigster Stelle. Daher auch dieses monatliche Setup, in dem ich gerne eine kleine Vorschau mache über meine Pläne und zu erwartende Schwierigkeiten. Eine schicke Illustration muss übrigens nicht immer aufwändig sein oder lange dauern.

→ Umsetzung: 3 Minuten

Goals & Tasks:

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Mein aktueller Favorit ist eine ganz simple Übersicht mit drei Monatszielen und allen Tasks, die ich in diesem Monat erledigen möchte. Jede Woche schaue ich dort hinein und suche mir die Aufgaben heraus, die ich angehen will. Diese Illustration ging auch sehr schnell, denn ich habe sie einfach aus Pinterest abgemalt. Solange ihr diese Dinge nicht als eure eigenen ausgebt und wenn möglich den Urheber nennt, ist das in meinen Augen kein Problem, besonders wenn ihr das Journal nur privat führt.

→ Umsetzung: 4 Minuten

Step 3: Die Wochenübersicht

Basic Week:

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Die einfachste Variante ist die Übersicht der Wochentage. Da sich die Seiten meist besser durch acht teilen lassen, bleibt bei den meisten Anordnungen ein Feld für Notizen oder eine „mach ich nächste Woche“-Liste.

→ Umsetzung: 2 Minuten

Prioritäten & Termine

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Die zweite Möglichkeit ist, die eigenen Aufgaben nicht Wochentagen zuzuordnen, sondern sie nach Prioritäten zu ordnen. In diesem Beispiel habe ich außerdem die Möglichkeit eingebaut, Termine einzutragen. Ich persönlich organisiere Termine lieber digital wegen der Erinnerungsfunktion und der Möglichkeit, Kalender zu teilen. Viele tragen sich aber gerne auch die aktuellen Termine ins Journal ein.

Kategorien, Reflexion und Tracker

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Das hier ist eine meiner Signature-Setups für eine Woche. Ich sortiere Aufgaben sehr gerne nach Kategorien und mir ist es wie gesagt wichtig, im Bujo zu reflektieren. Außerdem sind habit tracker sehr beliebt und können wie in diesem Layout super in eine Wochenübersicht integriert werden. Übrigens ist es auch möglich, sie monatlich zu führen und zum Beispiel anstelle einer Illustration in die Monatsübersicht zu verlegen.

→ Umsetzung: 5-8 Minuten

Alles, was du für den Start brauchst

All diese Layouts sind eine wunderbare Basis, um mit dem Bullet Journal anzufangen und lassen sich umsetzen, wenn du einen Fineliner und einen Marker besitzt. Ein Lineal ist hilfreich, aber kein Muss – ich mag auch die etwas krummen Linien, die haben Charakter.

Übrigens, falls du dich fragst, wo der „brain dump“ bei dieser Übersicht überhaupt geblieben ist: ich schreibe da wirklich nur das Datum auf eine Seite. Erst am nächsten Tag kommt das nächste Datum darunter und zwar einfach genau dort, wo ich am Tag zuvor aufgehört habe. Da wird nichts gestaltet, gerade diese täglichen Dinge versuche ich mit so wenig Aufwand wie möglich zu gestalten, damit die Sache machbar bleibt.

Wie du siehst, hat auch keines der gestalteten Layouts mehr als 5-10 Minuten in Anspruch genommen. Das Wichtigste ist tatsächlich, sich pro Tag 10 Minuten einzuplanen, um die tägliche Gedankensammlung zu sortieren.

Ich freue mich sehr, diesen Gastartikel bei Melina schreiben zu dürfen und hoffe, dir damit den Einstieg erleichtern zu können. Lass mich doch gerne wissen, wenn du eins der Layouts ausprobiert hast. Ich bin gespannt, wie es für dich funktioniert! – Erzähl es gern in den Kommentaren.

Alles Liebe,
Carolin

Über Carolin

Mein Name ist Carolin, ich bin 29 Jahre alt und gerade in den Endzügen meines zweiten Studiums. Bachelor eins war Lehramt, Bachelor zwei wird Design. Und wenn ich während meiner langen, langen Zeit als Studentin eins gelernt habe, dann ist es Selbstorganisation! Es hat mich schon immer fasziniert, herauszufinden, wie ich meine kleine Chaoswelt in den Griff bekommen kann. Die Kreativen oder Vielinteressierten unter euch können bestimmt gut nachfühlen, wie es in meinem Kopf manchmal aussieht: viele Ideen, viele Interessen, viele Projekte und ab 23 Uhr ist plötzlich ALLES spannend. So ein Kopf braucht Struktur. Mehr über mich und meine Arbeit erfährst du hier: cayaline.com

Carolins Material Tipps*

Time needed: 25 minutes.

So startest du ein Bullet Journal:

  1. Die Jahresübersicht

    Die Jahresübersicht (auch Future Log genannt) ist ganz einfach: Hauptsache, die Monate stehen übersichtlich nebeneinander und hast genug Platz, deine vorgemerkten Notizen einzutragen…

    Bullet Journaling leicht gemacht! #bulletjournal #methode #ideen #leuchtturm

  2. Die Monatsübersicht

    Es gibt verschiedene Monatsübersichten, die sinnvoll sind. Was für dich passt, ist ganz individuell und es schadet nichts, verschiedene Layouts für sich zu testen. Hier siehst du ein Beispiel für ein 5 Minuten Layout…

  3. Die Wochenübersicht

    Basic Week:
    Die einfachste Variante ist die Übersicht der Wochentage. Da sich die Seiten meist besser durch acht teilen lassen, bleibt bei den meisten Anordnungen ein Feld für Notizen oder eine „mach ich nächste Woche“-Liste.
    Prioritäten & Termine:
    Die zweite Möglichkeit ist, die eigenen Aufgaben nicht Wochentagen zuzuordnen, sondern sie nach Prioritäten zu ordnen. In diesem Beispiel habe ich außerdem die Möglichkeit eingebaut, Termine einzutragen. Ich persönlich organisiere Termine lieber digital wegen der Erinnerungsfunktion und der Möglichkeit, Kalender zu teilen. Viele tragen sich aber gerne auch die aktuellen Termine ins Journal ein.
    Kategorien, Reflexion und Tracker:
    Das hier ist eine meiner Signature-Setups für eine Woche. Ich sortiere Aufgaben sehr gerne nach Kategorien und mir ist es wie gesagt wichtig, im Bujo zu reflektieren. Außerdem sind habit tracker sehr beliebt und können wie in diesem Layout super in eine Wochenübersicht integriert werden.


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