Ich mag meinen Job wirklich sehr. Heißt das aber, dass ich nie abschalten muss und nie gestresst bin? – Nein! Ganz und gar nicht! Ich muss zugeben: Ich bin sogar sehr häufig gestresst und kann nicht unbedingt gut abschalten. Das musste ich erstmal lernen.

Während ich das hier tippe, sitze ich in einem hellen, typisch skandinavisch eingerichteten Haus an der Nordseeküste Dänemarks. Hier gibt es eigentlich nichts zu sehen und zu erleben. Hier gibt es nur das Haus, die Dünen, Wind und Wald. Mehr nicht.

Stille und Unerreichbarkeit. Hier fällt es plötzlich ganz leicht, zu entschleunigen. Weg von dem Lärm des Alltags, weg vom Highspeed Internet Anschluss. So ist Entspannung natürlich etwas leichter. Und dennoch: Seinen Kopf und somit die eigenen Gedanken hat man immer mit dabei. Wie kann man da abschalten lernen?

Abschalten lernen: Seine Gedanken hat man immer dabei

Ich wusele normalerweise den ganzen Tag umher und brüte andauernd neue Pläne und Ideen aus. Ich muss andauernd irgendetwas notieren und so viele Eindrücke wie nur möglich sammeln. Immer am husteln, so gehört sich das doch, nicht wahr?

Mit diesem Mindset kommt an alle möglichen Orte (zum Beispiel die Therapie-Couch), aber sicher nicht an einen Ort der Ruhe und Gelassenheit. Immer sind wir in Bewegung, wollen Zeit sinnvoll und effektiv nutzen. – Bloß keine Langeweile aufkommen lassen! Dass die Pause genauso wichtig ist wie die Arbeit, ja sogar der wahre Produktivitätsbooster ist, haben wir komplett verlernt. Oftmals reagiere ich aber nur noch auf die Anforderungen in meinem Umfeld, statt zu reflektieren. Kennst du das auch?

Noch viel interessanter wird das Thema Erholung, wenn bedenkt, dass die meisten Menschen einen sehr knapp bemessenen Jahresurlaub haben. Man freut sich fast das ganze Jahr darauf – aber oftmals reicht die kurze Zeit dann doch nicht, um sich wirklich zu erholen.

6 Wochen Jahresurlaub reichen nicht, wenn man von den restlichen 46 völlig gestresst ist!

– Vanilla Mind

Manche nutzen ihren Urlaub dann sogar für Dinge, die sie seit Ewigkeiten vor sich herschieben und schon im Alltag nicht schaffen. So wird dann auch der Urlaub zu einer einzigen To-Do-Liste.

Jeden Tag ein bisschen Urlaub

Was wir wirklich brauchen, um uns zu erholen? Kein Müssen, sondern Dürfen und Wollen.

Deswegen hab ich mir vorgenommen, jeden Tag (!) einige Momente damit zu verbringen, tief Luft zu holen und mich zu fragen, ob wirklich jeder Termin, jedes Muss wirklich so dringend ist. Oder ob es auch hin und wieder auch einfach mal möglich ist, nur da zu sein und den Moment zu genießen. Ganz ehrlich: Wofür bin ich sonst überhaupt selbstständig? Unabhängigkeit und weniger Stress waren meine Hauptmotivation, 2014 meinen anstrengenden 9-to-5 Job zu kündigen.

Manche Menschen können nicht einmal einen Tee in Ruhe trinken, ohne dabei ihr Smartphone in der Hand zu haben und ihre Instagram-Timeline durchzuscrollen. Okay, „manche Menschen“ bin ich selbst manchmal. Ich verbiete mir das mittlerweile und achte darauf, das Smartphone bei anderen Arbeiten aus dem Raum zu verbannen (wie Timon und mir das gelingt, liest du hier). Damit geht es mir so viel besser!

Auch bei Terminen und Aufträgen achten wir bewusst darauf, nicht zu allem Ja zu sagen, nur weil es finanziell interessant sein könnte. Wonach wir entscheiden, ob wir wirklich die Energie haben, NOCH mehr zu leisten und ja (oder nein) zu einem Job zu sagen, kannst du hier nachlesen: „Schluss mit Leistungsdruck: Was wir alles nicht für unseren Erfolg tun“.

Stress abbauen: Nichtstun ohne schlechtes Gewissen

Forschungen haben ergeben: Manchmal kann ein Schritt zurück auch bedeuten, dass man wieder mehr vom großen Ganzen sieht und in Wahrheit eher einen Schritt nach vorn macht. Ich kann das nur bestätigen! Zeit für sich selbst ist kein Luxusgut, denn so viel braucht es gar nicht zum Durchatmen. Im Gegenteil, einige Minuten jeden Tag für sich zu haben – um ein Buch zu lesen, Sport zu machen oder was immer dich erholt – sind pure Medizin!

Nichtstun und freie Zeit sind der Treibstoff, den unser Körper und unsere Psyche brauchen, um stark und gesund zu bleiben.

Noch besser funktioniert Stressabbau im Grünen: „Schon ein kurzer Spaziergang kann Stress deutlich reduzieren, wie eine Studie der US-amerikanischen Universität Michigan zeigt. Demnach genügen 20 Minuten im Grünen, um das Level an Stresshormonen merklich zu vermindern.“⁣⁣ (Quelle: Spiegel Online) – Da sieht man mal wieder: Die schönsten (und sogar effektivsten) Dinge im Leben sind gratis!

Achtsamkeit wird einem übrigens nicht in die Wiege gelegt – ich arbeite immer noch täglich daran, mehr über mich und meine Bedürfnisse zu lernen.

Buchtipp

How To Be Idle“ von Tom Hodgkinson: Leben bedeutet bewusstes Genießen, im Moment sein und nicht den Erwartungen anderer hinterherrennen. Auch wenn Herr Hodgkinson manchmal etwas überspitzt gegen die Arbeitswelt rebelliert, so geht es im Kern um eines: Den Aufruf zur Selbstbestimmung. Und mit „Müßiggang“ meint Hodgkinson auch nicht von morgens bis abends unproduktiv in der Ecke zu hocken, sondern vielmehr den Verzicht auf die Sklaverei der modernen Arbeitswelt und die Angewohnheit selbstständiges Denken aufzugeben. Hier* kannst du das Buch bestellen.

Wobei kannst du am besten neue Energie tanken?

Wie können wir lernen, wie Abschalten geht und den Moment zu genießen? #abschalten #entschleunigung #achtsamkeit #pause #introvertiert #mindfulness #stress #unplug #lettering

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